Mythen rund um´s dampfen

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Eine Betrachtung der Mythen rund um´s dampfen. Oder deutlicher ausgedrückt welche Mythen von einigen Vertretern der Presse immer wieder mal durch die Manege gehetzt werden.

 

Mythen um´s dampfen Nr. 1: Der Gateway Effekt

Der “Gateway-Hypothese” nach verführt der Konsum von E-Zigaretten Jugendliche zum Rauchen von herkömmlichen Tabak-Zigaretten. E-Zigaretten sollen demzufolge eine Art Einstiegsdroge sein. Dieses Argument wird seit Jahren immer wieder mal gepusht und hat sich tatsächlich in nicht wenigen Köpfen festgesetzt. Allerdings hat eine Lüge keinen höheren Wahrheitsgehalt nur weil sie oft genug wiederholt wird. Diese Theorie ist absoluter Unsinn und wird durch verschiedene Studien widerlegt. Das sollte auch den “Schreiberlingen” klar sein, was sie augenscheinlich nicht daran hindert diesen Quatsch immer weiter zu verbreiten.

“Eine von der BZgA initiierte Studie konnte belegen, dass Jugendliche, die E-Zigaretten konsumieren, eher dazu neigen, mit dem Rauchen von Tabakzigaretten zu beginnen. ” Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA

Eigene Zahlen der BzGA widerlegen allerdings diese Aussage. Einer Pressemitteilung der Behörde zufolge befindet sich die Zahl rauchender Jugendlicher auf einem historischen Tiefststand. Die ebenfalls in der gleichen Publikation genannten Zahlen  zur 30-Tage Prävalenz zur Benutzung von E-Zigaretten und E-Shishas sind (Zitat) :

….. statistisch nicht signifikant.Beim Konsum von E-Zigaretten und E-Shishas sind im Vergleich zu 2012 bzw. 2015 keine statistisch bedeutsamen Unterschiede zu beobachten.

Wenn nun also die Zahl der rauchenden Jugendlichen so niedrig wie nie war und die Zahlen zur Prävalenz bei der Benutzung von E-Zigaretten statistisch nicht signifikant sind, wie kann man dann aus diesen beiden Zahlen einen nicht vorhandenen Gateway Effekt konstruieren?

Das Bundesgesundheitsministerium veröffentlichte folgenden Bericht des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg und sieht darin die Sachlage übrigens  anders als die BzGA:

“Die Befürchtung, dass Jugendliche durch einen Probierkonsum von nikotinhaltigen E-Zigaretten zum Rauchen von Tabakprodukten verführt werden, lässt sich durch diese Befragungsdaten nicht bestätigen.”

“Für Deutschland ist der Anteil der jugendlichen Rauchenden in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken, ungeachtet eines steigenden Probierkonsums von E-Zigaretten.”

Desweiteren wird der besagte Effekt auch durch folgende Erhebungen und Studien widerlegt:

Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurvey 2015.

Adolescents and e-cigarettes: Objects of concern may appear larger than they are.

 

Nr. 2: Nikotin das “böse Zellgift”

„Die Inhalation des Dampfs nikotinhaltiger E-Produkte birgt einerseits das Risiko der Entwicklung einer Abhängigkeit von Nikotin, andererseits belastet Nikotin als Zellgift den Körper nachhaltig und schafft erhebliche gesundheitliche Risiken, vor allem für das Herz-Kreislauf-System. Darüber hinaus steht Nikotin im Verdacht, die Entstehung und das Wachstum von Krebszellen zu fördern. Vom Konsum nikotinhaltiger E-Produkte ist daher unbedingt abzuraten. Diese gehören aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials von Nikotin vor allem nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen.“ (BZgA)

Wie bei allem gilt auch hier wieder die Dosis macht das Gift. Die wichtigste Frage ganz am Anfang: Wenn Nikotin derartig giftig und nachhaltig schädlich für den menschlichen Organismus ist, warum wird es dann als Stoff der in Raucherentwöhnungsprodukten steckt nicht verboten. Warum sind diese Produkte in jeder Apotheke frei zu erwerben? Ganz einfach weil Nikotin in diesen Dosen nicht potent genug ist um Schaden anzurichten Wäre es anders wäre der Verkauf schon verboten worden. Ob reines Nikotin überhaupt abhängig macht ist im übrigen gar nicht bewiesen ( siehe unter dem Abschnitt). Neuere Studien legen eher nahe das dem nicht so ist.

Gift in der Entwöhnungstherapie

Die Dosierungsanleitung eines beliebten Sprays zur Entwöhnung gibt als tägliche Höchstdosis 64 Sprühstöße a 1 mg / Tag an. In Worten 64 mg Nikotin pro Tag. Eine Menge für die ein Dampfer der im Schnitt 6mg/ml dampft etwas mehr als 10 ml Liquid verbrauchen müsste. Ich dampfe mit 1,5 mg/ml. In dem Fall müsste ich ca 42 ml verdampfen (ausgehend davon das die Nikotinresorption bei der E-Zigarette ähnlich der Resorption beim Spray ist ). Im Beipackzettel wird man vergeblich den Hinweis suchen das dieses Mittel Krebs verursachen kann, kein Hinweis darauf das dieses Mittel erhebliche Risiken für das Herz-Kreislaufsystem birgt und man eigentlich von der Benutzung abraten sollte….

Im übrigen bedeutet die oben im Zitat benutzte Formulierung “…steht im Verdacht” schlicht und ergreifend  das dies eine nicht bewiesene Annahme ist. Dem einzigen Punkt dem ich vorbehaltlos zustimme ist der das Nikotinprodukte nichts in den Händen von Kindern und Jugendlichen zu suchen haben. By the Way, selbst wenn Nikotin in Reinform extremst süchtig machen würde halte ich es da mit der Aussage von Prof. Dr. Mayer:

Außerdem sterben Raucher nicht an ihrer Abhängigkeit sondern an den schädlichen Wirkungen der Inhaltsstoffe des Tabakrauchs.

Inhibition of Monoamine Oxidases Desensitizes 5-HT1A Autoreceptors and Allows Nicotine to Induce a Neurochemical and Behavioral Sensitization.  (Studie die nahelegt das reines Nikotin nicht abhängig macht)

 

Nr. 3 der Mythen rund um´s dampfen: Langzeitstudien das alles ist so neu….mimimi

Eine der beliebtesten Mythen rund um´s dampfen ist die Behauptungen das es keine Langzeitstudien gebe, ja einige behaupten sogar es gäbe insgesamt noch zu wenig Studien zum Thema. Das man mit dieser Behauptung normalerweise gut durchkommt liegt wohl darin begründet das diese Studien eher selten einer breiten Öffentlichkeit durch die Presse  nahegebracht werden. Explodiert hingegen mal ein Akku der sich gerade zufällig in einer E-Zigarette befunden hat ist das fast einen Aufhänger in der Tagesschau wert. Zumindest rauscht es dann im virtuellen Blätterwald… Natürlich sind solche “Horrormeldungen” besser zu verkaufen als eine meist englischsprachige Publikation in irgendwelchen medizinischen Fachblättern. Was einige Ärzte ebenfalls so sehen müssen da sie trotz vorhandener Studien Mantraartig das fehlen derselben beklagen.

Eine Auflistung spare ich mir an der Stelle das haben viele andere Dampfer bereits in großer Fleißarbeit geleistet. Stellvertretend für alle “nichtexistenten”  😉 Langzeitstudien hier nur eine aus dem Jahr 2017, von Prof. Riccardo Polosa.

Health impact of E-cigarettes: a prospective 3.5-year study of regular daily users who have never smoked

 

Bis die Tage 🙂

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