Statistik, Statistik …… ein zweischneidiges Schwert

4.9
(9)

Es war wieder soweit, das statistische Bundesamt hat neue Zahlen zur Einnahme von Tabaksteuer vorgelegt. Im Normalfall etwas das mich weniger interessiert. Ein Artikel aus dem Dampfermagazin allerdings hat mich veranlasst die Zahlen etwas näher zu betrachten. Beängstigend ist welche Schlüsse sich einem aufdrängen wenn man dies tut. Aber erst einmal zu den trockenen Zahlen.

Jährliche Verkaufszahlen und Steuererlöse

Auffällig ist das sich zwischen 1991 und 2018 die Zahl der verkauften Zigaretten nahezu halbiert hat, von 146,5 Mrd. Stück  im Jahr 1991 auf 74,4 Mrd. im Jahr 2018. Trotzdem sind die Steuereinnahmen (blaue Säule) fast gleichgeblieben. In Zahlen unter Berücksichtigung der in diesem Diagramm nicht aufgeführten Steuererlöse für Feinschnitt und Pfeifentabak lagen diese zwischen 13,4 und 14,4 Mrd. Euro/Jahr. Mit anderen Worten die Einnahmen schwankten um maximal 1 Mrd. Euro trotz einer 50 %-igen  Reduzierung der Verkaufszahlen.

Das heißt das die sinkenden Einnahmen durch sinkende Verkaufszahlen durch entsprechende Steueranpassung ausgeglichen wurden. Und zwar so das die Einnahmen im Mittel die gleichen geblieben sind. Das ist ja erstmal nicht verwerflich denn die Steuer ist ein “fest” geplanter Faktor und zumindest wirtschaftlich nötig. Das nur für die Stimmen die immer betonen die Tabaksteuer sei unwesentlich und den Bund störe es nicht wenn diese Einnahmen verloren gehen. Es stört ihn nicht weil er sie schlicht so anpasst das sie nicht wegbrechen können. Zum Punkt der Unwesentlichkeit, die Steuer steht auf Platz drei der Bundessteuern ( hinter der Energiesteuer aber noch vor dem Solidaritätszuschlag).

14,4 Mrd. Euro ein stolzes Sümmchen?

Auf den ersten Blick schon, auf den 2. eher weniger. Im Prinzip decken die Einnahmen rein rechnerisch gerade  einmal den jährlichen Bundeszuschuss für die gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von 14,5 Mrd. Euro. Wer jetzt denkt das Geld diene dazu die Folgen des Rauchens zu behandeln ( also eine Art zweckgebundener Steuer), der irrt. Die Tabaksteuer fließt dem Bundeshaushalt zu ( also Verteidigung, Soziales,Gesundheit,Wirtschaft, Bildung ect. ect.) .

Der Beitrag bzw. Zuschuss ist seit 2017 festgeschrieben und zwar durch das Haushaltsbegleitgesetz aus dem Jahr 2014. Nimmt man jetzt an das die Krankenkassen folglich ein Interesse daran haben sollten das möglichst viele Raucher auf die mittlerweile nachgewiesene unschädlichere und damit auch für die KK günstigere E-Zigarette umsteigen, wird sich über die Verweigerungshaltung der Kassen wundern. Sparen denn die Kassen nicht auch am Umstieg durch sinkende Kosten für die Behandlung von “Raucherkrankheiten”?

Nicht zwingend !

Einer Studie des niederländischen Institutes für öffentliche Gesundheit und Umwelt zufolge stellt sich die Lage ( bei alleiniger Betrachtung des Gesundheitssystems) nach Auswertung der statistischen Werte wie folgt dar:

  • Ein Raucher kostet die Kasse  von seinem 20. Lebensjahr bis zum Tod ca. 220 000,00 Euro.
  • Ein Nichtraucher hingegen 281 000 Euro!

Rein statistisch betrachtet wird ein Umsteiger aller Voraussicht nach Kosten produzieren und nicht einsparen! Die Studie „The Health Care Costs of Smoking“ bemerkt dazu: Wenn alle Raucher aufhören würden , wären die Gesundheitskosten zuerst niedriger, aber bereits nach 15 Jahren würden sie durch die Behandlung von altersabhängigen Erkrankungen höher sein als in der Gegenwart.

Wie sieht es beim Bund aus?

Aber wie sieht es denn beim Bund aus, mehr Umsteiger gleich gesündere Bevölkerung. Weniger Ausfälle in der Wirtschaft also höhere Produktivität. Das muss sich doch lohnen?

Nöp ( also theoretisch)!

Auch hier macht uns die Statistik wieder einmal einen Strich durch die Rechnung. Die bei Rauchern verringerte Lebenserwartung entlastet das Rentensystem erheblich. Wieder statistisch betrachtet stirbt ein männlicher Raucher 5,5 Jahre früher als ein männlicher Nichtraucher, eine Raucherin 4,4 Jahre früher als eine Nicht-Raucherin. Das bedeutet Raucher-/innen (Pardon Raucher/-innen/-de) ersparen durch früheres ableben dem System ca. 36,4 Mrd. Euro!

Und innerhalb der freien Wirtschaft?

Ja die Jungs haben leider die Arschkarte gezogen, denen hilft keine Statistik. Kosten,Kosten,Kosten! Um beim Thema zu bleiben Statistisch betrachtet belasten Raucher das Bruttosozialprodukt jährlich im mittleren zweistelligen Milliardenbereich ( Bsp.: 1991 – 41,6 Mrd. Euro) durch Arbeitsunfähigkeit, Frühsterblichkeit und Frühinvalidität. Da kann man nix schönreden, ist eben so….

Betrachtet man es genau scheint es zumindest so als trägt die Wirtschaft die Hauptlasten der durch das Rauchen entstehenden Kosten. Also Wirtschaftsbosse, kleine Unternehmer usw., ja auch du Emma mit deinen 2 Angestellten in deinem Gemischtwarenladen, warum animiert ihr eure Leute nicht zum Umstieg mit allen euch zur Verfügung stehenden Mitteln. Schaden kann es ja nicht!

Platz für Verschwörungstheorien?

Ganz eindeutig: Jein!

Warum? Betrachtet man alle Fakten und Statistiken einzeln und würde davon ausgehen das jede der Gruppen nur auf die eigene Börse schielt, würden sich einige Verweigerungshaltungen von selbst erklären ( freie Wirtschaft ausgenommen – aber die verweigern sich ja auch nicht), schaut man allerdings über den Tellerrand sieht die Sache wieder einmal ganz anders aus!

Wenn alle Gruppen sagen wir mal an einem runden Tisch sitzen würden und alle Interessen in einen Topf werfen wäre die Unterstützung der E-Zigarette durch alle Gruppen auch ein Gewinn für alle. Weniger Ausfälle gleich höheres Bruttosozialprodukt gleich höhere Steuereinnahmen und damit die Möglichkeit steigende Renten- und Gesundheitskosten aufzufangen. Dazu noch die vielen zufriedenen TPD2 befreiten Dampfer, na wenn das nix ist 🙂 .

 

 

🙂 Bis die Tage

Wie nützlich oder unterhaltsam war der Beitrag?

Klick

Wenn dir der Beitrag gefallen hat...

Folge mir doch auf Twitter.

Schade das es dir nicht gefallen hat.

Hilf mir es besser zu machen.

Was ist deiner meinung nach nicht ok an diesem Post?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.