Mi. Okt 16th, 2019

Matzes Dampfer Ecke ♥

Bunt gemixter Blog zum dampfen und zu anderen Themen.

Alles ist Gift

6 min read

Alles ist Gift, denn: Sola Dosis venenum facit – allein die Menge macht das Gift (Paracelsus). Weiser Mann dieser Paracelsus. Nach den drei Artikeln zur Erweiterung der Liste für potenzielle Schadstoffe in Tabak- und artverwandten Produkten, die übrigens gut ankamen (Danke dafür), habe ich mir natürlich auch die Backlinks angeschaut die aus verschiedenen Foren kamen und mit Neugier die Kommentare dort verfolgt. Dabei ist mir aufgefallen das der eigentliche Grund diese Artikel zu veröffentlichen gar nicht so wahrgenommen wurde wie beabsichtigt. Davon zeugten einige der Überschriften und Reaktionen.

Es ging mir eigentlich darum aufzuzeigen das der Begriff “schädlich” oder die Bezeichnung “Gift” vollkommen überbewertet wird und was noch viel schlimmer ist, in der Debatte um die E-Zigarette inflationär genutzt wird. Leider nicht nur von den Dampfgegnern, nein auch von den Dampfern selbst. Wenn man die “Szene” genauer beobachtet (und das tue ich aus ureigenem Interesse) und irgendwo auf der Welt und sei es an einer Forschungseinrichtung die zuvor nur die Kausalität von Zuckerwatte und schwarzen Löchern untersucht hat, ein Stoff als eventuell, (könnte möglich sein, vielleicht in hundert Jahren usw.) “schädlich” kennzeichnet dann passiert was? Jepp! Genau, ein Aufschrei geht durch die Online-Dampferwelt. Ich sage bewusst Online-Dampferwelt, weil die 90 % der Dampfer da draußen interessiert das eher weniger. Die kaufen ihre Pods und gut ist. Die interessiert auch nicht ob Big T den “Dampfermarkt” dominiert, denn das machen sie längst während manche noch darüber fabulieren ob Big T den Markt übernehmen will… aber das ist ein anderes Thema. Wenngleich beide Themen die gleiche Lehre im Gepäck haben, nämlich die das man sich manchen Realitäten stellen muss. Dazu gehört auch das es nichts auf dieser weiten Welt gibt das tatsächlich “unschädlich” ist. Gibt es nicht, hat es nie gegeben und wird es nie geben. Punkt.

Das das Spiel mit der Angst gut funktioniert ist uns ja oft genug bewiesen worden. Und nur, weil es so gut funktioniert wird es so gern eingesetzt. Was aber immer dabei vergessen wird, ist das die meisten dieser Panikwellen, die uns in den letzten Jahren überrollt haben, jeglicher und ich meine tatsächlich jeglicher Grundlage entbehren. Wer erinnert sich nicht an die Acrylamid-Panik, die tatsächlich dazu geführt hat, das der Umsatz in der Fastfood Branche spürbar zurückgegangen ist, hauptsächlich im Pommes Sektor. Als ob Acrylamid nicht auch im Patty oder den gerösteten Buns vorkommt. Seitdem der Mensch sein Essen auf Feuer zubereitet nimmt er Acrylamid zu sich. So einfach. Die krebserzeugende Wirkung wurde bei Tierversuchen festgestellt bei denen den armen Tierchen soviel von dem Zeug in den Hals gestopft wurde, das man als Mensch um äquivalente Mengen zu sich zu nehmen einen verkohlten riesigen Grill sauber leckem müsste und das 7 Tage die Woche….

Hat jemand vielleicht bei seinem letzten Spaziergang durch eine Kleingartenkolonie irgendwelche Warnschilder gesehen die vor hochgiftigen grünen Bohnen gewarnt hätten? Nein nicht? Komisch das Phasin das in 5 rohen grünen Bohnen enthalten ist, könnte theoretisch ausreichen, um ein Kleinkind zu töten….

Ich suche auch immer die Warnhinweise auf der Kaffeemarke meines Vertrauens. Eine Tasse davon enthält über 1000 Chemikalien. 12 davon sind in Tierversuchen als karzinogen eingestuft worden….

Genauso gewundert habe ich mich als ich unlängst in einem Supermarkt Maniok Knollen entdeckte auch ganz ohne Warnhinweise für europäische “Erstbenutzer”, die Knolle enthält hohe Mengen an Zyanid und kann nur gekocht bedenkenlos verzehrt werden….

Das beste Beispiel überhaupt kommt aber aus der “Dampferwelt” da wird Juul in einer Studie der Yale Universität vorgeworfen sie verwenden “gefährliche” Aromen in ihren Pods, wer hätte es gedacht und  OH GOTT z. Bsp. VANILLIN ist doch reizend für die Atemwege. Böse Juul. Ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen das seitdem etliche Nutzer der Juul auf die Vanille Pods oder Creme Brulée verzichten. Wahrscheinlich reicht es da schon das Yale draufsteht… Der Verzicht wäre im übrigen vollkommen grundlos . Um auf die Belastung mit Vanillin zu kommen die als unbedenklich gilt, nämlich 10 mg/m3 (AGW-Wert) müsste man 7 Pods/ Tag konsumieren. Selbst wenn jemand das schafft, was nahezu unmöglich ist, bewegt er sich noch in einem Bereich, der bei einer Langzeitexposition als unbedenklich gilt! Der Schwellenwert von Vanillin liegt bei 100 mg/m3 (für die Gesundheit bedenklich) das würde bedeuten man müsste 70 Pods/Tag konsumieren!

Tatsache ist das unzählige Chemikalien in entsprechend hohen Dosen an (wieder mal) Tiere verfüttert karzinogen wirken. Die pure Aussage ein Stoff sei krebserregend oder irritiere bzw. schädige die Atemwege, ist nichts wert. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte sogar, das alle Studien die nicht auf realen Vergleichswerten aufbauen wertlos sind. Ein tatsächliches Risiko muss nach seiner realen Größe eingeschätzt werden können und nicht nach einer “eventuellen” oder postulierten  Gefahr. Womit wir wieder bei Paracelsus landen. Giftigkeit ist immer eine Frage der Dosis!

 

🙂 bis die Tage

 

 

 


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3 thoughts on “Alles ist Gift

  1. einer der besten Artikel, die ich in den letzten Monaten zu lesen bekam!
    Leider haben wir alle uns mit einzelnen “Giftwarnungen” ins Bockshorn jagen lassen…..man forderte selbst strengste Regulierung aller Inhaltsstoffe vom Gesetzgeber ????
    Bin auch drauf reingefallen…bis man mal den eigenen Kopf/Verstand ordentlich zurechtgerückt hat:
    “Ääääh…ähem……Nikotin gilt doch schon als “tödliches Gift” bei Langzeitkonsum – warum wollen die nu andere Inhaltsstoffe sicher haben???”

  2. Leider werden in vielen Studien (auch von “renommierten” Instituten / Unis) leider mit Absicht (dies unterstelle ich mal ) einiges an methodischen Fehlern, systematischen Fehlern gemacht.
    Allerdings ist viel in gewisser Weise im heutigen wissenschaftlichen Betrieb (und in US of A) noch ausgeprägter:
    theatralische Forschung wird gefördert und bringt einen Karriereschub, richtige Forschung geht unter.
    Teils werden Arbeiten danach bewertet, wie oft diese zitiert werden. Ist auch ok, wenn es z.B.: vom International Journal of Impotence Research (gibts wirklich) aufgegriffen wird. Oder von der B…-Zeitung, hier wird es dann definitiv unwissenschaftlich. Viele Forschungsleiter aus Amerika verweisen ganz offen mit der Zahl der Zitationen, nur wenn man da mal nachschaut (googelt) sind einige eher über Zeitungsmeldungen entstanden. Und dafür sind natürlich aktuelle, reisserische Themen wichtig.

    In einigen Themengebieten ist eine Definition der Wissenschaft (sie muss wertfrei und ergebnisoffen forschen) hintenübergefallen. Und dann kommt noch eine etwas unwissenschaftliche Ausdrucksweise zu tragen, schon hat man die neusten Erkenntnisse zu “an was wir demnächst alle elendiglich verrecken”. Klingt interessanter als: Vanillin kann in, im realen Leben nicht relevanten Dosen, problematisch bei Inhalation wirken.
    Aber hier kann man jetzt schon sagen, Yale wird bei der schon bestehenden Aromastoffdebatte in USA ganz vorne mitmischen, und einiges an Forschungsgeldern von FDA oder Anti-Vaping Organisationen bekommen.

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