Fr. Nov 22nd, 2019

Matzes Dampfer Ecke ♥

Bunt gemixter Blog zum dampfen und zu anderen Themen.

Sucralose ⁉️

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Gestern kamen einige Videos “auf den Markt” die sich mit der BfR-Stellungnahme Nr. 012/2019 zu evtl. vorhandenen Risiken bei der Erhitzung von Sucralose beschäftigen. Nun gut die Stellungnahme ist aus dem April diesen Jahres und hat wohl erst Eingang in die Dampferwelt gefunden, nachdem einem bewusst geworden ist, das Sucralose auch in Liquids Verwendung findet und dort auch entsprechend erhitzt wird.

Kontrovers diskutiert wurden die Videos von VSI und Dampfer Girl.


 

Auslöser war ein  Statement von Prof. Bernd Mayer im EDF gedacht als Antwort auf eine User Frage:

Ohne Emissionsanalysen lässt sich die Exposition mit diesen Verbindungen nicht abschätzen. Ich rate aber einstweilen dazu Sucralose-haltige Liquids zu meiden. Die Zersetzungsprodukte sind doch einigermaßen ekelhaft. Zumindest sollten die Hersteller verpflichtet werden, den Sucralosegehalt ihrer Liquids und Aromen zu deklarieren, damit man weiß, woran man ist und selbst entscheiden kann. Als Konsument würde ich die Händler diesbezüglich unter Druck setzen.

Das hat Wellen geschlagen, wobei ich mich an alle wende die sich darüber echauffiert haben, das der Professor einstweilen von der Benutzung Sucralose-haltiger Liquids abrät. Was gibt es an der Aussage nicht zu verstehen oder vielmehr was gibt es daran zu kritisieren? Das ist die Antwort, die ich als Laie von einem Wissenschaftler erwarte. Das Risiko ist nach momentanem Stand der Forschung nicht wirklich abschätzbar, also erstmal drauf verzichten! Ist doch relativ simpel. Es ist mir persönlich doch lieber, ich werde gewarnt anstatt immer von Friede, Freude, Eierkuchen auszugehen.

Tatsache ist das bei der Erhitzung von Sucralose Chlororganische Verbindungen entstehen. Deren Schädlichkeit liegt bei weitem über allem was man bis jetzt in “Dämpfen” tatsächlich gefunden oder auch hineingedichtet hat. Tatsache ist aber auch das bis dato niemand sagen kann wie viel von diesen Verbindungen in der Lunge ankommt. Ganz einfach, weil es dazu noch keine Erhebungen/Studien gibt, respektive niemand danach gesucht hat. Die vielerorts geäußerte Aussage, da ist nix drin, hätte man ja schon längst gefunden ist allerdings auch Blödsinn. Studien oder Tests zu irgendwelchen Stoffen sollte man sich nicht als “Breitbandscreening” vorstellen. Wenn man nicht speziell nach einer Verbindung sucht ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass sie gefunden wird. Also die vollkommen sorglose Entwarnung auf Grundlage dieses Arguments, wie sie bereits aus einigen Quellen betrieben wird, ist auch nicht unbedingt der richtige Weg. Das Problem des fehlenden Nachweises, bzw. der Nichtexistenz wird sich definitiv ändern. Erstens werden sich die Anti-Dampfer darauf stürzen und zweitens hat der VDEH, wenn ich das richtig verstanden habe, eine Studie (bzw. Emissionsanalyse) in Auftrag gegeben. Also wird es in absehbarer Zeit Ergebnisse geben. Da es sich beim Vorkommen der hochtoxischen Chlororganischen Verbindungen aber bereits jetzt um Tatsachen handelt, würde ich persönlich, ebenso wie der Professor, zum Verzicht raten. Mittelfristig wird auf Grundlage der kommenden Studien, bei Nachweis irgendwelcher Belastungen wahrscheinlich eh ein Verbot im Raum stehen. Und das wäre doch auch in unserem Sinn, denn Harm Reduction steht doch noch immer im Vordergrund, oder?

 


Nachtrag vom 09.09.2019

Das es noch keine Erhebungen dazu gibt, ist falsch, nach gründlicher Recherche habe ich zumindest 2 Studien gefunden die sich mit dem Thema speziell in Verbindung mit Dampfen/E-Zigaretten beschäftigen.

Sucralose-Enhanced Degradation of Electronic Cigarette Liquids during Vaping veröffentlicht 05/2019/ Portland State University

Übersetzung des einleitenden Textes:

Elektronische Zigarettenflüssigkeiten (E-Flüssigkeiten) mit Süßstoffzusätzen wie Sucralose, einem synthetischen Chlordisaccharid, sind bei einigen E-Zigarettenkonsumenten beliebt. Sucralose kann entweder vom Hersteller oder vom Verbraucher zugesetzt werden. Die Prävalenz von Sucralose in kommerziellen E-Liquids ist nicht bekannt, ebenso wenig wie die typische Konzentration von Sucralose, falls vorhanden; Etiketten sind nicht erforderlich, um Informationen über Inhaltsstoffe preiszugeben. Hier berichten wir über die Auswirkungen von Sucralose auf den Abbau von E-Flüssigkeiten beim Verdampfen von E-Zigaretten, die unter Verwendung von 1H-NMR-Spektroskopie, Ionenchromatographie und Gaschromatographie in Verbindung mit der Detektion durch Massenspektrometrie oder Flammenionisationsdetektor untersucht wurden. Es wurde festgestellt, dass Sucralose einem Abbau unterliegt, wenn sie in e-Flüssigkeiten auf Propylenglykol- + Glycerinbasis enthalten und verdampft ist. Das Vorhandensein von Sucralose in den E-Flüssigkeiten führte auch zu einem veränderten und verstärkten Lösungsmittelabbau. Insbesondere wurde die Produktion von Aldehyden (Carbonylen) und Halbacetalen (die Auswirkungen auf die Gesundheit haben) gesteigert, wie durch 1H-NMR gezeigt wurde. Das Vorhandensein von Sucralose mit 0,03 Mol-% (0,14 Gew .-%) in einer E-Flüssigkeit führte auch zur Bildung potentiell schädlicher Organochlorverbindungen und katalysierte die Cyclisierung von Aldehyden mit Lösungsmitteln zu Acetalen beim Verdampfen; Das Vorhandensein von Chlorid in E-Liquid-Aerosolen wurde durch Ionenchromatographie bestätigt. Mengen von Sucralose von nur 0,05 Mol-% (0,24 Gew .-%) in E-Flüssigkeiten führen zu einer signifikanten Produktion von Lösungsmittelabbauprodukten.

sowie

Toxic emissions resulting from sucralose added to electronic cigarette liquidsveröffentlicht 08/2019/ Virginia Commenwealth University

Übersetzung des einleitenden Textes:

…Sucralose ist ein künstlicher kalorienfreier Süßstoff, der einigen ECIG-Flüssigkeiten zugesetzt wird. In dieser Studie untersuchten wir die Giftstoffe, nämlich Isomere von Chlorpropanolen, die bei der Aerosolierung von Sucralose-haltiger ECIG-Flüssigkeit entstehen können. Ein analytisches Trennverfahren, das auf Festphasenextraktion (SPE) beruht, um Chlorpropanole aus der Propylenglykol / Glycerin-Matrix zu isolieren, wurde entwickelt. Die Chlorpropanole wurden dann durch Silylierung derivatisiert, bevor sie mittels GC-MS analysiert wurden. Der Einfluss verschiedener ECIG-Betriebsbedingungen auf die Erzeugung von Chlorpropanolen wurde durch Variation des ECIG-Gerätedesigns und der Ausgangsleistung sowie der Sucralosekonzentration der Flüssigkeit untersucht. Erhitzte Sucralose-haltige ECIG-Flüssigkeiten produzieren zwei toxische Verbindungen, die in den resultierenden Aerosolen enthalten sind. Die beiden unter allen Bedingungen nachgewiesenen Chlorpropanole 3-Monochlor-1,2-propandiol (3-MCPD) und 1,3-Dichlorpropanol (1,3-DCP) korrelierten signifikant mit dem Gehalt an flüssiger Sucralose…

Auch Professor Bernd Mayer hat sich noch einmal auf seinem Facebook Account ausführlicher geäußert.

Abschließend bleibt zu sagen das jeder für sich selbst entscheiden muss, ob oder ob er nicht zu Sucralose-haltigen Liquids greift, wenn er es denn überhaupt rausbekommt. Was da in den sozialen Medien abgeht, ist jedenfalls Kindergarten pur!

🙂 Bis die Tage


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