MDR die zweite…

4.7
(13)

Damit der geneigte Leser, sollte er diesen Artikel gesehen haben, sich nicht verwundert die Augen reibt, ist ein kurzer Kommentar vonnöten. In o.g. Artikel habe ich moniert, dass der MDR offensichtlich Ergebnisse einer Studie beabsichtigt oder unbeabsichtigt vollkommen falsch kommuniziert hat. Als Beispiel stand folgendes Zitat im Raum:

Vier Monate lang mussten die Mäuse mit den E-Zigaretten leben. Umgerechnet auf ein Menschenleben entspricht das der Zeit vom Teenageralter bis zum fünften Lebensjahrzehnt, so die Forscherinnen. Wer so lange raucht, erhöht sein Risiko, an einem Lungenemphysem zu erkranken, deutlich. Und das war auch das Ergebnis: Mäuse, die E-Zigaretten-Dämpfen mit Nikotin und Lösungsmitteln ausgesetzt waren, zeigten schwere Lungenschäden und übermäßige Entzündungen, ähnlich wie bei menschlichen Rauchern mit Emphysem.(Quelle: MDR)

Was passierte weiter?

Einige Leser scheinen sich über den Unsinn, den die Redaktion verzapft hat, aufgeregt zu haben, vollkommen zu Recht. So auch ein Leser meines Blogs. Er antwortete mir folgendes auf die Bitte alle Leser auf dem Laufenden zu seiner Beschwerde beim Presserat zu halten (nachzulesen bei den Kommentaren):

Der Presserat hat darauf hingewiesen, dass sie für die öffentlich-rechtlichen Medien nicht zuständig sind und an die zuständigen Landesmedienanstalten verwiesen. Zeitgleich hatte ich die Redaktion Wissen vom MDR angeschrieben … die haben Korrekturen an dem Artikel vorgenommen, dass er jetzt eher der Studie entspricht … mögliche Schädigung der Immunfunktion der Lunge durch abnormale Lipidproduktion, was zu einer verzögerten Immunreaktion und größerer Zellschädigung im Falle z.B. einer Grippe führen kann … wie alltagstauglich eine derartige Studie ist, kann ich nicht beurteilen.
Trotzdem bleibt der tendenziöse Grundton des Beitrags erhalten … kein Wort dazu, dass die möglichen Schädigungen oder eher Beeinträchtigungen im Vergleich zum Tabakrauch wesentlich geringer sind … Stichwort “harm reduction”

 

Schaut man jetzt unter verlinkten Quelle nach, liest sich das so:

Vier Monate lang mussten die Mäuse mit den E-Zigaretten leben. Umgerechnet auf ein Menschenleben entspricht das der Zeit vom Teenageralter bis zum fünften Lebensjahrzehnt, so die Forscherinnen. Wer so lange raucht, erhöht sein Risiko, an einem Lungenemphysem zu erkranken, deutlich. Und das war auch eines der Ergebnisse: Mäuse, die Zigaretten-Qualm ausgesetzt waren, zeigten schwere Lungenschäden und übermäßige Entzündungen, ähnlich wie bei menschlichen Rauchern mit Emphysem. (Quelle: MDR)

Ganz abgesehen davon das die Änderung offensichtlich lieblos reingeklatscht wurde, ergibt sie wenig bis gar keinen Sinn. Zumindest nicht, wenn man sie in einen Kontext zum Rest setzt. Außerdem wurde sie in keiner Weise gekennzeichnet. Weder als Änderung noch als Richtigstellung. Ich bin also gezwungen darauf hinzuweisen, wenn ich meinen alten Artikel nicht löschen will. Und das, weil sich mal wieder nicht an den Pressekodex gehalten wird.

(1) Für den Leser muss erkennbar sein, dass die vorangegangene Meldung ganz oder zum Teil unrichtig war. Deshalb nimmt eine Richtigstellung bei der Wiedergabe des korrekten Sachverhalts auf die vorangegangene Falschmeldung Bezug. Der wahre Sachverhalt wird geschildert, auch dann, wenn der Irrtum bereits in anderer Weise in der Öffentlichkeit eingestanden worden ist.

(2) Bei Online-Veröffentlichungen wird eine Richtigstellung mit dem ursprünglichen Beitrag verbunden. Erfolgt sie in dem Beitrag selbst, so wird dies kenntlich gemacht.

Trotzdem schön zu sehen, dass der Einspruch von Lesern irgendetwas bringt und nicht immer ungehört verhallt.

Und weil nicht jeder bis unten durchliest, hier der Kommentar von Vaping Falconer:

Der interessanteste Kommentar zu dieser Studie aus der Wissenschaftswelt ist meiner Ansicht nach dieser:

“This will be helpful to doctors who are consulted by mice thinking of moving into a cage full of smoke or vapour for the rest of their lives.”
(“Dies wird hilfreich für Ärzte sein, die von Mäusen konsultiert werden, die darüber nachdenken für den Rest ihres Lebens in einen Käfig voller Rauch oder e-Zigaretten-Dampf einzuziehen.”)
Zitat von Prof John Britton, Director of the UK Centre for Tobacco & Alcohol Studies, University of Nottingham.

 

🙂 Bis die Tage

 

 


Wie nützlich oder unterhaltsam war der Beitrag?

Klick

Schade das es dir nicht gefallen hat.

Hilf mir es besser zu machen. PS dein Rating wird auch ohne Feedback gezählt.

2 Kommentare

  1. Der interessantesten Kommentar zu dieser Studie aus der Wissenschaftswelt ist meiner Ansicht nach dieser:

    “This will be helpful to doctors who are consulted by mice thinking of moving into a cage full of smoke or vapour for the rest of their lives.”
    (Übersetzt von mir: “Dies wird hilfreich für Ärzte sein, die von Mäusen konsultiert werden, die darüber nachdenken für den Rest ihres Lebens in einen Käfig voller Rauch oder e-Zigaretten-Dampf einzuziehen.”)
    Zitat von Prof John Britton, Director of the UK Centre for Tobacco & Alcohol Studies, University of Nottingham.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.