So. Nov 17th, 2019

Matzes Dampfer Ecke ♥

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Das Ding mit den Zahlen

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Das Ding mit den Zahlen…

Heute keine Presseschau, ist auch nicht wirklich nötig, vergleichsweise ruhig. Einzig die Bild übertreibt mal wieder , fasst aber in nur einem Artikel den kompletten Bullshit der letzten Woche zusammen. Sie titelt:

Müßig zu erwähnen das allein die Formulierung Quatsch ist, “900 Verletzte durch die E-Zigarette”. Akkuträger im Thorax? Verdampfer im Gaumensegel? Drip Tip zwischen den Schneidezähnen? Viel schwerer wiegt allerdings das sie mal wieder maßlos übertreiben, was die Zahlen angeht. Gut da herrschte in der letzten Woche allgemein etwas Verwirrung. Einer sprach von 380 Fällen und 6 Toten. Der nächste von 530 und 7 Toten. Die Bild in dem Fall von 900 und 8 Toten.

Tatsache ist, natürlich hat die Bild sich das nicht ausgedacht, sondern einfach eine dpa Meldung verwurstet. Das bedeutet wiederum das uns diese Meldung in den nächsten Tagen noch häufiger begegnen wird, also die Zahlen. Die besagte dpa Meldung bezieht sich nicht auf die offiziellen Fallzahlen des CDC, sondern auf einen, nennen wir es mal Leserbrief, veröffentlicht im New England Journal of Medicine am 20.09.19.

In diesem Brief führen  Yulin Hswen, M.P.H., Sc.D. und John S. Brownstein, Ph.D. folgendes aus (Übersetzung):

In den USA zeichnet sich eine Zunahme der Fälle schwerer Lungenerkrankungen im Zusammenhang mit der Verwendung von elektronischen Zigaretten (E-Zigaretten), auch Vaping genannt, ab. Zu den klinischen Symptomen gehören Kurzatmigkeit, Husten, Brustschmerzen und gastrointestinale Symptome von Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Diese Fälle stellen angesichts der zunehmenden Beliebtheit und des weit verbreiteten Einsatzes von E-Zigaretten, die als sicherere Alternative zum Rauchen vermarktet werden, eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar.
Abbildung 1. Bestätigte und vermutete Fälle von vapingassoziierter Lungenerkrankung in den USA.

Dieser Bericht bietet einen integrierten Überblick über den Ausbruch der dampfbedingten Lungenerkrankung seit Ende Juli 2019. Wir haben Online-Informationen aus verschiedenen Quellen gesammelt, darunter Nachrichtenaggregatoren, Augenzeugenberichte und validierte offizielle Warnmeldungen, und die Daten nach Krankheitsfall, Ort und Zeit kuratiert und klassifiziert. Abbildung 1 zeigt die Gesamtzahl der bestätigten und vermuteten Fälle schwerer Lungenerkrankungen, die im Laufe der Zeit in den Vereinigten Staaten aufgetreten sind. Die ersten 8 Verdachtsfälle wurden von unserem Online-Mining-Tool (www.HealthMap.org.) am 25. Juli 2019 in Wisconsin entdeckt. Bis zum 28. August wurden insgesamt 119 bestätigte und vermutete Fälle in 16 Staaten festgestellt. Die Anzahl der Fälle hat sich bis zum 6. September 2019 mehr als verdoppelt und erreichte insgesamt 288 Fälle in 28 Staaten. Bis zum 11. September haben sich die Fälle fast verdreifacht auf 522, die 39 Staaten und die U.S. Virgin Islands umfassen. Bis zum 20. September 2019 identifizierten wir in 45 Staaten und auf den U.S. Virgin Islands insgesamt 908 Fälle von dampfassoziierten schweren Lungenerkrankungen – 495 bestätigte Fälle und 413 Verdachtsfälle. Illinois hatte mit 82 Fällen die höchste Fallzahl, gefolgt von Kalifornien mit 81 Fällen und New York mit 74 Fällen. Insgesamt 8 Todesfälle wurden in Kalifornien, Kansas, Illinois, Indiana, Minnesota, Oregon und Missouri festgestellt. Diese Ergebnisse verdeutlichen die sich abzeichnende Epidemie, obwohl die Ausweitung der Falldefinitionen wahrscheinlich zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Belastung durch diese Krankheit führt, die dem ersten dokumentierten Fall im Juli 2019 vorausging.

Die endgültige pathologische Ursache dieser Lungenerkrankungen bleibt unbekannt. Mögliche Ursachen sind die Aerosolisierung von Aromastoffen aus E-Zigarettenflüssigkeiten, die Verfälschung von Geräten mit Ölen auf Tetrahydrocannabinol-(THC)-Basis oder Vitamin E sowie die Verwendung von Schwarzmarkt-Vaping-Produkten. Die Ergebnisse aus diesem Bericht deuten darauf hin, dass die mit Dämpfen verbundenen Lungenerkrankungen epidemische Ausmaße erreicht haben. Die Zahl der Vorfälle nimmt weiter zu. Eine weitere Überwachung ist erforderlich, um die Entwicklung und Ausbreitung dieses dampfbedingten Ausbruchs zu überwachen.

Die Zahlen wurden also auf der Grundlage der Erhebungen eines Data- Mining Tools gewonnen und haben nichts mit den Zahlen zu tun, die offiziell an die CDC gemeldet wurden. Data Mining Tools sind Programme, die in der Lage sind große Datensätze zu verwerten. Hier kam wahrscheinlich eine Clusteranalyse (Identifiziert Häufungen von Ähnlichkeiten und bildet danach Gruppen von Objekten, die sich hinsichtlich bestimmter Aspekte stärker ähneln als andere Gruppen) in Verbindung mit einer Prediktiven Analyse( Eigentlich eine übergeordnete Aufgabe, die darauf abzielt, Vorhersagen über Zukunftstrends zu treffen) zum Einsatz. Inwieweit die Zahlen auf Grundlage ihrer Gewinnung Aussagekraft haben ist fraglich. Tatsache ist, aber das hier von 495 bestätigten Fällen die Rede ist. Das deckt sich weitestgehend mit den letzten aktuellen Zahlen des CDC. Nur rechnet das CDC nicht unbestätigte Verdachtsfälle dazu. So kommt diese hohe Zahl zustande. Es ist anzunehmen das unsere Pressevertreter die Unterscheidung nicht vornehmen werden und uns deswegen immer höhere Zahlen ins Haus stehen, da das Data Mining weiterläuft…

 

Bis die Tage


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