Stern-die Entzauberung der E-Zigarette

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Stern, die Entzauberung der E-Zigarette

Normalerweise ist das Jahresende ja die Zeit der Besinnlichkeit, der stillen Einkehr und ggf. auch die Zeit in der man Fehler leichter eingesteht. Sollte man meinen. Nicht so im “Stern”! Der titelt:

Jahresrückblick – Analyse

Tote und Hunderte Kranke – Die Entzauberung der E-Zigarette

E-Zigaretten sollten das Ende der Tabak-Ära einleiten. Doch dann häuften sich Krankheits- und Todesfälle in den USA. Ein Skandal, der vor allem eines zeigt: Wer gänzlich ohne Risiko leben will, muss verzichten.

Schon nach dem “Genuss” der ersten 2 Zeilen beschlich mich die Ahnung, das Analphabetentum mitunter ein Segen sein kann und – VORSICHT SPOILER – der Eindruck änderte sich auch bis zum Ende des Artikels nicht mehr.  Nicht nur das die Autorin von einer vollkommen falschen Prämisse ausgeht, nämlich jener das die Benutzer der “E-Zigarette” risikofrei  leben wollen (risikoärmer wäre richtiger). Viel schlimmer ist das sie die Krankheits- und Todesfälle als Skandal bezeichnet. Ein Skandal war der Umgang der öffentlichen Stellen und der Presse mit den Tatsachen. Ein Skandal waren die für Auflage und Klicks ausgeschlachteten Einzelschicksale. Die Opfer von irgendwelchen Drogendealern und/oder anderen Kriminellen als “aufsehenerregendes Ärgernis” (nichts anderes bedeutet Skandal nämlich) zu bezeichnen, das ist noch mal eine andere Hausnummer!

Die Branche steht angesichts der Krankheits- und Todesfälle in diesem Jahr vor einem Glaubwürdigkeitsproblem: Der Markt und die Fülle an Zusatzstoffen sind unübersichtlich und schwer zu erforschen.

Die Branche würde dieses Problem nicht haben, wenn die Presse ihren Job vernünftig machen würde. Denn richtig ist, nicht der verwendete Gegenstand war krankheitsverursachend oder tödlich, sondern die Art der Verwendung. Oder können sie sich folgende Schlagzeile vorstellen?

Tote und Hunderte Kranke – Die Entzauberung der Trittleiter

Trittleitern sollten das Ende der Räuberleiter einleiten. Doch dann häuften sich die Krankheits- und Todesfälle in Deutschland. Ein Skandal, der vor allem eines zeigt: Wer gänzlich ohne Risiko leben will, kommt nicht mehr an´s Regal.

Hört sich schräg an? Das würde so niemand schreiben oder gar glauben? Und trotzdem ist es dasselbe. Statistisch gesehen sterben jährlich mehr als hundert Menschen allein in Deutschland bei der Benutzung von Leitern. Kommt deswegen auch nur ansatzweise jemand auf die Idee den Leitern die Schuld in die Schuhe zu schieben? Denken sie mal darüber nach!

Hinzu kommt: Es fehlt an Langzeitdaten zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen der Geräte. Ob und wie viel Schaden die Verdampfer nach zehn oder 20 Jahren Dauernutzung in Lunge und Körper anrichten, ist aktuell nicht abzusehen.

Unsinn, es gibt genügend belastbare Studien zum Thema. Wenn man nur etwas Zeit in die Recherche investieren würde, wäre das auch klar. Außerdem verliert das Argument jährlich an Bedeutung. Es gibt mittlerweile unzählige Dampfer die seit 10 oder mehr Jahren diese weniger schädliche Alternative benutzen. Schaut man sich dieses “Totschlagargument” der letzten Jahre mal etwas genauer an, fällt auf, dass die geforderten Zeitspannen immer länger wurden. Hieß es zu Anfang der 2010-er Jahre noch, das Phänomen wäre zu jung, man müsse schon 5 Jahre abwarten um genaueres sagen zu können, wurden aus den 5 Jahren 10 dann 15 jetzt 20. Aber anyway das Jahrhundert hat ja noch gut 80 Jahre übrig.

🙂 Bis die Tage

 

Stern, die Entzauberung der E-Zigarette

 

 

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