Warnung von den Augsburgern

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Warnung von den Augsburger “Profis” – WTF

Wenn Eltern E-Zigaretten rauchen: Dampf reizt Haut von Kindern…

So titelt die Augsburger Allgemeine Zeitung am 31.12.2019. Öfter mal was Neues, nach den verschiedensten “Giften” in variabler Dosierung, irgendwelchen Fantasie-Partikeln, Popcorn-Lungen verursachenden Zusätzen und Kinderlein verführender Aromen, kommt jetzt das neueste: Passivdampfen schadet der Haut! Ja richtig gelesen.

Eltern sollten vor ihren Kindern keine E-Zigaretten rauchen. Sie enthalten nicht nur wie normale Zigaretten Nikotin, sondern auch andere gefährliche Stoffe.

Acetaldehyd und Acrolein reizen demnach beispielsweise Haut und Schleimhäute von Kindern und schaden den Flimmerhärchen in den Atemwegen. Mit E-Zigaretten wird Dampf erzeugt, der aus winzigen Flüssigkeitspartikeln besteht. Diese können besonders tief in die Atemwege von Kindern eindringen und sich dort ablagern.

Nicht nur das die Formulierung im ersten Zitat äußerst unglücklich gewählt ist und den Eindruck vermittelt die normale Zigarette enthalte nur Nikotin, die Dampfe hingegen “auch andere gefährliche” Stoffe, frage ich mich wie beim “Passivdampf”, denn um nichts anderes kann es ja hier gehen, die vermeintlichen Partikel tief in die Lungen von Kindern eindringen können, wenn sie den Dampf nicht selbst inhalieren? Nicht falsch verstehen ich finde Rauchen genau wie Dampfen in der Gegenwart von Kindern unverantwortlich. Bei ersterem der Gesundheit wegen, beim zweiten wegen der Vorbildwirkung. Aber die Autoren versuchen hier wieder einmal auf dem Rücken der Kinder ihren Kampf gegen die Dampfe auszufechten.

Nun ist es tatsächlich so das beim Dampfen Acetaldehyd und Acrolein entstehen. Und es entspricht auch den Tatsachen das beide Verbindungen Haut und Schleimhäute reizen, jedoch ist die Menge entscheidend! Beim Verbrauch von 5 ml Liquid entstehen etwa 50 µg Acetaldehyd, bei einem Grenzwert von 500 µg in 8 Stunden, und 60 µg Acrolein, bei einem AGW (Arbeitsplatzgrenzwert zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz, bei der eine akute oder chronische Schädigung der Gesundheit der Beschäftigten nicht zu erwarten ist.) von 1000 µg in 8 Stunden. (Vorgaben zu den Grenzwerten: Umweltbundesamt). Wir reden hier also von gesundheitlich irrelevanten Mengen!

Die im Artikel wohl absichtlich so dargestellte angebliche Ablagerung von Flüssigkeitspartikeln tief im Lungengewebe ist natürlich Unsinn. Die Formulierung soll den Eindruck erwecken, das feste Partikel beim Dampfen eine Rolle spielen und sich entsprechend in der Lunge ablagern, so wie das zum Beispiel beim Tabakrauch der Fall ist. Dieser enthält tatsächlich feste Partikel, die bei der Verbrennung entstehen und sich im Zuge der Inhalation im Lungengewebe ablagern. Anders beim Dampfen. Die im Dampf enthaltenen Flüssigkeitspartikel haben die Größe von Flüssigkeitströpfchen die denen von atmosphärischem Nebel gleichen und diese  lösen sich anders als die festen Partikel in Tabakrauch bei Kontakt mit dem Gewebe rasch auf, es kommt also zu keinerlei “Ablagerung”.

Noch besser allerdings ist die letzte Aussage im Faktencheck-Slider am Ende des Artikels.

Gestritten wird vor allem darum, ob E-Zigaretten ein Genußmittel sind oder – wegen des Nikotins – ein Arzneimittel.

Stimmt, neulich in der Apotheke hatte ich auf meinem Rezept auch 5 Schachteln Pall Mall, wie konnte ich das nur vergessen!

🤬 Bis die Tage.

 

 

 


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2 Kommentare

  1. “Gestritten wird vor allem darum, ob E-Zigaretten ein Genußmittel sind oder – wegen des Nikotins – ein Arzneimittel.”

    Es ist tatsächlich so:
    Viele Aktivisten kämpfen dafür, tabakfreie Zigaretten für Erwachsene als neue Nikotinersatztherapie für entwöhnwillige Patienten einzustufen.
    E-Zigaretten wären sogar besser als Nicorettepflaster und – Kaugummi schreiben sie immer wieder voller Überzeugung.
    Sie stellen allen Ernstes selbst E-Zigaretten mit Nikotinersatzprodukten gleich und haben das noch nicht einmal bemerkt.
    Ihnen ist entgangen, das mit Nikotinersatzprodukten selbstersvtändlich alle das Nikotinwolken inhalieren entwöhnen musten und zwar SPÄTESTENS nach 9-12 Monaten.
    Das hat die letzten 15 Jahre fast niemand gemacht……

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