Im 10. Jahr Dampfen (Teil 2)

4.7
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Im 10. Jahr Dampfen (Teil 2)

Alle bisherigen Artikel der Serie auf einer Seite .

Nun ist es fast 10 Jahre her, das ich mit dem dampfen angefangen habe. Oder besser gesagt ich befinde mich in meinem zehnten Jahr. Zeit zurückzublicken auf einen spannenden Teil meines Lebens. Und da ich immer noch nicht an Kurzatmigkeit, Löchern in der Lunge oder prophezeitem Hirnfraß leide, wird der Beitrag etwas länger und ist deswegen aufgeteilt in 4 Artikel (schonungslos ehrlich).😁😁

Bevor es in den Kommentaren thematisiert wird, die Bilder unter der Jahreszahl stellen immer Ereignisse dar, die ich in den entsprechenden Jahren als wichtig empfand und natürlich kann das nur ein unvollständiger Streifzug sein. Also erwähne ich die Sachen, die mir persönlich im Gedächtnis haften geblieben sind.


Im 10. Jahr Dampfen (Teil 2) 2013

Der Papst tritt zurück

Die Ausarbeitung der neuen Tabakproduktrichtlinie der EU, an der schon seit einiger Zeit gearbeitet wurde, rückte in den Fokus der Dampfergemeinde. Nicht ganz unschuldig, wenn auch wohl unbeabsichtigt, förderte das DKFZ unter PöLa mit einem Statement zum Entwurf der Richtlinie das Interesse der Dampfer am Thema. Natürlich hatten viele dieses Problem schon länger auf dem Schirm. Aber die hanebüchenen Aussagen der Wissenschaftler aus Heidelberg gaben den entscheidenden Anstoß zu einer breiten Informationskampagne unter den Dampfern. Etwas was in der Folge dem DKFZ und Anhängern noch einiges an Kopfzerbrechen bereitete. Zumindest war es eines der Initial- Ereignisse die Dampfer in der Zukunft zu Astro-Turfs, Bots oder Mitgliedern von “Bezahlkommandos” machte. Der HWV ließ mich auch in diesem Jahr nicht los. Eindeutige Favoriten waren 2013 bei mir persönlich die Geräte von Innokin, da im Besonderen der iTaste 134, die Innokin Cool Fire und wegen seiner außergewöhnlichen Form die Innokin Cool Fire 2.

iTaste 134
Cool Fire 1
Cool Fire 2

Um beim DKFZ zu bleiben, gerade am Anfang des Jahres wurden zwei eher ältere Zitate von besagter Dr. Pötschke-Langer durch die Dampfer Community getrieben. Die stammten aus dem Jahr 2012 und fanden zeitnah nicht unbedingt Beachtung, weil sie im ersten Fall im Radio, im zweiten Fall bei einem regionalen TV-Sender ausgestrahlt wurden. Sie illustrierten aber recht eindrücklich das sich innerhalb dieser Stabsstelle etwas um 180 Grad gedreht haben musste. Es handelte sich hierbei um folgende Aussagen:

„Es wird [bei der e-Zigarette] kein Tabak verbrannt. Es ist in dem Dampf von e-Zigaretten weder Teer, Kohlenmonoxid oder auch zahlreiche andere Kanzerogene enthalten, die aus dem Rauch einer herkömmlichen Zigarette ja dieses hochgefährliche Giftgemisch machen.“(Pötschke-Langer Deutschlandradio Januar 2012)

„Die elektrische Zigarette, im Vergleich natürlich zu jeder normalen traditionellen Tabakzigarette, ist in der Tat viel viel weniger gefährlich, das können wir mit Sicherheit sagen.“ (Pötschke-Langer Telemed Rhein Neckar Fernsehen März 2012)

Diese Aussagen widersprachen aber den in diesem Jahr gerade zu explodierenden Aufkommen von “Schmähschriften” gegen die Dampfe (“Elektrische Zigaretten-ein unkontrollierbarer Versuch am Verbraucher” etc.) die aus der Ecke des DKFZ kamen. Später (2014) versuchte man sogar das Zitieren dieser Aussagen über den Umweg über das Markenrecht verbieten zu lassen, was aber nicht funktionierte. Und weil das Netz eben nichts vergisst, kann man sich das auch gern heute noch anschauen. Kurzum es war das Jahr des Schlagabtausches zwischen PöLa und der Dampfer Community im Schatten der am Horizont drohenden TPD.

Auch in diesem Jahr hielt die Watte verstärkt Einzug ins Dampferleben. Vielleicht habe nur ich das so wahrgenommen, aber ich stehe auf dem Standpunkt Watte als Medium für den Liquidtransport war eine “Erfindung” der User, nicht der Hersteller. Wo man heute nur noch Watte sieht, war früher Glasfaserschnur und die ersten Experimente das Material gegen ein anderes auszutauschen sah man in englisch- und deutschsprachigen Videos. Auch wenn mich da meine Erinnerung trügen sollte, sah man zumindest ab 2013 eindeutig mehr Männer, die in der Drogerie ein Paket Watte unter dem Arm hatten  😁. Gegen Ende des Jahres hatte ich meinen ersten Blog online gestellt, weil ich der Meinung war, es wäre an der Zeit auch mal was zu tun.


2014

Wir sind Weltmeister

Ende 2013 hatten sich die Teilnehmer des Trilogs auf eine endgültige Fassung der TPD2 zur Vorlage geeinigt. Im Januar stand die erste Abstimmung beim Committee on the Environment, Public Health and Food Safety (ENVI) zur Übersetzung und Weitergabe zur Abstimmung an. Nach Veröffentlichung der Trilog-Ergebnisse kochte die Stimmung unter den Dampfern hoch. Nachdem der Trilog Kompromiss selbst Abgeordnete des Parlaments dazu getrieben hatte im Vorfeld der Plenarabstimmung sogenannte Split Votes über die einzelnen Punkte zu beantragen um im schlimmsten Fall auf diesem Wege noch etwas ändern zu können, veröffentlichte Frau Dr. Sommer (MdEP) folgenden Text auf Facebook und bestätigte damit die vorherrschende Meinung das hier “gemauschelt” würde.

“Gestern Nachmittag hieß es dann, dass nun plötzlich am kommenden Montag in den Fraktionen darüber abgestimmt werden soll, in welcher Reihenfolge die Plenarabstimmung zur TPD erfolgen soll, also entweder zuerst die Splits und anschließend der Trilog-Kompromiss (wie üblich) oder umgekehrt. Dabei wissen natürlich alle Eingeweihten, dass bei umgekehrter Reihenfolge der Trilog-Kompromiss angenommen würde, wodurch die Splits nicht mehr zur Abstimmung kämen, denn viele Kollegen wollen mit den Splits zwar die Fehler im Kompromiss beseitigen (und gehen davon aus, dass Ministerrat und Kommission das akzeptieren würden), aber sie wollen nicht den Kompromiss als Ganzes ablehnen. Eine umgekehrte Abstimmungsreihenfolge wäre also sehr tricky.

…erscheinen die Vorgänge rund um dieses Dossier äußerst fragwürdig. Es wird gehoben und geschoben, eine falsche Rechtsgrundlage herangezogen, Verfahrensfehler wurden und werden hingenommen, wenn nicht gar bewusst eingesetzt, inhaltliche, technisch nicht umsetzbare und zu Rechtsunsicherheit führende Fehler ignoriert und wir Abgeordnete ausgetrickst. Das alles wird dominiert von der S&D-Parlamentsberichterstatterin McAvan, die nachgewiesenermaßen engste Kontakte zur Pharmaindustrie hat (welche von der TPD, insbesondere von Art. 18 zur e-Zigarette, enorm profitieren würde), von der GD SANCO und vom Ministerrat, der das EP benutzt, um Dinge durchzusetzen, die die Mitgliedsregierungen auf nationaler Ebene den Kopf kosten würden.”

Auf meinem Blog habe ich wie viele andere zu der Zeit eigentlich nur damit zu tun gehabt Falschmeldungen und Unwahrheiten zur Dampfe aus dem Weg zu räumen. Irgendwann war das alles soviel, das es schlicht nicht mehr zu schaffen war. Ein schwarzes Jahr für die Dampfer. Technisch ging es aber unvermindert weiter. Die erste Bluetooth Dampfe kam auf den Markt. Vollkommen überteuert hat sie trotzdem Abnehmer gefunden. Mich in diesem Fall allerdings nicht.

Die SMOK-iO

2015

Flüchtlingskrise 2015

Und durch war die TPD2. Noch 17 Monate bis zur Durchsetzung bzw. Umsetzung in nationales Recht. Ganz ehrlich, auch wenn man mich dafür steinigt, so dramatisch fand ich das gar nicht. Habe ich damals auch so in meinen Blog geschrieben. Nervig, ja nervig fand ich das. 10 ml Fläschchen… Aber der Rest? Maximal 20 mg/ml fand ich ausreichend, auch für Umsteiger. Die alten Hasen waren eh mit 6 oder weniger unterwegs. Die Begrenzung für fertig befüllte Pods auf 2 ml auch nichts Tragisches. Schlimmer war da der vorauseilende Gehorsam der Hersteller, selbst wenn sie tausende Kilometer  entfernt werkelten. Die haben die TPD2 nicht verstanden und das bis heute. Da wurden Mini-Verdampfer als “TPD-konform” beworben, weil sie 2ml Fassungsvermögen hatten. Es war die Geburtsstunde der unglaublich hässlichen “Bubble”-Tanks und -Gläser. Bähhh! (Sorry subjektive Meinung)

Was sich gar nicht änderte, war das Rauschen im Blätterwald. Die Ergebnisse der TPD2 waren, wenn auch einschneidend, nicht das, was die ANTZ von ihr erwartet haben. Es war eben kein VERBOT, kein verbannen in den Giftschrank. Also ging es denen nicht weit genug. Es folgte in logischer Konsequenz eine unglaubliche Medienschlacht zulasten dieser mittlerweile nachgewiesen wesentlich unschädlicheren Variante des Genusses. Man entblödete sich nicht einmal derartig plumpe Falschdarstellungen zu veröffentlichen das diese einem Zweitklässler mit durchschnittlicher Bildung aufgefallen wären. Gefühlt jeden Tag habe ich damals, genau wie etliche andere Mitblogger, Artikel gegen diesen hanebüchenen Mist veröffentlicht. Damals dachte ich noch Satire wäre ein geeignetes Mittel, um sich zur Wehr zu setzen. Eines meiner Märchen hatte es damals sogar ins Dampfermagazin geschafft. Wobei ich denke, der damalige Chefredakteur war da nicht ganz unschuldig daran 😎. Vielleicht hatten sie aber auch einfach nur noch einen weißen Fleck, den sie füllen mussten. Wer will, kann sich das hier noch einmal durchlesen . 

Mitte des Jahres hatte ich noch eine Idee. Wie wäre es, wenn man mit vielen, also wirklich vielen Stimmen direkt an die Medien herantreten könnte, um seinen Unwillen darüber Ausdruck zu verleihen, das derartig viel verdreht dargestellt wurde. Der Idee folgte ein Konzept. Eine Unterschriftensammlung, digital natürlich, wenn gewünscht auch mit kurzem Kommentar, sollte als PDF von der Aktionsseite abrufbar sein und konnte dann an die entsprechenden Redakteure weitergeleitet werden. Also direkt dahin wo es brannte. Ohne Umwege, ohne bürokratisches Getue. Es folgte der Name (bitte keine Häme, davon hatte ich zu dem Zeitpunkt schon genug zu ertragen 😁, damals war im englischen Sprachraum auch durchaus, wenn auch nicht mehrheitlich, der Begriff Steamer gebräuchlich. Wobei Vapor sich endgültig durchsetzen sollte. Dummerweise habe ich mich für Steamer entschieden, weil mir SFFP besser gefallen hatte als VFFP.) Na egal der Name war jedenfalls gefunden “Steamers for fair Press”…

Mit viel Unterstützung von Bloggerkollegen wurde das ganze auch ordentlich beworben und fing langsam zu laufen an. Obwohl die Idee eine gute war, dabei bleibe ich bis heute, ist es mir nicht gelungen, ausreichend klarzumachen das dies eben keine Petition war. War es ja auch nicht. Aber die Dampfer waren so “müde” von dem ganzen Petitions-Wahnsinn, das Unterschrift gleich Petition war. Damit war das Projekt trotz mehr als 1000 Unterschriften letztlich zum Scheitern verurteilt. Als ich dann noch von “Aktivisten” der Dampferszene dafür getadelt wurde die Aktion im Vorfeld nicht vollumfänglich abgesprochen zu haben, habe ich den Sack zugemacht und mich fast 2 Jahre aus der Szene zurückgezogen.😛 Ja damals war ich eine Mimose, heut perlt sowas an mir ab…

😁 Am Mittwoch geht es weiter mit 2016 und 2017

Im 10. Jahr Dampfen (Teil 2)

 


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