Im 10. Jahr Dampfen (Teil 3)

Im 10. Jahr Dampfen (Teil 3)

15. Januar 2020 0 Von Matthias Jung
4.6
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Im 10. Jahr Dampfen (Teil 3)

Alle bisherigen Artikel der Serie auf einer Seite .

Nun ist es fast 10 Jahre her, das ich mit dem dampfen angefangen habe. Oder besser gesagt ich befinde mich in meinem zehnten Jahr. Zeit zurückzublicken auf einen spannenden Teil meines Lebens. Und da ich immer noch nicht an Kurzatmigkeit, Löchern in der Lunge oder prophezeitem Hirnfraß leide, wird der Beitrag etwas länger und ist deswegen aufgeteilt in 4 Artikel (schonungslos ehrlich).😁😁

 


Im 10. Jahr Dampfen (Teil 3) 2016

Wie ich im vorigen Artikel bereits geschrieben habe hatte ich mich 2 Jahre aus der Dampferszene verabschiedet und das ganz konsequent. Deswegen bestehen die Jahre 2016 und 17 nur aus Ereignissen die ich am Rande mitbekommen habe.

Anfang Februar – die nächste Panikwelle rollt durch “Dampfer-Deutschland”. Der BGH hätte angeblich “E-Zigaretten” mit Nikotin verboten. Zumindest ist es das was die sozialen Medien und einige Presseorgane aufgrund mieser Recherche aus einem dpa-Artikel kopiert haben. War natürlich nicht so. Aber weil sich nur wenige die Mühe machen Urteile auch zu lesen, geisterte diese Meldung wochenlang durch alle Facebookgruppen und Dampferforen. Die Händler wirds nicht geärgert haben, solange sie das Urteil selbst gelesen hatten. Der Umsatz in diesen Wochen muss fantastisch gewesen sein. Nach und nach sickert aber auch in die letzten Gruppen die richtige Ansicht des Urteils durch und die Lage beruhigt sich wieder einigermaßen.

Ebenfalls im Februar stand eine öffentliche Anhörung zur Umsetzung der europäischen Tabakprodukt-Richtlinie 2014/40/EU (18/7218 ) in deutsches Recht an. Bis zum 20. Mai 2016 waren die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, die Richtlinie umzusetzen. Endlich einmal KLARTEXT im hohen Hause, genutzt hat es leider wenig. In jedem Fall lohnt es sich, das ganze noch einmal anzusehen(ab Minute 47).

Frau Dr. Pötschke-Langer benutzt übrigens auch in diesem Video wieder einen statistischen Trick wie er heutzutage immer wieder und leider allzu oft angewendet wird. Speziell, wenn es um Fragen des Jugendschutzes und des Einstiegsverhaltens beim Dampfen geht. Es werden grundsätzlich Statistiken herangezogen in denen die jüngste Altersgruppe immer 16-19 Jahre alt ist. Richtig wäre eine Altersgruppe von xx – < 18 Jahre und eine  ab 18. Das würde die statistischen Ergebnisse mit ziemlicher Sicherheit in eine andere Richtung schieben. Denn immerhin umfasst das gebräuchliche Altersmuster einen nicht unerheblichen Anteil an Teilnehmern, die erstens durch ihr Alter selbstbestimmt sind und zweitens komplett aus der Frage des Jugendschutzes herausfallen.

meine alte e-Grip

Trotz allem politischen Hickhack (wie wir alle wissen kam die Umsetzung in nationales Recht und wir dampfen noch…) gab es aber auch Entwicklungen im technischen Bereich des Dampfermarktes die spannend und HWV-fördernd waren 😂. Persönlich fand ich die e-Grip von Joyetech interessant, tatsächlich steht sie noch immer in der Vitrine und ist manches Mal, wenn ich unterwegs bin, mit im Gepäck.

Sub-Ohm Dampfen war in der breiten Masse angekommen, was in den Jahren zuvor von philippinischen Einzelkämpfern praktiziert wurde, hielt nun für jeden spürbar Einzug in die deutsche Dampferszene. Und zwar in einem Maße das nicht nur ich mich fragte, ob die Hersteller nun den “Einsteigermarkt” komplett aus den Augen verloren hatten. “Neu-Youtuber” qualifizierten MTL-Dampfer als Backenhörnchen ab und erhoben DL zum einzig wahren Standard beim Dampfen. Wahnwitzige Ohm Werte und komplett sinnfreie Leistungen waren das A und O der Stunde. Natürlich hat sich auch das wieder gelegt, da ist es nicht anders als bei anderen “Hypes”, aber es hat gefühlt 2 Jahre gedauert bis sich der Markt wieder “einsteiger-freundlich” zeigte.

Die E-Zigaretten Reportage “A Billion Lives” feierte am 19.11.2016   Deutschland Premiere in Berlin, in jedem Fall auch heute noch sehenswert.

A Billion Lives der Trailer   

A Billion Lives auf i-Tunes

A Billion Lives auf Google Play


2017

Im Januar veröffentlichte P. Busardo (der ein oder andere kennt ihn vielleicht) sein Video zu Innokin, Siegelei etc. und rückte damit das Bild der “chinesischen “Hinterhof-Werkstätten” das noch in einigen deutschen Köpfen herumgeisterte, gerade. Er setzte damit seine Serie über chinesische Hersteller fort, die er im Jahr 2016 begonnen hatte. Die mediale Schlammschlacht um die Dampfe ging unvermindert weiter. Die WHO– , eine Organisation die eigentlich der Gesundheit, also auch der Harm Reduction verpflichtet ist, empfahl ihren Mitgliedern ein Verbot der Dampfe zu erwägen

 

Nachdem das DKFZ (mal wieder) durch eine ihrer Mitarbeiterinnen in einem Interview haltlose Behauptungen aufstellte, sah sich Prof. Bernd Mayer genötigt einen offenen Brief ans DKFZ zu verfassen, um die Institution auf ihre Fehler aufmerksam zu machen. Wie der weitere Verlauf des Jahres zeigte, war das Institut wie immer vollkommen unbeeindruckt und publizierte fleißig weiter im Konjunktiv. Könnte, müsste, sollte (verdammt, warum hat es noch nicht?)…

In den USA taucht für die Dampfer ein wenig Hoffnung auf. Die im Vorjahr beschlossene “Deeming Rule” die das absolute AUS für das Dampfen in den Staaten bedeutet hätte, wird vom neuen FDA Chef Gottlieb gekippt (bzw. nach hinten verschoben).

Mitte des Jahres startet die IG-ED in Zusammenarbeit mit Prof. Mayer eine Umfrage die sich hauptsächlich mit Fragen des Umstiegs beschäftigt. Diese Umfrage ist auch heut noch präsent und es kann wohl immer noch daran teilgenommen werden. Bei bis dato ca. 3000 Teilnehmern wird recht eindrücklich abgebildet das die Äußerungen der ANTZ zum Thema Dual-User und angeblichen Abbruch der “Dampferkarriere” absolut nicht der Realität entsprechen. Man konnte und kann sich die bisherigen Ergebnisse anschauen. Es sei nur gesagt das die bisherigen Ergebnisse folgendes aussagen: 66,4 % aller Befragten gaben als Hauptgrund für den Umstieg die Beendigung ihrer Raucherkarriere an. 93,5 % der Teilnehmer bevorzugen fruchtige und Menthol-Aromen (scheint also nicht nur bei Kindern beliebt zu sein). 93,3 % sind reine Dampfer, nur 6,1 % sind Dual-User.

2017 – das Jahr der Pod-Systeme  und Nikotinsalze . beides drängte auf den deutschen Markt (nach der Nikotinreduzierung später auch Juul) und war irgendwann in aller Munde. Natürlich habe ich mir auch 2-3 Modelle geholt und ausprobiert. Trotz der in der Dampferblase von vornherein negativ eingestellten Meinung zu diesen Geräten, war ich relativ zufrieden, wie wahrscheinlich sehr viele der Nutzer die eben außerhalb der Blase unterwegs waren bzw. sind und den weitaus größten Teil der Dampfer ausmachen.

 

noch vor der Juul bei mir die Bo

😁 2018 und 19 kommen Donnerstag

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