Die Dampfe als „gemachte“ Umweltsau?

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Die Dampfe als „gemachte“ Umweltsau?

Auf die Idee zum Thema hat mich ein Video von Doctor Vape gebracht und es hat mich veranlasst das Thema noch etwas weitläufiger zu betrachten.

Erst einmal vorneweg ein großes Sorry an die Sau. Immer muss sie als Synonym für rein menschliche Verfehlungen herhalten. Ist ja irgendwie ungerecht, oder? Also nochmal, SORRY SAU!


Nachdem  mittlerweile auch dem letzten Raucher klargeworden sein müsste, das sein meist so lässig „weggeschnippster“ Zigarettenstummel der absolute Sondermüll ist, muss sich auch der gemeine Dampfer die Frage gefallen lassen ob, wie und warum er eventuell ebenfalls eine Müll produzierende Umweltsau sein könnte. Um es vorweg zu nehmen, eigentlich wäre er keine. Die Politik und neuerdings auch Hersteller machen ihn dazu. Natürlich tritt man auf der Straße nicht alle naselang in „abgeranzte“ Akkuträger, die ein achtloser Dampfer mit seinem Hacken auszutreten versucht hat. Auch passiert es einem relativ selten, das aus den meist zu wenig zur Verfügung gestellten Abfallbehältern im öffentlichen Raum leere Liquid Fläschchen entgegen strahlen. Nein, das nicht. Trotzdem trägt er auch seinen Teil dazu bei. Allerdings zumeist unverschuldet.

Die TPD2 als „Dreckschleuder“

Die „gute alte Zeit“

Machen wir uns nichts vor, ganz auf Plastik verzichten können wir offenbar noch nicht. Obwohl wir es sollten. Aber Wunsch und Realität klaffen eben nun mal wie so oft weit auseinander. Da liest man von Fischen, die mittlerweile mehr Plastik im Magen haben als leckeren Krill und von widerlicher Mikroplastik die sich Tag für Tag durch unseren Organismus „quält“. Das Gebot der Stunde müsste also lauten, wenn nötig mit Augenmaß und Verstand, wenn unnötig am besten gar nicht. Wobei wir beim Thema wären. Die Regelungen der TPD2 und deren Umsetzung in Deutschland hat uns einen nicht gerade kleinen zusätzlichen Berg an Plastikmüll verschafft, der vollkommen vermeidbar gewesen wäre. Nun mag der ein oder andere sagen: „Na ja so doll ist das ja auch nicht. Was soll das schon ausgemacht haben? Außerdem haben wir ja den Gelben Sack ähh die Gelbe Tonne oder so. Das geht schon klar“ Nein tut es sicher nicht. Denn erstens wird nicht alles was da landet auch tatsächlich recycelt. Sondern zum Teil auch einfach nur wie in den guten alten Zeiten, vor den Toren der Stadt „verklappt“ oder einfach verbrannt. Das ist leider traurige Realität. Also wäre ein kleineres Grundaufkommen an neuem Plastikmüll wünschenswert, denn was nicht da ist kann auch nicht verbrannt werden.

Vorbei die Zeit der praktisch schönen Braunglasflasche mit einem Liter Liquid in den verschiedensten Nikotinstärken. Hui was konnte man die gut recyceln. Ab in die Glastonne und Fertig. Oder die 1-Liter Plastikflasche ab in die Gelbe Tonne oder bereit zur Wieder- oder Neuverwertung im Haushalt. Heute stellt sich das so dar. Eine 1-Liter Flasche  befüllt mit Nuller Base so das entsprechend der Vorlieben mit Nikotinbase aufgefüllt werden kann. Die kommt in niedlichen 10 ml Fläschchen mit Kinderverschluss und doppelseitig verklebtem Hinweistext ggf. auch noch auf Plastik gedruckt, dazu noch in zusätzlich liebevoll gefalteter Pappschachtel mit Plastikaufklebern und im schlimmsten Fall nochmals in Plastikfolie gewandet… Puh!

Um einen Liter Liquid mit sagen wir mal einer Nikotinstärke von 6 mg/ml herzustellen bedarf es 30 in Worten dreißig dieser kleinen Plastikmonster. (700 ml Base + 300 ml Nikotinshots 20 mg/ml). Ausgehend davon das dieses Gemisch je nach Dampfverhalten ca. 3 Monate langt, produziert der Selbstmischer so im Jahr 120 Fläschchen als Abfall. Um noch ein wenig weiter mit Zahlen zu spielen, gehen wir mal von ca. 200 000 Selbstmischern in Deutschland aus. (Ob es nicht weitaus mehr sind, kann ich nicht sagen. Soweit ich weiß gibt es dazu keine statistischen Erhebungen.) Das entspräche dann ca. 24 Tonnen vermeidbaren Plastikmülls. Hört sich an wie ein Furz im Wind, ich weiß, aber es geht ja um Vermeidung nicht um wer hat den größten. Weitaus dramatischer sieht es bei den Fertigliquids mit Nikotin aus, die ja ebenfalls nur in 10 ml Fläschchen verkauft werden dürfen und den größten Teil der verkauften Produkte in dem Bereich ausmachen. Gäbe es die in 100 ml Flaschen (am besten in Glasflaschen mit Pipette) läge die Plastikmüllvermeidung bei gut 95 % (einen Verschluss braucht es ja immer noch – der darf dann gern auch kindersicher sein).

Müll nach einer „Mischsession“

Natürlich sind das alles nur Zahlenspiele, aber spielerisch gewagt waren auch die Begründungen für die 10 ml „Monster“. Der Schutz der Kinder, Gift im Haushalt und was nicht noch alles. Würden die damaligen Befürchtungen und vorgeschobenen Ängste auch Anwendung auf andere Gebiete des täglichen Lebens gefunden haben, gäbe es nunmehr nahezu alle chemischen Haushaltsreiniger nur noch in 10 ml Fläschchen. (Hab ich immer noch nirgends gesehen, die armen Kinderlein.) Die Regelungen hatten und haben so gar nichts mit dem Schutz von Kindern zu tun, sondern sie waren Teil einer perfiden Strategie die Dampfe tot zu regulieren. Indem man durch diese Regelungen auf Preiserhöhungen gehofft hatte, die das dampfen unattraktiv machen sollten. Das die Händler und Hersteller auf die Idee der Basen Bundles kommen hatten die Damen und Herren wohl nicht auf dem Schirm. Sonst hätten wir heute wahrscheinlich eine Maximalabgabe-Grenze für Nikotinhaltige Lösungen. Nebenbei hat man auch  noch allen Erwachsenen die Fähigkeit zur Vorsicht und Vorsorge abgesprochen. Das mit der Unattraktivität hat nicht wirklich funktioniert aber eben den Müllberg vergrößert. Gut gemacht Politiker. Wie war das mit der unabdingbaren Voraussetzung Politik zu machen…. ahh Weitsicht war es!


Hersteller als Umweltsäue

Gerade in letzter Zeit, scheint es, nehmen auch einige Hersteller nicht unbedingt Rücksicht auf Nachhaltigkeit und Müllvermeidung. Klar hier geht es vorrangig darum Kohle zu machen und das ist auch erstmal nichts Verwerfliches. Ihr geht ja auch nicht umsonst arbeiten! Das sind solche Situationen, in denen der Markt regeln muss, was der Hersteller nicht kapiert. Es hängt also am Verbraucher. Einfach nicht kaufen. Fertig! Was keinen Absatz findet, wird nicht mehr produziert, eines der einfachsten Marktgesetze und das mächtigste Mittel der Verbraucher. Speziell meine ich die in letzter Zeit vermehrt angebotenen Wegwerfverdampfer. Plastikbomber mit nicht wechselbarer Coil, wenn die verbraucht sind ab in die Tonne. Das mag zwar praktisch sein aber nachhaltig ist es nicht. Aber wie gesagt, solange es Abnehmer für solchen Müll gibt, wird der auch hergestellt. Es ist also eher an uns selbst den Leuten klarzumachen, das es auch anders geht und durch Verweigerung so was vom Markt zu fegen.

Ergo ist der Dampfer an sich keine Umweltsau, er wird dazu gemacht.

🥰 Bis die Tage

 

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