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8th European Conference on Tobacco or Health

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8th European Conference on Tobacco or Health

Die ECToH Konferenzen werden alle drei Jahre unter der Schirmherrschaft
der Association of European Cancer League (ECL) organisiert. Diese
Konferenzen werden international als das wichtigste europäische Forum
für Vertreter der Tabakbekämpfung anerkannt. Die 8. Ausgabe dieser Konferenz findet vom 19.02. bis 22.02.2020 in Berlin statt. Kongresspräsidentin  ist Frau Dr. Martina Pötschke-Langer.

Die eigentliche Zielsetzung dieser Konferenzen ist durchaus löblich und aller Ehren wert. Die Bekämpfung des Tabakkonsums und die damit verbundene Bekämpfung von Krebs und anderer Tabak-basierter Erkrankungen. Schaut man sich allerdings die dazugehörigen Publikationen der letzten Jahre bzw. die Ankündigungen für dieses Jahr an, scheinen die Organisatoren und ganz speziell die unterstützenden Beteiligten ihr vorrangiges Ziel aus den Augen verloren zu haben. Nun liegt es in der Natur der Sache das man persönlich solche Veranstaltungen immer aus dem eigenen Blickwinkel betrachtet, in meinem Fall also aus dem Blickwinkel eines Dampfers. Zwangsläufig lese ich aus dem Motto der diesjährigen Veranstaltung heraus was einer der Hauptinhalte sein wird.

Tobacco kills in any Form – Tobacco free Europe

Tabak tötet in jeglicher Form, jegliche Form meint hier, wer hätte es gedacht, natürlich die Dampfe. Unter der Ägide dieser Kongresspräsidentin und dem die Konferenz unterstützenden ABNR (u.a. Prof. Loddenkemper? Schon mal gehört?) wird die E-Zigarette erwartungsgemäß schlecht “wegkommen”. Vorsorglich verhindert man schon mal die Teilnahme von Pro-Dampfe eingestellten Interessenten. Auf der Webseite heißt es:

WICHTIG: Personen, die mit der Tabak- oder E-Zigaretten-Industrie in Verbindung stehen (derzeit, in der Vergangenheit oder in Zukunft) oder deren Lobbyisten, entweder beruflich oder privat, werden NICHT in das ECToH aufgenommen. Dies umfasst, ohne darauf beschränkt zu sein, Personen, die jemals Sponsoring, Zuschüsse oder andere Formen der finanziellen oder sonstigen Unterstützung angenommen haben; oder in irgendeiner Form mit der Tabak- oder E-Zigaretten-Industrie in Verbindung gebracht werden, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Tabakunternehmen, E-Zigaretten-Unternehmen, Hersteller, Händler, Einzelhändler und Tabak- oder E-Zigaretten sowie verwandte, von der Industrie finanzierte Forschungseinrichtungen […] Die Politik von ECToH orientiert sich am Rahmenübereinkommen der Weltgesundheitsorganisation zur Eindämmung des Tabakkonsums, Artikel 5.3: Es besteht ein grundlegender und unvereinbarer Konflikt zwischen den Interessen der Tabakindustrie und den gesundheitspolitischen Interessen.

Bezahlte Anmeldungen dieser Personen werden nicht erstattet.


Das ist derartig schwammig formuliert das jedem der bekanntermaßen positiv oder doch zumindest neutral zum Thema E-Zigarette eingestellt ist, der Zutritt verweigert werden könnte.  Ich frage mich, ob die letzten Äußerungen von Frau Dr. Mons sie nach dieser Anordnung schon von der Teilnahme ausschließen würden? Das ist im Übrigen ein Kompliment an diese Frau. Selten hat sich in Deutschland jemand diesem Thema so nüchtern wissenschaftlich genähert (also aus dem Bereich der Institute, Bündnisse und Bundeszentralen).

Leider wird der bestehende grundlegende und unvereinbare Konflikt zwischen den Interessen der Pharmaindustrie und den gesundheitspolitischen Interessen nicht thematisiert, wen wundert es, man beißt eben nicht die Hand die einen füttert.


Gönnen wir uns einen Blick auf einige die bestehenden Tagesordnungspunkte:

Donnerstag, 20.02.2020

E-cigarettes, heated tobacco products and waterpipes – the monitoring and surveillance, challenges in communication / E-Zigaretten, Tabakerhitzer und Wasserpfeifen – die Überwachung und Kontrolle, Herausforderungen in der Kommunikation – Prof. Loddenkemper (ABNR) 

Nachdem besagter Prof. Loddenkemper bereits vor einigen Tagen mit folgender Aussage brillierte:  „Bei Zigarettenrauchern, die gleichzeitig E-Zigaretten konsumieren („Dual Use“), verdreifacht sich das Risiko [auf Asthma und COPD] sogar im Vergleich mit Nierauchern und Niedampfern.“  (Quelle)  Er also vollkommen unreflektiert, die zu Recht wissenschaftlich hart kritisierten Aussagen eines Raketeningenieurs wiederkäut, ist klar wes Geistes Kind dieser Vortrag sein wird.


Donnerstag, 20.02.2020

The European Tobacco Control Scale and the implementation of the WHO FCTC in the European Union Umsetzung des WHO-FCTC in der Europäischen Union – Dr. Martina Pötschke-Langer (Vorstandsvorsitz ABNR)

Man benötigt keine Glaskugel um zu ahnen das in diesem Vortrag der sich thematisch eigentlich der Umsetzung der Rahmenvereinbarung der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (WHO FCTC) widmen soll in der ganz eigenen Art einer Pötschke-Langer der Zirkelschluss zur Schädlichkeit der Dampfe enthalten sein wird. Wetten? Ich revidier diesen Abschnitt gern nach der Konferenz sollte ich nicht recht behalten. (Für die jüngeren Leser: Ein Zirkelschluss ist meist formallogisch korrekt, aber inhaltlich und beweistechnisch von keinerlei Wert.)


Freitag, 21.02.2020

Tobacco industry interference and new challenges in communication (tobacco industry and Harm reduction) / Einmischung der Tabakindustrie und neue Herausforderungen in der Kommunikation (Tabakindustrie und Harm Reduction)  – Prof. Anna Gilmore (University of Bath and the UK Centre for Tobacco Control Studies)

UK? Da mag man meinen das könnte pro Dampfe ausfallen. Wird es nicht. Sie ist durchaus bekannt dafür die Harm Reduction bei E-Zigaretten ihrem Kampf gegen die Tabak-Konzerne einen geringeren Stellenwert einzuräumen. Soll heißen Harm Reduction könnte was dran sein aber nicht so wichtig die verdienen ja trotzdem noch Geld mit Tabak also ist das alles nichts Halbes und nichts Ganzes. Also eher emotional gesteuert . Tja die Redner sind halt handverlesen…


Freitag, 21.02.2020

New nicotine and tobacco products: The harm reduction debate / Neue Nikotin- und Tabakprodukte: Die Debatte zur Schadensminderung  – Prof. Dr. Rainer Hanewinkel (Leiter des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord gGmbH)

Diese Debatte soll und muss geführt werden. Ich verweise hier mal auf einen Kommentar von o.g. Professor zu einer Studie aus dem Jahr 2018. Diese Studie hatte folgenden Tenor: E-Zigaretten: mehr Schaden als Nutzen. In dem verlinkten Artikel wird wie bereits erwähnt ein Kommentar von Ihm wiedergegeben (im Übrigen auch von Frau Dr. Mons, die bereits 2018 erheblich differenziertere Ansichten zum Thema hatte). Anhand seiner Aussagen ist jetzt schon klar, in welche Richtung der Vortrag gehen wird.


Natürlich ist das alles nur “Handleserei”. Die Konferenz hat noch nicht stattgefunden, wer allerdings meint, die Ergebnisse würden andere sein… na ja. Fraglich ist allerdings warum sich eine Konferenz, die zum Hauptthema die Bekämpfung des Tabakkonsums hat, gefühlt 40 % ihrer Aufmerksamkeit der Dampfe widmet. Besonders angesichts der Tatsache das in den letzten 10 Jahren laut WHO 80 Millionen Menschen am Tabak gestorben sind aber 0 durch die E-Zigarette?

Diese Frage sollte doch zumindest erlaubt sein.

 

Bis die Tage


Die Argumente der ANTZ


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