Glantz Studie entsorgt

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Glantz Studie entsorgt / 19.02.2020 06:45

Vor wenigen Monaten erschien im JAHA einer Zeitschrift der American Heart Association: (wissenschaftliche Zeitschrift), ein Artikel / Studie von Glantz und Bhatta die zum Ausdruck brachte das E-Zigaretten nicht als weniger riskante Alternative zu brennbaren Zigaretten beworben werden sollten und nicht zur Raucherentwöhnung geeignet sind. Insbesondere bei Menschen mit einem Risiko für Herzinfarkt und/oder kardiovaskuläre Erkrankungen. Diese Studie sorgte für einigen Unmut und berechtigte Kritik denn es ergab sich relativ schnell nach Veröffentlichung, das Glantz in seinem quasi religiösen Eifer als ANTZ, mal wieder auf das übelste getrickst hatte. Ein großer Teil (mehr als 1/3) der analysierten Patienten, deren Infarkt angeblich auf die E-Zigarette zurückzuführen war, hatten den Infarkt bevor sie überhaupt mit dem dampfen begannen. Dies war nur einer der gravierenden Fehler, die Analysen waren also wertlos.

Obwohl, wie bereits erwähnt, dieser Umstand relativ schnell bekannt wurde, entblödeten sich einige Fachzeitschriften als auch Fachärzte nicht, eben mit jener Fake Studie im Portfolio glänzen zu wollen. Führende “Fachleute” zogen und ziehen noch immer diese Studie heran um ihre kruden Mutmaßungen zum Thema zu stützen.

Das sollte jetzt vorbei sein, also in Abhängigkeit davon wie schnell “Neuigkeiten” in Deutschland ankommen und verarbeitet werden. Offiziell jedenfalls gilt diese Studie als Retracted, also als Widerruf eines bereits veröffentlichten wissenschaftlichen Artikels. Das weist darauf hin, dass der ursprüngliche Artikel nicht hätte veröffentlicht werden dürfen und dass seine Daten und Schlussfolgerungen nicht als Grundlage für zukünftige Forschungen verwendet werden sollten.

Glantz ist natürlich am Jammern und sieht das Magazin dem Druck von E-Zigaretten Sympathisanten ausgesetzt. Das er selbst etwas falsch gemacht haben könnte kommt dem “göttlichen” natürlich nicht in den Sinn.

“Der Retract ist ein sehr schwerwiegender Schritt, der gerechtfertigt ist, wenn nach Angaben des International Committee of Medical Journal Editors wissenschaftliches Fehlverhalten in Forschungs- und Nichtforschungspublikationen die Datenherstellung umfasst, aber nicht unbedingt darauf beschränkt ist; Datenfälschung einschließlich irreführender Manipulation von Bildern; absichtliches Versäumnis, Beziehungen und Aktivitäten offenzulegen; und Plagiat.

Dr. Bhatta und ich haben uns auf keine dieser Verhaltensweisen eingelassen.


Brad Rodu von der Universität von Louisville hatte bereits im vergangenen Juli angemahnt das JAHA aufgrund der vollkommen falschen Ergebnisse und Schlüsse der Studie deren Retract in Erwägung ziehen sollte. Der Druck auf JAHA verstärkte sich, als 16 weitere prominente Tabakforscher darauf drängten zu handeln.

Nach letztlich 7 Monaten zog das Journal die Studie mit folgender Begründung   endlich zurück.

Korrektur

Nachdem die Herausgeber des Journal of the American Heart Association festgestellt hatten, dass die Studie in dem oben genannten Artikel bestimmte Informationen in der Umfrage zur Bevölkerungsbewertung von Tabak und Gesundheit […] nicht vollständig berücksichtigte, überprüften sie den Peer-Review-Prozess.

Während der Begutachtung durch Fachkollegen identifizierten die Prüfer die wichtige Frage, ob die Myokardinfarkte vor oder nach dem Beginn des Gebrauchs von E-Zigaretten durch die Befragten auftraten, und forderten die Autoren auf, zusätzliche Daten im PATH (Population assessment of tobacco and health)-Codebuch zu verwenden (Zeitpunkt des ersten Infarktes und Zeitpunkt der ersten E-Zigarette), um dieses Problem anzugehen. Während die Autoren einige zusätzliche Analysen vorlegten, bestätigten die Rezensenten und Herausgeber nicht, dass die Autoren die Anfrage vor der Annahme des Artikels zur Veröffentlichung verstanden und befolgt hatten.

Nach der Veröffentlichung forderten die Herausgeber auf, die Analyse auf der Grundlage des Zeitpunkts durchzuführen, zu dem bestimmte Befragte mit der Verwendung von E-Zigaretten begannen. Dies erforderte einen kontinuierlichen Zugriff auf den Datensatz zur eingeschränkten Verwendung aus der Umfrage. Die Autoren stimmten dem zu. Die von den Redakteuren festgelegte Frist für den Abschluss der überarbeiteten Analyse wurde nicht eingehalten, da die Autoren derzeit nicht auf die PATH (Population assessment of tobacco and health)-Datenbank zugreifen können. Angesichts dieser Probleme sind die Herausgeber besorgt, dass die Schlussfolgerung der Studie unzuverlässig ist.

Die Herausgeber widerrufen hiermit den Artikel aus der Veröffentlichung im Journal der American Heart Association.


Also wenn das ein Peer Review sein soll, dann Gute Nacht. Im Prinzip sagt JAHA in der Begründung nichts anderes, als das bereits vor Veröffentlichung klar war das es auf Grundlage der verarbeiteten Daten keinen kausalen Zusammenhang zwischen E-Zigaretten und Herzinfarkt gab. Veröffentlicht wurde trotzdem. Glantz und Bhatta behaupten jetzt einfach sie hätten keinen Zugriff mehr auf die Path-Daten, deswegen wäre ihnen keine Korrektur möglich.Lol.Wahrscheinlich darf er die Daten nicht mehr nutzen. Eine offizielle Erklärung der Verwalter der PATH-Daten existiert derzeit noch nicht.


Update 21.02.2020

Glantz hat seinen Artikel , also die Reaktion auf das Retract relativ unbemerkt überarbeitet. Außer viel Mimimi benennt er den angeblichen Grund warum kein Zugang mehr zu den Path Daten bestehen soll.

Zitat:

“Dr. Bhatta und ich haben kein Problem damit, solche zusätzlichen Analysen durchzuführen. In der Tat haben wir den statistischen Code dafür im vergangenen November vorbereitet. (Ich bezweifle, dass die Ergebnisse wesentlich von den Angaben in der Veröffentlichung abweichen werden, aber man kann sich nicht sicher sein, bis die Analyse tatsächlich durchgeführt wurde.)

Das Problem ist, dass wir während der Überarbeitung des Papiers als Reaktion auf die Prüfer einige Stichprobengrößen gemeldet haben, ohne die vorherige Genehmigung der University of Michigan einzuholen, die den Datensatz für die eingeschränkte Verwendung von PATH kuratiert. Dies war ein Fehler von unserer Seite. Infolgedessen hat die Universität von Michigan den Zugriff auf den Datensatz zur eingeschränkten PATH-Nutzung nicht nur für Dr. Bhatta und mich, sondern für alle Mitarbeiter der UCSF eingestellt.”

Er hofft wieder Zugang zu den Daten zu bekommen um :

Zitat:

“Wie ich bereits sagte, hoffen wir immer noch, wieder Zugang zu PATH zu erhalten, damit wir die zusätzliche Analyse durchführen und dieses Problem hinter uns lassen können.”

 


Anyway, damit ist das unsägliche Ding erstmal vom Markt. Also bis zum nächsten Geniestreich von Glantz.

 

Bis die Tage


Glantz, ANTZ und die Zahlen

 

Stanton Glantz at its best…

Stanton A. Glantz – ein Portrait

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