Bei uns und woanders

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Bei uns und woanders…

Heute, am 04.03.2020,  erschien der sechste Bericht in einer Reihe unabhängiger Berichte im Auftrag von Public Health England (PHE) zum Thema “Dampfen in England: Zusammenfassung der Evidenzen / Aktualisierung 2020”.

Public Health England ist eine Exekutivagentur des britischen Ministeriums für Gesundheit und Soziales.

Im Wesentlichen geht es um folgende Punkte:

  • Dampfen unter jungen Leuten
  • Dampfen unter Erwachsenen
  • Dampfen unter Menschen mit psychischen Erkrankungen
  • Dampfen während und nach der Schwangerschaft

Liest man diesen Bericht und betrachtet die daraus resultierenden Schlußfolgerungen genauer, wird einem bewusst wie schizophren die Wahrnehmung zum Thema bei gleicher Ausgangslage im Moment ist. Beispiele gefällig?

 

Woanders

Das derzeitige Dampfen konzentriert sich hauptsächlich auf junge Menschen, die Erfahrung mit dem Rauchen haben. Weniger als 1 % der jungen Menschen, die noch nie geraucht haben, sind derzeitige Dampfer.

Keine Umfragen berichteten über einen starken Anstieg der Vaping-Prävalenz.

Die derzeitige Raucherprävalenz (wöchentlich oder weniger als wöchentlich) bei 11- bis 15-Jährigen hat sich zwischen 2009 (11 %) und 2018 (5 %) halbiert, ist jedoch seit 2014 relativ konstant geblieben.

Die Wahrnehmung der jungen Menschen über die relativen Schäden des Dampfens im Vergleich zum Rauchen stimmt zunehmend nicht mit den Beweisen überein. Der Anteil der 11- bis 18-Jährigen, die das Dampfen für weniger schädlich als Zigaretten hielten, ging von 68 % im Jahr 2014 auf 52 % im Jahr 2019 zurück.

Die meisten jungen Leute, die versucht haben zu dampfen, tun dies aus Neugier.(Nicht wegen der Aromen)

Bei uns

“Gerade, weil sie nach Ananas oder Minze schmecken, steht die Befürchtung, dass sie Jugendliche ansprechen und die Reizschwelle senken können, auf normale Zigaretten umzusteigen”, warnt York Scheller, Gesundheitsexperte bei der TK. (Quelle: )

“Aromen, die Süßwaren nachempfunden sind (Gummibärchen, Bubblegum, Marshmallow etc.) oder Liquids mit Phantasienamen (»Angry Alien«, »Dragons Breath« etc.) machen E-Zigaretten für Kinder und Jugendliche attraktiv. Nikotin kann zu einer lebenslangen Abhängigkeit führen. Mehrere Studien, darunter auch eine aus Deutschland legen nahe, dass die Nutzung von E-Zigaretten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Risiko erhöht, auch herkömmliche Zigaretten zu probieren. (Quelle: Positionspapier des ABNR zur E-Zigarette )

“Zahlen aus den USA ließen bereits aufhorchen. Jetzt ist auch in Deutschland erkennbar, dass Schüler vermehrt nach neuen Tabakprodukten greifen. Die Deutsche Krebshilfe warnt.” (Quelle: Deutsche Ärztezeitung )

Woanders

Die meisten Erwachsenen verwenden Dampf-Produkte, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Dampfer sagten, dass das Verbot von aromatisierten Flüssigkeiten sie davon abhalten würde,  mit dem Rauchen aufzuhören oder das Rauchen zu reduzieren. Es könnte auch aktuelle Dampfer in Richtung illegaler Produkte treiben.

Ähnlich wie in den Vorjahren deuten Daten von Raucherentwöhnungsdiensten in England darauf hin, dass die Erfolgsraten bei Verwendung eines Dampf-Produkts allein oder mit zugelassenen Medikamenten vergleichbar oder sogar höher sind als bei alleinigen zugelassenen Medikamenten.

Bei uns

„Wer E-Zigaretten zur Rauchentwöhnung empfiehlt, verkennt die Studienlage. Auch E-Zigaretten sind gesundheitsschädlich und daher als Entwöhnungshilfe vollkommen ungeeignet“ (Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. )

“…widerspricht zudem ebenfalls der wiederholt vorgebrachten Behauptung, E-Zigaretten hätten einen positiven Nutzen bei der Entwöhnung von Rauchern. Zwar habe eine Meta-Analyse mehrerer Längsschnittstudien zur Wirksamkeit von E-Zigaretten gezeigt, dass diese unter  kontrollierten klinischen Bedingungen einen kurzfristigen positiven Entwöhnungseffekt zeigten. Langfristig und unter „Real-Life“-Bedingungen erschweren sie jedoch die Rauchabstinenz” (Quelle: siehe oben)

“…die zeigen, dass der größte Teil der Dampfer entweder regelmäßig oder gelegentlich immer noch auch zu Tabakwaren greift. In Großbritannien gilt dies immerhin für über 60 Prozent der Dampfer.” (Quelle: ZdG )

Woanders

Unsere systematische Überprüfung ergab einen Mangel an Beweisen […] für die Auswirkungen des Dampfens auf die Gesundheit der Mutter oder die Schwangerschaftsergebnisse.

Wie in anderen Bevölkerungsgruppen hören schwangere Frauen, die dampfen, wahrscheinlich mit dem Rauchen auf.

Dampfen in der Schwangerschaft ist sehr selten bei Menschen, die nie geraucht haben.

Während sie auf die Ergebnisse der laufenden Forschung warten, können Angehörige der Gesundheitsberufe Leitlinien und Empfehlungen der Smoking in Pregnancy Challenge Group zum Dampfen vor, während und nach der Schwangerschaft […] verwenden. Die Leitlinien besagen, dass das Dampfen unterstützt werden sollte, wenn es Frauen oder Haushalten mit Kindern hilft, mit dem Rauchen aufzuhören oder rauchfrei zu bleiben, und dass regulierte Nikotin-Dampferzeugnisse dem Rauchen immer vorzuziehen sind.

 

Bei uns

“Aktuelle Erhebungen legen nahe, dass Schwangere die Risiken des Dampfens unterschätzen und fälschlicherweise davon ausgehen, dass E-Zigaretten bei der Entwöhnung von Tabakzigaretten helfen. E-Zigaretten sind aber nicht zu verharmlosen! Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und der Deutschen Lungenstiftung (DLS).”

“Die langfristigen Folgen von E-Zigaretten könnten aber noch gar nicht bewertet werden. Besonders gefährlich seien E-Zigaretten für Schwangere, „weil sie den wachsenden Fötus schädigen können“. Auch für Heranwachsende stellen E-Zigaretten demnach eine große Gefahr dar: Nikotin mache sehr schnell süchtig und schädige dauerhaft das Gehirn.” (Quelle: Ärzteblatt )


 

Da bleibt einem nur mit dem Kopf zu schütteln und über die Existenz von Paralleluniversen zu sinnieren.

 

Bis die Tage 🤯

Bei uns und woanders

 

 

 

 

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3 Kommentare

  1. Das verlinkte und zitierte “Positionspapier” des ABNR war uns tatsächlich noch nicht bekannt, daher waren wir über die Nennung unserer Produktnamen ein klein wenig überrascht. Wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob wir diesen Missbrauch durch das ABNR als Negativbeispiele einfach als Werbung ansehen sollen oder als Unverschämtheit.

    Darüber hinaus: Danke für den Artikel. Das schreiben wir jetzt mal im Namen aller Dampfer 😉

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