Das Ding mit Youtube und Twitch

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Das Ding mit Youtube und Twitch

Letzte Nacht habe ich mir einen Live-Stream von JayHaze und Vaping with Vic angesehn. Mach ich eher selten. JayHaze ist mir immer zu aufgeregt, aber seit seinem Video über die relativ unbedarfte Dame der Rutgers University die zum Dampfen “forschte” ,schau ich doch öfter mal bei ihm rein. So stolperte ich also eher zufällig über diesen Stream in dem sich JayHaze mit Victor Mullin aka Vaping with Vic über die aktuelle Schließung seines Kanals (05.03.2020) unterhalten hat.

Eins vorneweg, Mullin hat immer wieder polarisiert, aber ich mochte seine Videos und wenn ich keinen Testkauf machen wollte, ein Produkt aber unbedingt haben musste (😁) habe ich als erstes geschaut, ob er schon ein Review dazu gemacht hat. Ich denke das sagt eine Menge darüber aus was ich von ihm halte. So nun hat es Ihn auch erwischt wie viele andere auch, gerade in den letzten Wochen. Ich bin allerdings immer wieder erstaunt darüber wie ungläubig die Community (in dem Fall nicht Mullin selbst) darauf reagiert. Dieses Vorgehen von Youtube und anderen Plattformen ist seit Monaten, wenn nicht schon erheblich länger absehbar. Also nur eine Frage der Zeit.

Auch die Empörung ist nicht oder schwer nachvollziehbar. Abgesehen von allen irgendwo gültigen Gesetzen können die machen, was sie wollen. Wenn sie keine Reviewer von Dampfutensilien wollen, Zack weg damit. Punkt. Die müssen und werden sich, wenn überhaupt nur halbherzig dazu äußern. Müssen müssen sie gar nicht. Was viele Dampfer einfach nicht sehen ist das diese Sparte im Gesamtkonstrukt von Youtube ein Fliegenschiß ist, finanziell betrachtet schon gar keine Rolle spielt und deswegen auch nicht gepflegt und gehegt werden muss.

Im Gegenteil das Thema und ihr Vorgehen dagegen bietet den Plattformen ein probates Mittel ohne finanzielle Verluste mit Verantwortlichen und ggf. “wichtigen” Personen und Organisationen auf Kuschelkurs zu gehen. So einfach ist das und wird deswegen auch in nächster Zeit keine Veränderung erfahren. Es wird nur noch schlimmer. Auch die Massenflucht nach Twitch wird wenig bis gar nichts bringen. Letztlich reicht ein Blick in deren Community Guidelines um zu sehen, dass es relativ schnell vorbei sein kann und wird, wenn die Dampfkanäle überhand nehmen werden.

Das Problem an der Situation ist nicht, das es keine Reviews mehr geben wird. Privaten Meinungsäußerungen steht auch zukünftig nichts im Wege. Sponsoring ist eh schon verboten (By the Way: unverlangt an Reviewer zugesandtes Material  das dann ohne Absprache im Vorfeld reviewt wird ,stellt keine Werbung dar – geht natürlich mit dem Risiko für den Versender einher, das es nicht sicher ist, das es ein Review geben wird. Aber ihr seht, auch hier gibt es weiterhin Möglichkeiten.), das auf Youtube so beliebte “Give away” Modell ist auch zum Tode verurteilt usw. Es traf und trifft natürlich die zugegeben sehr wenigen Influencer die damit ihren Lebensunterhalt bestritten haben, also den absolut geringsten prozentualen Anteil. Das ist traurig, war aber seit TPD2 absehbar, also genug Zeit nach anderen Geschäftsmodellen zu suchen oder sich umzuorientieren. Das eigentliche Problem ist, das in den letzten Jahren die Entwicklung die war, das Umsteiger sich hauptsächlich auf diesen Plattformen informiert haben. Es bricht also eine Möglichkeit der Information weg. Gleiches gilt für andere soziale Netzwerke. Auch bei Facebook und Co wird die Strike-und-Delete-Keule  in Zukunft noch heftiger geschwungen werden. Nicht weil sie wirklich müssen, vielleicht aus Gefälligkeit, vielleicht einfach nur, weil sie können.

Wir müssen also wieder weg von der Zentralisierung, ganz einfach um sich nicht weiterhin ohne Not irgendwelchen Hausrechten zu unterwerfen. Um in Zukunft, natürlich im Rahmen der Gesetze, noch eine Stimme zu haben, geht das nur so. Alternative soziale Netzwerke scheinen zumindest im Moment keine Lösung zu sein. Einfach wegen der fehlenden Akzeptanz. Wie gesagt man muss, einfach im Hinterkopf behalten unsere Sparte ist winzig, so winzig, dass sie in großen sozialen Netzwerken schon untergeht, folglich in alternativen Netzwerken somit gar keine Rolle spielt oder spielen wird. Außerdem besteht durchaus die Möglichkeit das diese Alternativen, sollten sie wachsen, ähnlich operieren werden.

Also was tun? Niemand hindert jemanden der andere zum Thema informieren will, eine Webseite aufzumachen, Videos zu produzieren und sie auf den eigenen Webspace hochzuladen. Preislich ist das heute kein Thema mehr. Kohle kann man damit natürlich nicht verdienen, aber das haben wie gesagt eh die wenigsten getan. Diese Videos (natürlich rechtlich sauber also private Reviews, kein Sponsoring,keine Give aways, keine Werbung auf Shops etc. eben reine Info-Videos ohne finanziellen Hintergrund) könnte man zentral (von irgendeinem Forum aus) verlinken  und so trotzdem eine Anlaufstelle schaffen. Sozusagen ein dezentralisiertes Dampfer-Youtube. Man kann und sollte wieder mehr Foren promoten, um sie wieder zum zentralen Anlaufpunkt für Neugierige zu machen. Natürlich ist das ein ideeller Ansatz, aber das war es früher auch und das war nicht das Schlechteste an der Dampfer-Community.

Bis die Tage

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13 Kommentare

  1. Ja, die Entrüstung und Krokodilstränen um Youtube sind irgendwie redundant. Wenn der Backup-Plan war schonmal keine Backups zu machen oder gar ein zweites Standbein aufzubauen, dann darf man sogar spekulieren ob es ein kalkuliertes YT-Drama war. Richtig albern wirds wenn man jetzt obendrein von einem proprietären Anbieter zum nächsten hüpft (Twitch oder Facebook).

    Gerade die “kommerziellen” Reviewer hätten sich bequem eine PeerTube-Instanz aufsetzen können. Klar gibts da noch keine intregrierte Werbebnetzwerke oder Bezahldienste. Aber technische Defizite kann man eher beheben als vertragstechnische Unsicherheiten.

  2. »Alternative soziale Netzwerke scheinen zumindest im Moment keine Lösung zu sein. Einfach wegen der fehlenden Akzeptanz.«

    Sie werden DANN zur Lösung, wenn sie genutzt werden. Wenn die YT’er, die gesperrt wurden oder fürchten, in absehbarer Zeit gesperrt zu werden, zu den Alternativen abwandern und gleichzeitig noch ihre aSN-Aktivitäten auf fSN verlagern, dann werden viele folgen und diese Plattformen werden zur akzeptierten Lösung.

    Jetzt kommt von ihnen doch nur „da isja keiner“… anstatt zu sagen „ich gehda mal hin, meine “Fans” werden mir schon folgen“.

    1. Das würde aber eben nur bei denen funktionieren, bei denen das Dampfen der zentrale Mittelpunkt Ihres Lebens ist, also die Hardcore-Dampferblase. Die würden eine solche Änderung ggf. hinnehmen. Die Klientel muss aber gar nicht erreicht werden.

      Bei der breiten Masse ist es doch so das all ihre anderen Interessen auch weiterhin auf gewohnten SN zu finden sein werden bzw. dort “stattfinden”. Auf eine Änderung ihrer Gewohnheiten wegen nur eines Interessengebietes zu hoffen ist m. E. Wunschdenken.

      Das viele Alternativen seit Jahren eher am Rande der Akzeptanz und Bekanntheit “rumdümpeln” ist zwar traurig aber leider eine Tatsache und das trotz der unbestritten besseren Ausgangslage in Bezug auf Datensicherheit und “Werbe-Stalking”. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier, was ich persönlich am meisten bedauere.

  3. Ab September 2020 hat sich das Thema 2fach erledigt. 1. Sind bezahlte und gestellte Videos dann eh verboten. Und da fällt Vic leider drunter so gut seine Reviews waren und das auch Plattformunabhängig. Und 2. gilt ab dann ein Diskriminierungsverbot! Ist das Video nicht illegal dann darf es nicht verbannt/gelöscht oder versteckt werden 😉

    1. Das sage ich ja, die jetzige “Review” Kultur ist Geschichte. Gut man kann da geteilter Meinung sein, wobei es mir hauptsächlich darum geht das für “Umsteige willige” schlicht eine Info-Plattform ,zumindest in Teilen, wegbricht und dann auch noch die (leider) bedeutendste. Zeit dafür Alternativen zu schaffen.

      1. Niemand verbietet bei YT Umsteigervideos und Content zu zeigen … die aktuelle Praxis der bezahlten Werbereviews die ist aber vorbei. Ich denke nicht das das Umsteiger wirklich relevant betreffen wird wenn es keine 2000 “Unboxing” Reviews mehr gibt

        1. Das ist aber eine sehr optimistische Einschätzung. Wir können da gern noch mal in 12 Monaten drüber reden. Also wenn ich mal in die Glaskugel schaue, wird es in absehbarer Zeit vollkommen ausreichen auch nur Dampferutensilien zu zeigen, um gestriked zu werden. Damit wird auch normaler Content und Information nahezu unmöglich werden, es sei denn man macht das im Podcast Stil und erfindet für jeden spezifischen Dampferbegriff ein neues Wort damit die Audio-Scan Bots nicht auch noch zuschlagen^^.

          Vielleicht übertrieben aber die Plattformen wollen das Thema “weg haben” und das werden sie wegen des “Hausrechts” auch können und nach und nach tun.

          1. In den kommerziellen walled gardens wird die Zukunft wirklich düster. Da schlägt die „Künstliche Dummheit“ zu und wird die Dampfer-Kanäle nach und nach größtenteils austrocknen.

          2. Und da greift das Diskriminierungsverbot für Content in Zukunft. Die Plattform muss zwar nicht Monetarisieren (und das alleine reicht ja dafür das gefühlte 75% der Reviewer zu Twitch rennen!) aber darf legale Inhalte weder verstecken noch rauswerfen. Und in Zukunft gibts da auch eine neutrale Schlichtungsstelle für Strikes und co. Und ja klar in 12 Monaten reden wir nochmal … ist ja nicht so wie wenn hier wer verschwindet

          3. Sie haben in Ihren Gemeinschaftsregeln festgelegt das:” Der Verkauf von illegalen oder regulierten Produkten“ verboten ist.” Das meint auch die Promotion. Wie sie das auslegen ist Ihre Sache. Im Zweifelsfall greift eben die eher schwammige Formulierung zur Möglichkeit der Abweichung von den entsprechenden Regeln des Medienstaatsvertrages durch “Vorliegen eines sachlich gerechtfertigten Grundes…”. Der sachlich gerechtfertigte Grund ist in dem Fall der Verstoß gegen die Gemeinschaftsregeln.

            Im Übrigen war der Verweis auf “in 12 Monaten” kein konkretes Gesprächsangebot, sondern der Verweis darauf das in 12 Monaten die Auswirkungen des Youtube Gebarens erheblich deutlicher sein werden ^^.

  4. »die jetzige “Review” Kultur«

    Das stimmt, ist aber (in meinen Augen) auch kein Verlust. Vielleicht (hoffentlich) kommt dann die „alte“ Review-Kultur zurück, wo es nicht um Masse ging (weil man ja die gesponserten Dinger unbedingt schnell in die Kamera halten muss), sondern ausführlich vorgestellt wurde, was man Nvorgefiltert aus eigener Erfahrung) selbst erworben hat.
    Dafür muss dann auch auf eigene Plattformen ausgewichen werden, denn kein „Diskriminierungsverbot“ wird die Community-Regeln der Plattformen aushebeln können.

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