Das Ding mit Youtube und Twitch

Das Ding mit Youtube und Twitch

6. März 2020 13 Von Matthias Jung
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Das Ding mit Youtube und Twitch

Letzte Nacht habe ich mir einen Live-Stream von JayHaze und Vaping with Vic angesehn. Mach ich eher selten. JayHaze ist mir immer zu aufgeregt, aber seit seinem Video über die relativ unbedarfte Dame der Rutgers University die zum Dampfen “forschte” ,schau ich doch öfter mal bei ihm rein. So stolperte ich also eher zufällig über diesen Stream in dem sich JayHaze mit Victor Mullin aka Vaping with Vic über die aktuelle Schließung seines Kanals (05.03.2020) unterhalten hat.

Eins vorneweg, Mullin hat immer wieder polarisiert, aber ich mochte seine Videos und wenn ich keinen Testkauf machen wollte, ein Produkt aber unbedingt haben musste (😁) habe ich als erstes geschaut, ob er schon ein Review dazu gemacht hat. Ich denke das sagt eine Menge darüber aus was ich von ihm halte. So nun hat es Ihn auch erwischt wie viele andere auch, gerade in den letzten Wochen. Ich bin allerdings immer wieder erstaunt darüber wie ungläubig die Community (in dem Fall nicht Mullin selbst) darauf reagiert. Dieses Vorgehen von Youtube und anderen Plattformen ist seit Monaten, wenn nicht schon erheblich länger absehbar. Also nur eine Frage der Zeit.

Auch die Empörung ist nicht oder schwer nachvollziehbar. Abgesehen von allen irgendwo gültigen Gesetzen können die machen, was sie wollen. Wenn sie keine Reviewer von Dampfutensilien wollen, Zack weg damit. Punkt. Die müssen und werden sich, wenn überhaupt nur halbherzig dazu äußern. Müssen müssen sie gar nicht. Was viele Dampfer einfach nicht sehen ist das diese Sparte im Gesamtkonstrukt von Youtube ein Fliegenschiß ist, finanziell betrachtet schon gar keine Rolle spielt und deswegen auch nicht gepflegt und gehegt werden muss.

Im Gegenteil das Thema und ihr Vorgehen dagegen bietet den Plattformen ein probates Mittel ohne finanzielle Verluste mit Verantwortlichen und ggf. “wichtigen” Personen und Organisationen auf Kuschelkurs zu gehen. So einfach ist das und wird deswegen auch in nächster Zeit keine Veränderung erfahren. Es wird nur noch schlimmer. Auch die Massenflucht nach Twitch wird wenig bis gar nichts bringen. Letztlich reicht ein Blick in deren Community Guidelines um zu sehen, dass es relativ schnell vorbei sein kann und wird, wenn die Dampfkanäle überhand nehmen werden.

Das Problem an der Situation ist nicht, das es keine Reviews mehr geben wird. Privaten Meinungsäußerungen steht auch zukünftig nichts im Wege. Sponsoring ist eh schon verboten (By the Way: unverlangt an Reviewer zugesandtes Material  das dann ohne Absprache im Vorfeld reviewt wird ,stellt keine Werbung dar – geht natürlich mit dem Risiko für den Versender einher, das es nicht sicher ist, das es ein Review geben wird. Aber ihr seht, auch hier gibt es weiterhin Möglichkeiten.), das auf Youtube so beliebte “Give away” Modell ist auch zum Tode verurteilt usw. Es traf und trifft natürlich die zugegeben sehr wenigen Influencer die damit ihren Lebensunterhalt bestritten haben, also den absolut geringsten prozentualen Anteil. Das ist traurig, war aber seit TPD2 absehbar, also genug Zeit nach anderen Geschäftsmodellen zu suchen oder sich umzuorientieren. Das eigentliche Problem ist, das in den letzten Jahren die Entwicklung die war, das Umsteiger sich hauptsächlich auf diesen Plattformen informiert haben. Es bricht also eine Möglichkeit der Information weg. Gleiches gilt für andere soziale Netzwerke. Auch bei Facebook und Co wird die Strike-und-Delete-Keule  in Zukunft noch heftiger geschwungen werden. Nicht weil sie wirklich müssen, vielleicht aus Gefälligkeit, vielleicht einfach nur, weil sie können.

Wir müssen also wieder weg von der Zentralisierung, ganz einfach um sich nicht weiterhin ohne Not irgendwelchen Hausrechten zu unterwerfen. Um in Zukunft, natürlich im Rahmen der Gesetze, noch eine Stimme zu haben, geht das nur so. Alternative soziale Netzwerke scheinen zumindest im Moment keine Lösung zu sein. Einfach wegen der fehlenden Akzeptanz. Wie gesagt man muss, einfach im Hinterkopf behalten unsere Sparte ist winzig, so winzig, dass sie in großen sozialen Netzwerken schon untergeht, folglich in alternativen Netzwerken somit gar keine Rolle spielt oder spielen wird. Außerdem besteht durchaus die Möglichkeit das diese Alternativen, sollten sie wachsen, ähnlich operieren werden.

Also was tun? Niemand hindert jemanden der andere zum Thema informieren will, eine Webseite aufzumachen, Videos zu produzieren und sie auf den eigenen Webspace hochzuladen. Preislich ist das heute kein Thema mehr. Kohle kann man damit natürlich nicht verdienen, aber das haben wie gesagt eh die wenigsten getan. Diese Videos (natürlich rechtlich sauber also private Reviews, kein Sponsoring,keine Give aways, keine Werbung auf Shops etc. eben reine Info-Videos ohne finanziellen Hintergrund) könnte man zentral (von irgendeinem Forum aus) verlinken  und so trotzdem eine Anlaufstelle schaffen. Sozusagen ein dezentralisiertes Dampfer-Youtube. Man kann und sollte wieder mehr Foren promoten, um sie wieder zum zentralen Anlaufpunkt für Neugierige zu machen. Natürlich ist das ein ideeller Ansatz, aber das war es früher auch und das war nicht das Schlechteste an der Dampfer-Community.

Bis die Tage

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