MDR-Jump dein medizinischer Ratgeber

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MDR-Jump dein medizinischer Ratgeber

 

 

 

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich auf dem Blog die Themen „Dampfen verändert die Mundflora“ und „Rezo zerstört die Presse“. Wer hätte gedacht das gerade ein Radiosender beide Themen so meisterlich vereinigt, im schlechtesten Sinne. Wir erinnern uns, in besagter Studie stellten Wissenschaftler fest das Dampfen die Mundflora verändert, soweit so unspektakulär. Denn mehr gibt das Papier nicht her. (Zum Nachlesen bei Bedarf)

Daraus machte die Presse kurzerhand schwere Parodontitis, obwohl die Studie lediglich feststellte:

“Die Entzündungsreaktionen waren bei den Dampfern nicht grundsätzlich stärker als bei den Rauchern, sondern anders.”

Letztlich viel BlaBla und die übliche Feststellung, was genaues weiß man nicht, es bedarf weiterer Studien. Wahrscheinlich angestachelt durch Rezo´s Schelte Framing zu unterlassen und in Zukunft besser zu recherchieren, titelt besagter Sender auf seiner Seite deswegen (das war Satire…):

 

E-Zigaretten können das Zahnfleisch schädigen

Das geht ja noch durch, obwohl Konjunktive im besten Fall eben auch vermieden werden sollten. Schon, weil solche Headlines eigentlich gar keine Aussage treffen. „Hätte, hätte, Fahrradkette.“ Aber es wird ja noch besser, weil man im Konjunktiv ja nahezu alles behaupten kann, ohne sich die „Schreiberfingerlinge“ schmutzig zu machen folgt folgende hanebüchene Aussage, die selbst bei 3,8 Promille und attestierter Schizophrenie nicht aus dem Papier herausgelesen werden kann:

…ob womöglich sogar Mundkrebs drohen könnte.

Auf die Idee sind die Jungs & Mädels natürlich nicht selbst gekommen, sie belegen die Aussage mit einer Quelle, bei der sie sich entsprechend bedient haben. Dort heißt es:

„Weitere Studien sollen klären, ob die Bakterien Erkrankungen wie Parodontose bis hin zu Mundkrebs auslösen können bzw. ob sie auch die Wundheilung im Mund beeinflussen.“

„Dampfzigaretten scheinen die Bakterien auch wesentlich schneller zu verändern. Während die Raucher in der Kontrollgruppe bereits fünf Jahre lang Zigaretten konsumierten, pafften die E-Zigarettenraucher erst zwölf Monate oder kürzer. Beide Gruppen hatten aber ähnlich hohe Entzündungswerte.“

Und da liegt eben das Problem beim Abschreiben ohne eigene Hintergrundrecherche. Hier werden der Studie Ergebnisse oder Schlussfolgerungen sozusagen in den Mund gelegt. Getroffen wurde keine der beiden Aussagen. Weder taucht das Wort „Mundkrebs“ Im Original auf, noch bestehen die Autoren auf eine Allgemeingültigkeit in Bezug auf die festgestellte schnelle Veränderung der Mundflora bei Dampfern. Im Original liest sich das so:

Obwohl wir anerkennen, dass der Querschnittscharakter dieser Studie es uns nicht erlaubt, Rückschlüsse auf die Zeit bis zum Ereignis zu ziehen, gibt es Hinweise darauf, dass die Auswirkungen von E-Zigaretten auf das orale Mikrobiom viel früher als beim Rauchen erkennbar sein könnten.“ (Quelle)

Also ein Artikel der bereits in seiner Einleitung:

„Sie gelten als etwas weniger gesundheitsschädlich als der klassische Glimmstängel mit Tabak. Doch auch E-Zigaretten sind leider nicht ohne Probleme. Und gerade ist ein neues dazugekommen.“

suggeriert das es mit der belegten weitaus geringeren Schädlichkeit der Dampfe nicht weit her sein kann, also Framing betreibt. Schnell mal noch die Entstehungsgeschichte der Dampfe in Zweifel ziehen:,

„Erfunden hat die E-Zigarette angeblich ein chinesischer Apotheker irgendwann um die Jahrtausendwende – um sich selbst das Rauchen abzugewöhnen.“ (hat er, also zumindest die moderne Version/ WIKI für Dummies)

um dann final sozusagen eine Reihe von „könnte, müsste, hätte, womöglich u.s.w.“ über die E-Zigarette auszuschütten. Ein Artikel, der sich zu 100 % auf die verlinkte Studie bezieht wäre zugegebenermaßen sehr kurz geworden. Er hätte wie folgt lauten müssen:

Wie Wissenschaftler-innen kürzlich in einer Studie herausfanden, besteht die Möglichkeit das die Nutzung von E-Zigaretten die Mundflora ähnlich wie bei Rauchern verändern kann. Um genaue Aussagen über die Veränderungen treffen zu können und deren ggf. schädliches Potenzial abschließend zu beurteilen, sind weitere Studien nötig.

Denn mehr gibt die Studie einfach nicht her! Aber um dem eigenen Geschreibsel mehr Aussagekraft zu bescheren, ist man sich auch nicht zu schade noch eben das DKFZ ungefragt ins Boot zu holen. Wohl wissend das die Aussagen des DKFZ so gar nichts mit dem besprochenen „Problem“ zu tun haben und ihrer eigenen Einleitung schlicht widersprechen. Wir erinnern uns: „…gelten als etwas weniger gesundheitsschädlich“.

Bereits vor der Veröffentlichung der neuen Ergebnisse hatte das Deutsche Krebsforschungszentrum gewarnt: „Im Vergleich zu Tabakzigaretten sind E-Zigaretten zwar sehr wahrscheinlich deutlich weniger schädlich, dennoch sind sie keine harmlosen Life-Style-Produkte.“ 

Wenn das die Lehren sind, die Journalisten aus der REZO Kritik gezogen haben wollen, dann Gute Nacht.

Bis die Tage


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