Neue Metastudie aus Mainz ☠️🤢

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Neue Metastudie aus Mainz ☠️🤢 (Also nicht wirklich neu, aber dazu später.)

Am 26.06.2020 erschien im Fachmagazin European Heart Journal eine Metastudie mit dem Titel:

Effects of tobacco cigarettes, e-cigarettes, and waterpipe smoking on endothelial function and clinical outcomes

„Auswirkungen des Rauchens von Tabakzigaretten, E-Zigaretten und Wasserpfeifen auf die Endothelfunktion und die klinischen Ergebnisse“

 

Verantwortlich für die Studie zeichnet Thomas Münzel, Professor für Kardiologie und Angiologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und ärztlicher Direktor der 2. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Genau jener Professor der bereits 2014 mit der unhaltbaren Aussage das „E-Zigaretten mehr Schadstoffe enthalten als gewöhnliche Zigaretten“, auf sich aufmerksam machte. Es war also bereits im Vorfeld klar, hier forscht kein neutraler Beobachter / Wissenschaftler, sondern ein zutiefst voreingenommener Mensch. Eine von ihm bereits im November 2019 veröffentlichte Studie mit dem vielsagenden Titel: „Kurzzeitige Exposition gegenüber E-Zigaretten-Dämpfen verursacht vaskulären oxidativen Stress und Funktionsstörungen: Hinweise auf einen engen Zusammenhang mit Hirnschäden und eine Schlüsselrolle der phagozytischen NADPH-Oxidase (NOX-2)“, wurde scharf angegriffen. Es war also nicht schwer zu erraten, wes Geistes Kind die neue Studie sein wird.

Das solche Studien merkwürdigerweise immer dann erscheinen, wenn sie von den ANTZ oder der Politik gebraucht werden ist natürlich nur ein dummer Zufall 😉. Was sonst. Das die Presse ebenso zufällig derartige Studien sofort aufgreift und deren Inhalte meist doppelt so inhaltsschwer darstellt als sie eigentlich sind, auch!

Das  im Vorfeld des nächste Woche drohenden Entschließungsantrages der CDU/CSU und SPD Regierungsfraktion zum Thema Aromen (ihr wisst, der euphorische Twitter Ausbruch der „Drogenspezialistin“ LUDWIG) die Presse die o.g. Studie in „Lichtgeschwindigkeit“ aufs Tableau hebt, ist natürlich auch nur Zufall.

Schon titelt BR24:

„Was ist gefährlicher: Zigarette, e-Zigarette oder Shisha?“

 

Auch der Tag24 lässt sich nicht lumpen:

„Vaper aufgepasst! So schädlich sind E-Zigaretten wirklich!“


Ergänzungen Pressestimmen 28.06.20 04.00 Uhr

Unter der exakt gleichen Überschrift ARD Audiothek/Bayrischer Rundfunk und Podcast.de Öffentlich-rechtliche Abschreiberei.

EZigaretten und Wasserpfeifen – Keine harmlosen Alternativen zur Zigarette!


 

 

Und das sind nur die Ergebnisse die über Nacht zu sehen waren. Warten wir ab was der heutige Tag in den „seriösen“ Medien bringt… Wir wissen es schon jetzt, Framing der übelsten Sorte, Ludwig wird sich die Hände reiben. Die Frage die sich allerdings stellt, gibt die zitierte Studie die gezeigten Schlagzeilen überhaupt her? EHER NICHT!

 

Tatsächlich weist die Studie verallgemeinernd ausgedrückt nach das die E-Zigarette im Vergleich zu Tabakzigarette und Shisha das geringste Schadenspotential mitbringt. Also nicht wirklich NEU.

Im Gegenteil, im Prinzip hat der Professor aus Mainz hier Studien zusammengefasst die es schon lange gibt. Das bei solchen Metastudien durchaus die Gefahr besteht das man sich Material zur Zusammenfassung „aussucht“ das einem genehm ist, stelle ich mal in den Raum. Auf jeden Fall ist es keine neue Forschung, sind es keine neuen Ergebnisse, auch wenn die Presse es uns genau so verkaufen wird. Müßig dabei zu erwähnen das diese Sammelarbeit natürlich von Big Pharma, genauer Boehringer-Ingelheim finanziert wurde.

Liest man die Zusammenfassung der Ergebnisse, wird recht schnell klar welchem Zweck diese Metastudie eigentlich dienen soll.

Zusammengenommen besteht kein Zweifel daran, dass Tabakzigarettenrauch schwerwiegende kardiovaskuläre Nebenwirkungen hat, die zu einer endothelialen Dysfunktion, erhöhtem oxidativem Stress und erhöhter kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität führen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass E-Zigaretten-Dampf weniger giftig ist als Tabakrauch. Trotzdem erhöht akutes Rauchen von E-Zigaretten den Blutdruck, verursacht eine endotheliale Dysfunktion und erhöht den vaskulären und zerebralen oxidativen Stress. Obwohl sie weniger toxisch sind, sollten die von Public Health England und dem Royal College of Physician vorgeschlagene „95% weniger schädlich Behauptung“ aufgrund der zunehmenden Zahl harter Beweise für durch E-Zigaretten verursachte Schäden rasch neu bewertet werden. Das Rauchen von Wasserpfeifen ist nicht weniger schädlich als das Rauchen von Tabak und kann daher nicht als gesunde Alternative angesehen werden. Shisha-Rauch hat signifikante kardiovaskuläre Nebenwirkungen, verursacht endotheliale Dysfunktion, oxidativen Stress im Gefäßsystem und arterielle Hypertonie. Die größeren Rauchmengen, die aus Wasserpfeifensitzungen ausgestoßen werden, können im Vergleich zum Rauchen von Tabakzigaretten zu einer noch höheren Exposition gegenüber Giftstoffen führen. Im Allgemeinen ist der verstärkte Einsatz von E-Zigaretten und Wasserpfeifen besorgniserregend und es sollten Maßnahmen, wie kürzlich empfohlen, umfassendere Bemühungen zur Eindämmung des Tabakkonsums durch Erhöhung der Tabaksteuern, Verabschiedung von Rauchverbotsgesetzen, Durchführung von Massenmedienkampagnen und Einschränkung des Tabakmarketings zum besseren Gesundheitsschutz durchgeführt werden…

Ganz ungeniert wird in den Schlussfolgerungen die Wasserpfeife mit der E-Zigarette in einen Topf geworfen. Jeder der sich die Studie (oben verlinkt) einmal genauer anschaut, merkt recht schnell das in vielen Formulierungen die Shisha oder Tabakzigarette lediglich als Vehikel genutzt wird um der Dampfe ganz nebenbei den Anschein erhöhter Gefahr mitzugeben. Das soll heißen es wird bewusst der Begriff Dampfe und Shisha in Folgesätzen zusammen genannt, obwohl sich Text vorher explizit auf Shishas oder Tabakzigaretten bezog. Das ist im übrigen auch Framing.

In der Einleitung werden ebenso bewusst Informationen untergebracht, deren Inhalt längst widerlegt worden ist.

„Trotz dieser Fortschritte ist die Verwendung von E-Zigaretten und Wasserpfeifenprodukten  ein aufkommender Trend, insbesondere bei jüngeren Generationen. Die falsche Wahrnehmung, dass diese Produkte wesentlich weniger schädlich sind als Tabakzigaretten oder sogar gesündere Alternativen darstellen, liefert eine Erklärung für diesen Trend. Die Behauptung, weniger schädlich zu sein, die Verfügbarkeit unzähliger „ansprechender“ Aromen und das Fehlen von Vorschriften nach ihrer Einführung in den Markt machten E-Zigaretten und Wasserpfeifenprodukte zu einem attraktiven Einstiegsmittel für Erwachsene und Jugendliche, die zuvor nicht geraucht haben. Infolgedessen hat die Anzahl der Benutzer von E-Zigaretten und Wasserpfeifen dramatisch zugenommen.“

Wie gesagt, es ist ziemlich klar was dort gerade passiert. Framing, Falschbehauptungen, das Wiederholen abgedroschener Phrasen und längst widerlegter Theorien verbinden sich zu einer Steilvorlage für ANTZ und Politik. Über den wissenschaftlichen Wahrheitsgehalt dieses Pamphlets werden andere zu urteilen haben und ich bin sicher die Reaktion wird nicht lang auf sich warten lassen. Gespannt darf man sein, inwieweit bereits nächste Woche auf diese Studie Bezug genommen wird.

 

Bis die Tage

https://matzes-dampferecke.de/2020/06/29/erste-reaktionen-auf-muentzel-studie/

 

 

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