SCHEER in Kurz und Deutsch

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SCHEER in Kurz und Deutsch

Über den veröffentlichten SCHEER Bericht wurde ja bereits in mehreren Netzwerken, Blogs und Magazinen berichtet. Ebenso über die möglichen Folgen. Deswegen lasse ich das außen vor und widme mich nur den wesentlichen Aussagen der Einleitung, verkürzt und übersetzt.

Für diejenigen die noch nichts davon gehört haben hier lediglich eine kurze Begriffsklärung. Scientific Committee on Health, Environmental and Emerging Risks, abgekürzt SCHEER, ist ein wissenschaftlicher Ausschuss der in Vorbereitung neuer EU-Gesetze Empfehlungen auf Grundlage vorhandener oder vermeintlich vorhandener wissenschaftlicher Erkenntnisse abgibt. So aktuell zur E-Zigarette in Bezug auf die  kommende “TPD 3”. Die Empfehlungen sollen den Mitgliedern der entsprechenden Kommissionen als Entscheidungshilfe und Information dienen. Das dabei speziell in diesem Fall wissenschaftliche Evidenz gegenüber der Zementierung von WHO Ansichten in den Hintergrund tritt ist weder überraschend noch unerwartet. Besonders hinsichtlich der Tatsache das die WHO auch in Persona im SCHEER vertreten ist.

Alle folgenden Aussagen entstammen dem Originalbericht der HIER in Gänze vorliegt.

SCHEER kommt zu dem Schluss, dass bei den gesundheitlichen Auswirkungen für Benutzer elektronischer Zigaretten das Gesamtgewicht der Nachweise für das Risiko lokaler Reizschäden der Atemwege beim häufigen benutzen elektronischer Zigaretten aufgrund der kumulativen Exposition gegenüber Polyolen, Aldehyden und Nikotin moderat ist. Für durchschnittliche und leichte Benutzer darf sie nicht ausgeschlossen werden. Die insgesamt gemeldete Inzidenz ist jedoch gering.

Auf Deutsch: Bei regelmäßiger Benutzung der E-Zigarette ist die Schädigung der Atemwege bzw. das Risiko örtlicher Reizschäden wegen dem höheren Ausgesetztsein von Polyolen (Polyalkohole), Aldehyden und Nikotin als gemäßigt zu betrachten. Bei seltener Benutzung darf eine Schädigung jedoch nicht ausgeschlossen werden. Tatsächlich existierende/bekannte Fälle von Schädigungen sind allerdings selten.

Das Gesamtgewicht der Evidenz für das Risiko langfristiger systemischer Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System ist stark.

Auf Deutsch: Es gibt viele und starke wissenschaftliche Belege (Wo???) für langfristige Schädigung des Herz-Kreislaufsystems. (Glantz ick hör dir trapsen)

Das Gesamtgewicht der Nachweise für das Risiko einer Krebserkrankung der Atemwege aufgrund einer langfristigen kumulativen Exposition von Nitrosaminen und aufgrund einer Exposition von Acetaldehyd und Formaldehyd ist schwach bis mäßig schwach.

Auf Deutsch: Insgesamt gibt es kaum bis wenige Nachweise für eine Krebserkrankung der Atemwege ausgelöst durch die E-Zigarette.

Das Gesamtgewicht der Beweise für das Risiko von Vergiftungen und Verletzungen aufgrund von Verbrennungen und Explosionen ist hoch. Die Inzidenz ist jedoch gering.

Auf Deutsch: (Sorry den Satz hätten sie sich auch sparen können, denn:) Bei ggf. vorkommenden Explosionen ist die Gefahr einer Verletzung hoch, tatsächlich gibt es aber nur wenige Fälle. (Das eine Explosion Aua macht kapiert auch der dümmste EU-Abgeordnete dazu bedarf es keines besonderen Hinweises.)

Das Gesamtgewicht der Evidenz für Risiken anderer langfristiger gesundheitsschädlicher Auswirkungen wie Lungenerkrankungen, ZNS und reprotoxischer Effekte, die auf der Grundlage der Gefahrenidentifikation und begrenzter menschlicher Evidenz plausibel sind, kann aufgrund fehlender konsistenter Daten nicht ermittelt werden.

Auf Deutsch: Eigentlich müsste, könnte und sollte da noch mehr sein, aber wirklich sagen können wir dazu nichts es gibt ja keine LAAAAAAANGZEITSTUDIEN!

Bisher gibt es keine spezifischen Daten, nach denen bestimmte in der EU verwendete Aromen nach wiederholter Exposition ein Gesundheitsrisiko für Benutzer elektronischer Zigaretten darstellen (Sie können jedoch die Attraktivität erhöhen).

Auf Deutsch: Wir wissen nicht ob Aromen ein Gesundheitsrisiko darstellen, winken aber schon mal vorsorglich mit der “Jugendschutzkeule”. Wenn wir nämlich weiterhin nichts finden, verbieten wir sie eben um die Jugend zu schützen. Hallelujah…

Speziell bezogen auf Passiv-Dampfer

Das Gesamtgewicht der Nachweise ist moderat für das Risiko lokaler Reizschäden der Atemwege.

Auf Deutsch: Moderat bedeutet in dem Fall, eigentlich haben wir nichts, aber schreiben müssen wir ja etwas. Es existieren nicht einmal moderate Hinweise darauf das Passivdampfen die Atemwege reizt. Gut abgesehen vom Selbstversuch der PöLa die dem Dampf aus zweiter Hand einmal attestierte er bescherte ihr eine Benommenheit…

Das Gesamtgewicht der Evidenz für das Risiko systemischer kardiovaskulärer Wirkungen bei aus zweiter Hand exponierten Personen aufgrund der Nikotinexposition ist schwach bis mäßig.

Auf Deutsch: Was hier so aufgeblasen formuliert wird soll unterstellen das ggf. im Dampf vorhandenes Nikotin beim Passiv-Dampfer ähnliche Auswirkungen hat wie beim eigentlichen Konsumenten. Nämlich den Kurzzeiteffekt der Erhöhung von Pulsfrequenz und Blutdruck. Dafür gibt es allerdings meines Wissens gar keine Evidenz.

Das Gesamtgewicht der Hinweise auf ein krebserzeugendes Risiko aufgrund der kumulativen Exposition gegenüber Nitrosaminen ist schwach bis mäßig.

Auf Deutsch: Die Verwendung der Attribute mäßig bis schwach legt nahe, sieht man sich obige Zitate an, das es nahezu keine Evidenz gibt. Das ist auch in diesem Fall so.

Sieht man sich das Papier wirklich in Ruhe und vollkommen unaufgeregt (was zugegeben extrem schwerfällt) an, stellt man sehr schnell fest, dass sie eigentlich gar nichts haben. Wie üblich strotzt die Zusammenstellung von Konjunktiven, behaupteten aber nicht vorhandenen Risiken und längst widerlegten Mechanismen (Gateway-Effekt). Eine Arbeit die nicht unwissenschaftlicher sein könnte, weil sie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse bewusst außen vor lässt oder ohne Gegenevidenz ins Abseits schiebt und sich teilweise Studien bedient die die wissenschaftliche Gemeinde längst als unzulässig und falsch gebrandmarkt hat (Glantz/Herzstudie/Retract). Man wird nur schwerlich das Gefühl los das die WHO hier ihren ganz persönlichen vorweihnachtlichen Wunschzettel durchgedrückt hat. Leider wird dieses Pamphlet als Grundlage für weitere Gesetzgebungen dienen. Die noch möglichen Stellungnahmen von Interessenvertretern (bis 26. Oktober) werden wie bereits gewohnt nur “mäßige bis schwache” Wirkung zeigen.

Ein vollständiger Bericht (inklusive der dazu nötigen Übersetzung) über die Inhalte des 117 Seiten langen Ergusses ist innerhalb eines Tages nicht wirklich realistisch, weswegen es ggf. noch Ergänzungen geben wird.


Weiterführende Artikel

SCHEER-Report liest sich wie dkfz-Dokument aus alten Zeiten

SCHEER Report: Vorbereitung der TPD3

SCHEER Report veröffentlicht


 

 

Alles in allem ein wirklich schwarzer Tag für die Dampfer Europas und wenn auch fast zu spät, DAS Signal endlich den Arsch hochzubekommen….

Community?!

 

Bis die Tage

SCHEER in Kurz und Deutsch

 

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