In der Realität… oder “Ach so schlimm wirds wohl nicht werden!”

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In der Realität… oder “Ach so schlimm wirds wohl nicht werden!”

Foto von Michael Nunzio von Pexels

In einem Artikel von PepeCyb  ging es kürzlich darum, das es an der Zeit ist (auf Deutsch gesagt) den Arsch hochzubekommen, oder um die zum Teil extrem verzerrte Wahrnehmung zum Thema der tatsächlich im Raum stehenden Einschränkungen beim Dampfen. Übrigens 👍 dafür.

 

Allzu oft bekommt man zu lesen oder zu hören,das es wohl so schlimm nicht kommen würde.” Wir (die Dampfer) hätten schon so einiges überlebt, warum nicht auch das. Oder die mir unverständlichste Einstellung, Pfff, ich hab bis zum SanktNimmerleinsTag, was scheren mich die anderen…” Auch nicht gerade selten kommt es zu einer Aussage die an Kurzsichtigkeit schwer zu überbieten ist, und zwar folgender: “Warum sollte ich “missionieren” und mich dabei aufreiben, das sollen mal die anderen machen. Ich seh das gar nicht ein. Ich werde mein Zeug schon irgendwie bekommen. Quellen kenne ich ja genug. Basta!”

So sehr die erste Annahme bedauerlich ist, weil sie schlicht und ergreifend von fehlendem Verständnis für die im Moment subtil vorbereiteten kommenden “Paukenschläge” der ANTZ Zeugnis ablegt, so grenzwertig sind die beiden letzten Einstellungen. Bedeutet das doch nichts anderes als das man nur auf sich bedacht anderen mal eben die Möglichkeit zu einer alternativen, weniger schädlichen Variante schlicht nicht gönnt, bzw. das es einem vollkommen egal ist, weil man eben nur an sich denkt. Außerdem hilft einem die Kenntnis über im Moment alternative Quellen (Ausland etc.) relativ wenig, denn ein stark eingeschränkter Markt wird kaum noch zu Innovationen fähig sein. Also genau der eh schon winzige Teil des Marktes der langjährige Dampfer überhaupt interessiert, könnte durch deren Teilnahmslosigkeit in den Ruin getrieben werden. Ursache und Wirkung!

Vielleicht ist es ganz sinnvoll deswegen in Kurzform darzustellen was uns tatsächlich drohen könnte, sollten die Dampfer weiterhin die Hände im Schoß liegend der Dinge harren, die da kommen. Natürlich ist damit nicht gesagt das es auch tatsächlich genau so passiert. Aber der Wunschzettel der WHO/ANTZ, ist klar erkennbar.

Aromen sollen stark eingeschränkt, am liebsten aber verboten werden!

Und nein das ist keine Annahme, sondern eine Tatsache. Da man bis dato den Aromen nur sehr schwer gesundheitsschädliche Wirkung nachsagen kann, zumindest nicht ohne den Beweis schuldig zu bleiben, hat man sich darauf verlegt die Aromen als Hauptschuldige für die angebliche Dampf-Epidemie unter Kindern und Jugendlichen auszumachen. Jugendschutz kommt immer an. Dass das aktuell immer wieder mal von “hinten” ins Gespräch eingebracht wird, mag der kürzlich besprochene SCHEER Bericht belegen. Der stellte zwar klar, dass es bis dato keine Beweise für eine Schädlichkeit gäbe, verwies aber auf die Erhöhung der Attraktivität der E-Zigarette durch Aromen… Man muss schon mit Blindheit geschlagen sein, um nicht zu erkennen, wohin das führen soll.

Selber mischen soll verboten oder zumindest unattraktiv gemacht werden!

Was? Wie? Wo? Stimmt, liest man so nicht, hört man so direkt auch nie. Allerdings die gerade in letzter Zeit immer wieder von einigen Beteiligten in die Diskussion eingeworfenen Behauptungen darüber was man angeblich alles so in Liquids mischen könnte und welche Folgen das ggf. haben kann, lassen nur den Schluss zu das man genau das plant. Passend dazu werden in den Medien Berichte über derartige Vorkommnisse entsprechend aufgebläht und im realen Inhalt verkürzt wiedergegeben. Man “sensibilisiert” die Öffentlichkeit. Einer der Gründe dafür das EVALI immer mal wieder Thema ist, natürlich ohne die Hintergründe tatsächlich zu benennen. Das wäre ja kontraproduktiv, die Wahrheit stört in diesem Fall halt am meisten… Aber es funktioniert. In der Öffentlichkeit verfestigt sich gerade im Moment die Ansicht das die E-Zigarette mindestens genau so, wenn nicht sogar schädlicher sei als die Tabakzigarette. Also zumindest Meinungsbildung hat ANTZ besser drauf als wir.

Spürbare Erhebung von Steuern um das Produkt unattraktiv zu machen!

Und das ist auch der einzige Grund. Jugendschutz ist nur vorgeschoben. Ganz einfach, weil er so nicht funktioniert. Trotz erheblicher Steuern auf Tabakprodukte gibt es noch immer rauchende Kinder und Jugendliche. Das deren Zahl insgesamt abnimmt, hat ganz andere Gründe. Es liegt aber definitiv nicht am Preis. Fiskalisch macht eine Steuer wenig bis gar keinen Sinn. Die Kosten werden in den ersten Jahren die “Gewinne” auffressen und im Vergleich zur Tabakzigarette sind die Einnahmen geradezu lächerlich gering. Es geht also eher nicht um Steuereinnahmen, sondern darum ein Produkt möglichst unattraktiv zu machen um die Zahl Interessierter auch ohne Verbote bereits im Vorfeld auszudünnen.

Überwachung und Einschränkung des grenzüberschreitenden Handels!

Damit soll das “Tor” geschlossen werden, das einige Dampfer als ihre Alternative betrachten. Natürlich bemüht man sich dem ganzen einen Anstrich von Vorsorge zu geben, indem man in die Formulierung des Antrages auf Entschließung die Wörter “nicht rechtskonform” aufgenommen hat. Da das Was und Wie der Überwachung und Einschränkung noch gar nicht absehbar ist, bzw. deren punktuelle Umsetzung an sich nahezu unmöglich scheint, sind Kollateralschäden auf rechtskonforme Produkte schlicht nicht auszuschließen.

Plain Packaging!

Auch das soll erwähnt werden, obwohl es realistisch betrachtet keiner Erwähnung wert wäre. Schockbildchen haben weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart und auch zukünftig keine spürbaren Auswirkungen auf den Konsum. Auch, wenn das immer wieder gern so dargestellt wird. Außerdem was soll denn auf Dampfprodukte gedruckt werden? Schwarz eingefärbte Lungen?

Nicht zu unterschätzende Ausnahmeregelungen

Bereits jetzt sind Möglichkeiten installiert, um das Dampfen ohne großen Aufwand unattraktiver zu machen. Zum Beispiel der Verkauf von nikotinfreien Liquids in größeren Abfüllungen als 10 ml stellt lediglich eine Ausnahmeregelung dar die ohne große Gesetzesstechnische Probleme auch wieder gekippt werden kann. Das schnelle Aus für Shortfills…

Blick in eine düstere Zukunft…

Denkt man das oben aufgeführte einen Schritt weiter, denn wer nimmt ernstlich an das selbst nach “durchdrücken” dieser Verbote und Einschränkungen Schluss wäre, kommt man zu folgendem wahrscheinlich folgendem Szenario:

Alle Verbote sind installiert, greifen aber noch nicht in gewünschtem Ausmaß, soll heißen es gibt immer noch zu viele Dampfer da draußen die über den Einkauf aus verschiedenen Quellen (Lebensmittelaromen /Grundstoffe für Basen in Kanistern etc.) die bestehenden Regelungen wirksam umgehen. Dann wird wieder gejammert und die “Einschränkungspresse” angeworfen. In der Folge wird man sich folgendermaßen äußern und agieren:

Um das selber Mischen wirksam zu unterbinden sind nur noch Geräte mit vorbefüllten Pods erlaubt. Andere, also offene Systeme, erhalten keine Zulassung mehr.

Um eine “geregelte Nikotinabgabe” in den Grenzen der erlaubten Werte sicherzustellen werden die Leistungen neuer Geräte beschränkt. Andere Geräte erhalten schlicht keine Zulassung.

Um den Markt wirksamer kontrollieren zu können wird der Onlinehandel verboten.

Ergebnis: Das Dampfen ist TOT!

Zugegeben ist das natürlich eine überspitzte Darstellung. Betrachtet man sich allerdings die aktuelle Entwicklung etwas genauer scheint sie nicht wirklich unrealistisch.

 

Bis die Tage

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5 thoughts on “In der Realität… oder “Ach so schlimm wirds wohl nicht werden!”

  1. Grossteilig stimme ich dir zu

    Nur sind da 2 Punkte auf deiner Liste drauf die auch die “Händlerverbände” schon lange fordern:
    – Mischen soll verboten werden ist zumindest inoffiziell schon lange ein Ziel von einer breiten Mehrheit der Marktteilnehmer. Kann man natürlich so nicht offen sagen aber man arbeitet dran.
    – Einschränkung des grenzüberschreitenden Handel ist auch schon lange ein Ziel “unserer” Branche. Und der Entwurf der jetzt eingebracht wurde geht laut Eigenaussage eines Verbandes auf deren Initiative zurück.

    Von daher da gräbt sich die Branche selber mit ihr Grab und das sehr glücklich denn die Umsatzsteigerungen die man in naher Zukunft davon erwartet sind wichtiger wie die langfristigen Folgen.

    Bei dem Punkt Steuern bin ich anderer Meinung. In D, wo die Tabaksteuern immer noch relativ niedrig sind, siehst du eher weniger Effekte das Jugendliche dadurch massiv abgeschreckt werden. Schau mal in Länder wo Kippen richtig teuer sind!
    Grade bei den “low income/low education” Gruppen (aka “Bildungsferne Schichten”) die prozentual mehr Raucher haben greift ein hoher Preis um den Einstieg zu vermeiden. Natürlich nicht immer und pauschal aber schon merklich. Ob ich jetzt Steuern auf Dampfprodukte für richtig halte und ob die Gefahren dadurch überhaupt eine Steuer rechtfertigen? Das ist ein anderes Thema. Aber haben damals die Alcopops ihre Sondersteuer sich verdient gehabt oder war das nur eine Massnahme um die Lokalen Winzer und Brauer vor Konkurrenz abzuschirmen? Eher letzteres ….

    1. Das die Branche selbst einige der Einschränkungen herbeiwünscht, ist ja nicht neu. Dieses “Horrorszenario” das ich da oben verzapft habe ist natürlich aus der Sicht eines
      deutschen Konsumenten verfasst, weswegen die Wertung ob auch noch andere Interessensgruppen die eine oder andere Änderung begrüßen würden außen vor bleibt. Es geht ja um die möglichen Folgen der jetzigen ANTZ-Politik, nicht um die Gruppen die sich ggf. im Hintergrund ebenfalls noch die Hände reiben. Gleiches gilt für die Bewertung der steuerliche Belastung und deren Auswirkungen die im Artikel speziell aus deutscher Sicht erfolgte. Zumindest in Deutschland haben bestehende Steueraufschläge die Jugend eher nicht vom Rauchen abgehalten.

  2. Ich dampfe seit Feb. 2018 und verfolge seither sehr genau, was Politik, Verbände, ANTZ und die betroffenen Industrien (Pharma, Tabak und unsere) weltweit tun.
    Ich denke nicht dass dein sogenanntes “Horrorszenario” eine Übertreibung ist. Im Gegenteil. Abgesehen von England und Neuseeland gibt es kein Land mehr, wo das Dampfen nicht mit allen Mitteln bekämpft wird. Die Wahrnehmung der Öffentlichkeit was das Dampfens angeht, hat sich dank der Bemühungen von ANTZ, Politik und Medien von “weniger oder viel weniger schädlich als Rauchen” zu “genauso oder sehr viel schädlicher als Rauchen” geändert. Auch Raucher und sogar etliche Dampfer selbst halten das Dampfen für schädlich und Nikotin für ein Nervengift das Krebs und Herzinfarkt verursachen kann.
    Was ich nicht begreife, ist die Haltung der Hauptbetroffenen, also der Dampfer. Trotz allem, was sich in den letzten 4 Jahren getan hat, denken sie immer noch, sie wären auf der sicheren Seite. Und tun – nichts. Eine europaweite Interessenvertretung der Konsumenten ist Pflicht und braucht 2 Dinge: Leute, deren Interessen sie vertreten kann = Mitglieder und ein ausreichend dickes finanzielles Polster = Geld. Für die Dampfer ist es aber schon zu viel verlangt, kostenlos Mitglied zu werden (einfach online Namen eingeben, den Satz “Ich will Mitglied werden” bestätigen und auf “Senden” klicken) oder ab und zu mal eine Petition zu unterzeichnen, eine geplante EU Maßnahme zu kommentieren, oder sonst was. Ich begreife das nicht und das Nichtstun macht mir Angst. Es wird nämlich genau so enden, wie du vorhergesagt hast. Der Markt wird auf ein Dutzend geschlossene, vorbefüllte Podsysteme reduziert werden. Mit maximal 14 Watt und kontrollierter Nikotinabgabe (Bsp. HALE). Und ich? Ich werde wieder rauchen…

    [Bemerkung:Sonja hatte in einer zweiten Nachricht einen Fehler ausgelöst durch die Rechtschreibkorrektur richtiggestellt. Ich habe den Fehler beseitigt und den 2. Post gelöscht.]

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