Illegale E-Zigaretten oder rosa Einhörner

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Illegale E-Zigaretten oder rosa Einhörner

Foto von Elina Krima von Pexels

Das Handelsblatt titelte kürzlich mit Quellenverweis dpa:

ROUNDUP : Bundesrat warnt vor illegalen E-Zigaretten

Die Bundesländer fordern einen besseren Schutz vor illegal importierten E-Zigaretten…

Nun mag sich der unbedarfte und ggf. auch der informierte Leser fragen, was sind illegale E-Zigaretten? Wo gab und gibt es diese? Haben solcherlei Produkte durch ihr “Erscheinen” auf dem deutschen Markt Schäden in irgendeiner Form verursacht? Eine Warnung bedarf im Regelfall einer tatsächlich im Raum stehenden Gefahr. Soll heißen, warnen kann man, nur wenn eine davon ausgehende Gefahr wahrscheinlich ist. Alles andere wäre ja auch vollkommen sinnfrei, bzw. die Postulierung des unsichtbaren rosa Einhorns.

Im Text spezifiziert man die “Gefahren” folgendermaßen:

Die Länderkammer warnte vor verbotenen Inhaltsstoffen und falscher Kennzeichnung auf importierten Geräten. Bisherige Maßnahmen der Behörden gegen internationale Anbieter seien häufig nicht erfolgreich.

Lassen wir eventuell falsch gekennzeichnete Geräte außen vor. Wesentlicher ist so oder so die Formulierung “…Die Länderkammer warnte vor verbotenen Inhaltsstoffen…”. Diese suggeriert nämlich das so etwas in spürbarem Maße tatsächlich vorkommt. Davon ist eher nicht auszugehen. Wäre dem so, wäre dieser Umstand definitiv bereits von diversen Bündnissen instrumentalisiert worden. Da diese aber immer noch im  Konjunktiv vor ominösen “gefährlichen” Ingredienzen warnen, kann man getrost davon ausgehen das dies bisher nicht der Fall war. Dafür spricht im übrigen auch die letzte Pressemitteilung des BfR in der mit Sicherheit genüsslich derartiges ausgeschlachtet worden wäre, hätte man es denn tatsächlich bei den extra zum Test Online bezogenen Liquids festgestellt.

Halten wir der Einfachheit halber einmal fest, dass es bis dato keine Fälle in lohnenswerter Anzahl gegeben hat oder gegeben haben kann. Wäre dem nicht so hätten die entsprechenden Behörden ihre Informationspflicht sträflich verletzt. Warum dann aber dieser Vorstoß, der offensichtlich vollkommen unnötig ist?

Die Bundesdrogen-Beauftragte Ludwig begrüßte den Vorgang mit folgenden Worten:

“E-Zigaretten und Liquids, bei denen keiner genau weiß, was drin ist und woher die Produkte stammen, sind eine echte Gesundheitsgefahr.”

Auch diese Aussage hat mehr suggestiven denn informativen Charakter, mal ganz abgesehen davon das E-Zigaretten hier offensichtlich nur genannt werden, um das Substitut allgemein zu verunglimpfen. Im Regelfall weiß man nämlich ganz genau was E-Zigaretten enthalten. Akku, Leiterplatte mit Bauteilen, Taster und Gehäuse. Natürlich ist mir klar das Ludwig hier ggf. Einweg Geräte meint, die im Übrigen auf dem hiesigen Markt nahezu keine Rolle spielen. Nur sollte man das dann auch so formulieren, es sei denn man beabsichtigt von vornherein der E-Zigarette einen gewissen Ruf anzudichten.

Die Überschrift der dpa Meldung jedenfalls ist mal wieder nur geeignet Konsumenten zu verunsichern, indem sie in den Raum stellt, es gäbe eine Gefahr die von angeblich illegalen aber eben doch erhältlichen Produkten ausgehe. Dem ist aus o.g. Gründen aber nicht so! Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie man, wenn mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird, unnötige wirtschaftliche Kollateralschäden verhindern möchte? Den Händlern denen wahrscheinlich eine derartige Regelung gefallen dürfte da es den Onlinehandel weg von ausländischen Bezugsquellen hin zu deutschen Shops verschieben würde, sollten sich aber auch im Klaren sein das die logische Konsequenz einer tatsächlich wirksamen Kontrolle des Onlinehandels ggf. auch deren Verbot sein könnte. Grundsätzlich hat die EU den Mitgliedsstaaten in der Tabakrichtlinie freigestellt, den Internethandel einzuschränken. Immerhin ist in Österreich der Versandhandel mit E-Zigaretten komplett verboten. Also ganz so abwegig ist die o.g. besprochene Warnung des Bundesrates als Vorbereitung für ein österreichisches Modell nicht…

 

Bis die Tage

Illegale E-Zigaretten oder rosa Einhörner

 

 

 

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2 thoughts on “Illegale E-Zigaretten oder rosa Einhörner

  1. Aus meiner Sicht ist das Ziel dieser und vermutlich weiterer Warnungen vor nicht vorhandenen Risiken, dass später bei anstehenden Entscheidungen behauptet werden kann. Es gab doch in den letzten jahren immer wieder Warnungen vor gesundheitsgefährlichen E-Zigaretten und Liquids. Dann wird behauptet, das alles vorboten werden müsste, damit sich die angeblich gefährlichen Dinge nicht zwischen vielleicht auch gefährlichen und auf jeden Fall jugendgefährdenden Produkten verstecken können.

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