Welle um PayPal…

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Welle um PayPal…

Foto von Markus Winkler von Pexels

Was jetzt kommt, wird sicherlich eher kontrovers betrachtet. Also wer das Kontroverse nicht mag, sollte lieber nicht weiterlesen…

Immer noch da? Gut. In den letzten zwei Tagen taucht das Thema PayPal immer wieder in den sozialen Medien auf. Da gibt es News-Videos und sogar nächtlich hochgeladene News-Videos für die vorangegangenen News, Statements von Verbänden usw. Was ist passiert. Eigentlich nichts was nicht realistisch betrachtet bereits seit 5 Jahren zu erwarten war. Richtig gehört! Da setzt ein Konzern lediglich durch was er bereits 2015 mehr oder weniger klargemacht hat. Und ob es einem nun passt oder nicht, es sieht so aus als ob die das dürfen.

Im Juli 2015 änderte PayPal die Nutzungsrichtlinien dahingehend, dass der Verkauf von E-Zigaretten sozusagen vorab genehmigungspflichtig ist.  Was nichts anderes bedeutet als das bereits vor mehr als 5 Jahren PayPal bei Tabakprodukten, elektronische Zigaretten, verschreibungspflichtige Medikamenten und eingeschränkt bei medizinischen Geräten dem Verkauf derselben in Verbindung mit PayPal als Zahlungsdienstleister einen Riegel vorgeschoben hat. Soweit unspektakulär. Andere Branchenriesen handhaben das ähnlich. Ebay beispielsweise. Das muss einem nicht gefallen, im Gegenteil man kann auch vor Wut kochen. Aber wenn die nicht wollen, dann wollen sie eben nicht. Es geht also im Kern nicht darum, ob sich der Händler an die rechtlichen Vorgaben seines Landes hält, sondern darum das er gegen die internen Bestimmungen von PayPal verstößt.

Es gab aber auch in diesem Zusammenhang ein „Schlupfloch“

Screenshot Nutzungsrichtlinien PayPal (https://www.paypal.com/de/webapps/mpp/ua/acceptableuse-full)

Man konnte sich also als Händler die Benutzung und damit den Verkauf über den Zahlungsdienstleister vorab genehmigen lassen. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte das alle die die das getan haben, nicht zu denen gehören die davon betroffen sind:

Der weit verbreitete Zahlungsdienstleister PayPal sperrt großflächig Konten von Onlineshops, die E-Zigaretten anbieten. Konkrete Gründe für die Sperrungen werden nicht genannt, Regelverstöße der Shopbetreiber sind aber nicht ersichtlich. (Quelle)

Es ist schlicht anzunehmen das der Konzern eher schlechte Karten bei einer Sperrung hätte sollte er den Verkauf vorab genehmigt haben. Im Regelfall wird das schriftlich erfolgt sein und ist damit sicherlich gut nachweisbar. Das gerade größere Shops nicht von der „großflächigen Sperrung“ betroffen sind spricht eher dafür das genau diese Shops sich eben die nach den Nutzungsrichtlinien zwingend erforderliche Genehmigung eingeholt haben. Der Verweis auf die Verletzung der Nutzungsrichtlinien bei einer Sperrung scheint damit konkret genug zu sein. Dass man mit dem Vorgehen der „Firma“ nicht einverstanden sein muss steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich selbst nutze aus diesem Grund diesen Anbieter seit 2015 konsequent überhaupt nicht mehr.Für den Händler, der von der Sperrung betroffen ist, ist es natürlich ärgerlich oder im Extremfall sogar Existenzbedrohend.

ABER…

Das merkwürdige Geschäftsgebaren der Firma ist nicht erst seit gestern bekannt und sollte Händler eher abschrecken. Außerdem ist zumindest seit September 2019 absehbar das PayPal auf dem deutschen Markt Ernst macht (OWL). Für mich vollkommen erstaunlich, dass der VdEH nicht auf das naheliegendste verweist. Weg mit PayPal und andere Zahlungsdienstleister integrieren. Es gibt ja genug davon. Denn so ärgerlich es auch ist, die werden weder auf die Harm Reduction Argumentation reagieren, noch spielt der durch Vape Stuff generierte Umsatz wahrscheinlich irgendeine wichtige Rolle im Unternehmen. Zumindest nicht soviel um sie zum Einlenken zu bewegen.

 

Bis die Tage

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17 thoughts on “Welle um PayPal…

  1. Fragt sich bloß, welche Wirkung die Registrierung hat. Würden sie zuerst gesperrt, weil sie bekannte und bekennende E-Zigarettenhändler sind oder später, weil sie größeren Erfolg bei einer Klage hätten. So oder so, müsste der Weg der Klage beschritten werden, der den Zugriff auf das Geld auf dem Paypal-Konto noch weiter verzögert.

    1. Normalerweise sollte die Vorabgenehmigung eher dazu führen das diejenigen die sie beantragt und erhalten haben nicht aufgrund der AGB „eingefroren“ werden können. Die könnten eigentlich nur dann gesperrt werden, wenn sie im Vorfeld noch einmal ordentlich durch PayPal informiert werden das die Vereinbarung bzw. vorab erteilte Genehmigung keinen Bestand mehr hat.
      Im Prinzip sollte man bei der langen Geschichte der merkwürdigen und fragwürdigen „Sperr-Politik“ dieser Leute generell auf eine Zusammenarbeit verzichten. Denn so wirklich neu ist das ja nun nicht, das dort relativ willkürlich vorgegangen wird.

  2. Der Originaltext von Paypal ist sehr zweideutig formuliert.
    „… außer Zigaretten, E-Zigaretten, …“
    Kann man entweder so interpretieren, dass sie nicht genehmigungspflichtig sind, oder dass es für sie nie eine Genehmigung gibt. Der Interpretation, dass Vapeshops einfach nur eine Vorabgenehmigung brauchen, scheint dieser Halbsatz aber zu widersprechen.

    1. Das mag sein. Tatsache ist aber auch das das momentane „rumgeheule“ vollkommen überflüssig ist. Die Situation hat sich bereits seit 5 Jahren abgezeichnet (zumindest für alle die nicht vollkommen blind waren). Aber anstatt zeitnah zu reagieren und nach Auswegen und anderen Lösungen zu suchen wird wieder einmal Branchentypisch und wie bereits gewohnt das kollektive Geheul angestimmt, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Und auch die vom Händlerverband angemahnte Besinnung auf die Harm Reduction Problematik ist letztlich vorhersehbar vollkommen wirkungslos und höchstens eine verzweifelte moralische Intervention ohne Auswirkung. Die Aufgabe eines Händlerverbandes sollte in dem Fall der wirtschaftliche Schutz seiner Mitglieder sein, also der Rat zum Verzicht auf diesen dubiosen Partner!

  3. Das Gebaren ist ja von reiner Willkür geprägt. Wenn die eine Zulassung vom BaFin als Gelddienstleister(Bank) haben, können die nicht mal so einfach in Gutsherrenart mit ungeprüften Anscheinsargumenten Konten bis 1/2 Jahr einfrieren.
    Der Ausschluss von Waren durch AGB ist ja insoweit legitim, wenn die nicht verkehrs-/handelsfähig sind. (z.B. Elfenbein, Lebendtiere, Medikamente…). Glasklar bei Drogen- und Waffengeschäften. Das steht alles außer Diskussion.
    Nur haben E-Zigarette hier keinerlei Zulassungsbeschränkungen, sind registriert, haben CE und sind einfuhrverzollt, falls aus dem Ausland. Sind also alle in D und auch EU verkehrs- und handelsfähige Güter.

    Die auferlegten Beschränkungen von irgendeinem moralisierenden wahnhaften Vorstandsfanatiker, der die Ami-Hysterie begeistert mitträgt kann bestenfalls darin münden, dem Käufer die Zahlart bei der Abwicklung zu versagen. Aber direkt einen derartigen wirtschaftlichen Schaden anzurichten, in dem man teils 5stellige Guthaben zugriffsverweigert, ohne dass eine Verfehlung nachgewiesen wurde, könnte schon den Straftatbestand der Unterschlagung erfüllen.

    Das Ganze wird ja da nicht Halt machen. Wenn der Einfluss pastoraler Eiferer sich noch verschärft, sind dann demnächst Erotikartikel auf der Ban-List? Oder wenn der Staatenlenker Groll z.B. gegen China hegt, demnächst ganze Staaten in strengem Gehorsam?
    Oder komplette Ethnien werden schlagartig ausgesperrt…

    Das bedürfte IMHO einer dringenden Klärung und im Zweifelsfall soll der BaFin denen die Zulassung entziehen! Nicht dass sich da noch mit dem unlauteren Einbehalt großer Summen der nächste Wirecard- light anbahnt…

  4. Hallo Matthias,
    Vorab die AGB´s von Paypal beruhen auf amerikanischen Gesetzen, welche in Europa keine Gültigkeit haben. Fakt 2 ist, mir sind mindestens 2 Shops bekannt die eine Genehmigung von Paypal hatten und dennoch wurden die Gelder eingefroren.
    Fakt 3 ist leider, das es Paypal es sich aussuchen kann wen sie als Kunden haben wollen. Und daran müssen wir uns als Konsumenten leider gewöhnen. Nicht jeder Kunde ist überall gerne gesehen.
    Fakt 4 ist in wie fern man gegen die Gesetzesverstösse nach EU-Recht vorgehen kann. Denn ob die 180 Tage Speerfrist rechtskonform ist wage ich zu bezweifeln.
    Liebe Grüsse
    Daira

    1. Es gibt für jedes Land in dem PayPal agiert entsprechende AGBs. Diese AGB unterscheiden sich tatsächlich in Kleinigkeiten von Land zu Land, sind also auf die jeweilige Rechtssprechung abgestimmt. (Das wird gern mal vergessen, immerhin ist das ein international agierender Konzern mit entsprechender Rechtsabteilung) https://www.paypal.com/de/webapps/mpp/ua/legalhub-full?locale.x=de_DE Wären also die AGBs ohne Gültigkeit in Europa, es so wie du sagst, wäre jedes „einfrieren“ juristisch ein leicht zu lösendes Problem, ist es bekanntermaßen nicht…

      Das allerdings ändert nichts daran das sie den Verkauf von Dampfprodukten im Zusammenhang mit ihrer Dienstleistung ablehnen können, auch wenn der Verkauf hier juristisch kein Problem darstellt.

      Sollte die für mich nicht nachprüfbare Behauptung das es 2 Shops erwischt hat, obwohl sie die entsprechende Vorabgenehmigung erhalten haben, tatsächlich so passiert sein, verstärkt das lediglich die Quintessenz dessen was ich oben gesagt habe,…. NIX WIE WEG VON PAYPAL!! Und das nicht erst seit 3 Tagen.
      Inwieweit die 180 Tage rechtskonform sind (wovon ich übrigens auch nicht ausgehe), wird man sehen, wenn der erste in Luxemburg klagt.

  5. PayPal ist ein amerikanisches Unternehmen. Egal welche AGB’s wo gelten, es bleibt ein amerikanisches Unternehmen. Und E-Zigaretten sind nun mal nicht gern gesehen. Das wird sich unter Joe Biden auch nicht entspannen. Das Gegenteil ist zu erwarten. Ich sagte es vor zwei Monaten bereits und wiederhole es gern: jegliche Zusammenarbeit mit amerikanischen Firmen wird die Branche zunehmend vor schwere Aufgaben stellen. Wer jetzt noch weiter an PayPal festhält ist dann selber schuld. Das Argument, der Kunde bevorzugt ja nur paypal ist ein halbherziges. Wenn der gesamte Handel dem Dienstleister den Rücken kehrt (bevor es andersrum geschieht) hat der Kunde ja keine Option auf sein geliebtes paypal mehr. Er wird sich umstellen müssen, oder nur noch beim Offi einkaufen.

  6. Ob ein Versender Paypal nutzt oder nicht, ist wohl zuerst einmal davon anhängig, ob es sich für ihn rechnet oder nicht. Ich sehe für einen Onlineshop, der mit Bekleidung/Bastelbedarf/Elektronik usw. handelt keinen triftigen Grund, auf Paypal zu verzichten, es sei denn, es geht zu sehr an den Gewinn. Aber für umsonst machen es auch die anderen Anbieter nicht.
    Ich habe übrigens heute eine Mail von 2fdeal erhalten, in der sie auf für sie neue Bezahlsysteme verweisen. Für Deutschland stehen danach giropay, Sofortbanking, Klarna und Webmoney zur Verfügung – auch für das German Warehouse.

  7. Hallo,

    PayPal hat jetzt auch unser Konto für letz-go-shop.de gesperrt aufgrund eines Verstoßes gegen die Nutzungsrichtlinien von PayPal.

    Wir hatten das ganze natürlich vorab genehmigen lassen und erfüllen auch sonst alle Anforderungen, besonders an den Jugendschutz.

    Wir haben PayPal die Mail mit der bestätigten Freischaltung zugeschickt und bisher gibt es keine Reaktion. Das unfassbare ist, dass auch mein privates Konto (Einzelunternehmer) mit gesperrt wurde.

    Hier hilft wohl nur ein Anwalt, da PayPal auf Mails nicht eingeht und wir die Genehmigung noch schriftlich haben. Echt eine Frechheit.

  8. Hmmmm, ich sehe dennnoch die Schuld nicht allein bei Paypal. Ich kenne 3 große onlinehändler, die mit Paypal absolut keine Probleme haben, mitunter ein Gespräch hatte mit dem Geschäftsführer einer großen evaping Firma hatte. Der sagte dass man eine besondere Genehmigung seitens Paypal bekommt, wenn man sich einem Audit unterzieht. Wenn der Händler ein sicheres Authentifizierungssystem bietet, mit dem sicher gestellt wird, dass wirklich nur Kunden über 18 bestellen bzw einkaufen können und Paypal die Webseiten nach möglichen Sicherheits Lecks prüft und weitere Prüfungen macht, gibt es auch die Genehmigung. Und dann können die Shops auch weiterhin Hardware und base und nikotin und liquids und aromen usw. Verkaufen.
    Wenn das gewisse Shops nicht auf die Reihe bekommen, ist sas halt nicht nur schuld von Paypal.

  9. Wie kann man so naiv sein? Paypal hat über 80 Seiten Nutzungsbedingungen. Da steht unter anderem:“… nicht erlaubt… Produkte für Erwachsene…“

    Das kann alles sein. Ist das ein Messer? Oder Motorenöl? Ein Mixer? Was ist Erwachsen? 14?16? 18?

    Wer mit solch schwammigen Formulierungen arbeitet, hat kein Interesse an Klarheit.

    Paypal antwortet noch nicht mal auf Anfragen oder verweist jedes Mal auf ihre Nutzungsbedingungen.

    Und wen oder was wollen sie damit verhindern?

    Deine Argumente sind wie ein Messer bei einer Schießerei. Nennt gemeint, aber ein zahnloser Tiger.

    1. Na das was oder wen ist ja nun wirklich offensichtlich. Sie wollen sich der Dampferbranche entledigen. Nicht einmal, weil sie etwas dagegen hätten. Aber das ist ein „heißes Eisen“ das minimale Umsätze generiert und dafür überproportional viel Ärger. Da gibts nicht viel zu verstehen.

      Die Formulierungen sind an sich nicht besonders schwammig, wenn du dir obigen Screenshot etwas genauer anschaust, eher der Umgang damit von PayPal selbst…

      Die Quintessenz des obigen Artikels ist ja auch aussteigen aus der Zusammenarbeit mit PayPal, so schnell wie möglich. Da die Vorkommnisse über drei Monate her sind und sich die Situation allgemein eher verschärft hat, ist dem der das immer noch nicht kapiert hat eh nicht mehr zu helfen….

  10. Bei uns haben die 3 Konten gesperrt mehrere zehntausend Euros eingefroren. Mein Anwalt hat reagiert und Erfolg gehabt. Nach 6 Wochen Klagezeit haben wir das Geld wieder und haben noch Schadensersatz bekommen. Ihr solltet alle Klage einreichen.
    Das Konto bleibt gesperrt

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