2020 das Unjahr Teil 1

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2020 das Unjahr – Teil 1, ein Dampfer-Jahresrückblick…

Foto von Alexas Fotos von Pexels

Das Jahr begann bereits vielversprechend. Corona drohte nur aus der Ferne, da machte sich in den USA ein Wissenschaftler auf in den „übergroßen“ Fußstapfen des Godfather of ANTZ, „the one and only Rocket-Man“ Stanton Glantz, zu wandeln. Um sich dem Niveau seines Vorbildes anzugleichen, eröffnete Prof. Eisenberg seinen ganz persönlichen Kreuzzug gegen die Dampfe mit einem Ratespiel das einen entfernt an die glorreichen Zeiten des deutschen Ratefernsehens erinnerte. Ihr wisst schon. „Aaaa, Bääää oder Zehhh?“ Seine Aussage sollte in Stein gemeißelt werden und zwar als Beweis für zwanghaftes dramatisieren, leugnen und unwissenschaftliches Bla Bla Bla…

„Tatsache ist: Wir wissen nicht, ob der [a] Gebrauch von E-Zigaretten genauso tödlich ist wie der Gebrauch von brennbaren Zigaretten, [b]weniger tödlich als der Gebrauch von brennbaren Zigaretten oder [c] tödlicher als der Gebrauch von brennbaren Zigaretten.“

Geschenkt! Das konnte der Meister der absurden Argumente und Mathematikhasser Glantz natürlich nicht auf sich sitzen lassen und übertrumpfte seinen Adepten noch im Januar mit folgender Aussage:

„Mittlerweile steigt der Einsatz bei Schülern der Mittel- und Oberstufe rasant an. Obwohl Befürworter das Dampfen als Lösung für das Rauchen anpreisen, zeigten Untersuchungen, dass für jeden Erwachsenen, der das Rauchen mit E-Zigaretten aufgab, 80 Kinder begannen.“

Damit ist ihm gelungen was bis dato einzig Jesus vorbehalten war. Die vollkommene Ignoranz mathematischer Gegebenheiten. Ihr wisst schon 2 Brote, 4 Fische und 1000 hungrige Mäuler… Immerhin vollbrachte Glantz mit seiner Rechnung das Wunder von 3,2 Milliarden dampfender Kinder weltweit. Wow! Irgendwie trau ich Jesus da eher zu das das bei ihm geklappt hat. Anyway damit war er wieder der König von Absurdistan an dessen Lippen die Dampfgegner der Welt hängen wie Trump an seiner Selbstbräunungscreme. Apropos, mit der Mathematik haben auch einige deutsche Wissenschaftler so ihre Probleme:

Ende Januar sorgte mein persönliches Lieblingsmagazin noch für einen Höhepunkt in der Berichterstattung rund um Tabak, Dampfen und Harm Reduction. Reißerisch kündigte das Ärzteblatt einen dramatischen Einbruch bei den Tabaksteuereinnahmen an. Warum, wieso, weshalb ist nicht klar gewesen. Ggf. wollte man auf irgendwelche zweifelhaften Erfolge bei der Rauchentwöhnung durch Pflaster, Sprays und Pillen hinweisen… kein Plan. Dumm nur das man bei der Berechnung der angeblichen Verluste schlicht ein ganzes Quartal, also knapp 4 Milliarden Euro, „vergessen“ hatte. Ein dezenter Hinweis in den Kommentaren und der Artikel verschwand still und leise im Nirvana.

Als ob das alles noch nicht absurd genug war verstärkte die WHO im gleichen Zeitraum ihre Bemühungen die E-Zigarette zu dämonisieren. Weil Q&A´s ja immer beliebter werden entwarf man ganz fix selbige für die Dampfe und log, das sich die Balken bogen. Natürlich nicht ohne den durchaus berechtigten Zorn von tatsächlichen Fachleuten zu provozieren. Naturgemäß stört das bei dem Verein niemanden und man legte mit einem informellen Briefing für seine Mitglieder gleich noch einmal nach. Ein tatsächliches Desaster und der Beweis was für Fachleute es im Hause gibt…

Zeitgleich passierte etwas bei den echten Wissenschaftlern was tatsächlich überfällig war. Man beschäftigte sich etwas ausführlicher mit den Zahlenspielereien, Verzerrungen und Falschdarstellungen des Professor Glantz und es passierte was passieren musste. Eine seiner Studien wurde mit dem „Qualitätssiegel“ RETRACT bedacht. Zeit wurde es. Natürlich hinderte das in Deutschland niemanden daran besagte Studie, ob sie passte oder nicht weiterhin zur Untermauerung kruder Theorien heranzuziehen und zu zitieren. Trotzdem ein Lichtblick.

Dann war es relativ ruhig, also bei mir. Corona schwappte nach Deutschland. Es kam was kommen musste, der Lockdown. Zwei Wörter die man nicht mehr hören mag. Das nichts von mir kam hatte aber einen einfachen Grund, ich hatte einfach zu viel damit zu tun aus den gehamsterten Klopapierrollen mittig im Wohnzimmer einen Panikraum zu bauen. Natürlich mit Sichtluken und genügend Platz für all die Nudeln die ich aus einem nicht nachvollziehbaren Reflex ebenfalls in Massen gekauft hab. Nein ist natürlich ein Scherz, ich hatte weder Klopapier noch Nudeln bekommen, deswegen kam die Fluchtburg nicht über das Planungsstadium hinaus, schade, war architektonisch wertvoll und vielleicht das neue Bauhaus. Leider blieb mir diese Karriere aber verwehrt, wegen all der Idioten, die jetzt bis ins nächste Jahrtausend scheißen können, ohne nachzukaufen. By the Way, langsam verknappte sich auch der Bestand aus Alufolie. Hüte aus diesem Material waren dieses Jahr „Unter den Linden“ der letzte Schrei…. tres tres chic.

Der Frühling war durch und die WHO entblödete sich trotz der zunehmenden Kritik nicht, „Informationskampagnen“ zu starten die jedem denkenden Menschen (also nicht nur Dampfern) die Zornesröte ins Gesicht trieben. Der Vorwurf die Zigarettenindustrie würde primär Kinder ansprechen, um neue Kunden zu gewinnen, ließ sich in der Folge mit einem besonderen Geschmäckle auch auf die WHO ummünzen. Die benutzte nämlich Kinder in vollkommen unverantwortlicher Weise, um Ihre Ziele zu propagieren.

Es ging langsam auf den Sommer zu, als ein Professor aus Mainz mit seiner frisch veröffentlichten Studie durch alle Zeitungen geisterte.

„Vaper aufgepasst! So schädlich sind E-Zigaretten wirklich!“

Solche und ähnliche Überschriften sprangen dem Dampfer ins Gesicht und sorgten für neuerliche Verunsicherung. Als hätte das allgemein gute Gefühl von Nutzern gegenüber der Dampfe nicht durch die vermeintliche EVALI Krise, vollkommen an den Haaren herbeigezogenen Zusammenhängen zwischen Corona und Dampfen und der unwissenschaftlichen Argumentation der ANTZ arg gelitten. Von den Auswirkungen auf den deutschen Dampfermarkt durch diese teilweise konstruierten Katastrophen ganz abgesehen. Was also war geschehen? Eigentlich nichts Besonderes. Man sammelte in Mainz bereits vorhandenen Studien ein und wertet diese aus. Also fertigte man eine Metastudie. Kritik aus Kollegenkreisen ließ nicht lang auf sich warten. Hier stellvertretend ein Beispiel:

Dr. Nick Hopkinson, Leiter für Atemwegsmedizin am Imperial College London, sagte:

„Die meisten Benutzer von E-Zigaretten tun dies, um das Rauchen zu reduzieren oder zu beenden und um das Risiko für ihre Gesundheit zu verringern. In Großbritannien haben von den 3,6 Millionen Menschen, die 54 %  die dampfen, das Rauchen vollständig aufgegeben. […] Die im Zigarettenrauch enthaltenen schädlichen Chemikalien fehlen entweder im E-Zigarettendampf oder sind in viel geringeren Mengen vorhanden, weshalb Berichte wie „Nikotin ohne Rauch“ vom Royal College of Physicians das Dampfen als Mittel zur Schadensminimierung unterstützen […].

„In dieser Überprüfung wird die Suchstrategie zur Identifizierung von Papieren nicht definiert, sodass nicht klar ist, ob es sich um eine systematische Überprüfung aller Beweise handelt. Es gibt auch eine Reihe von Gründen, bei der Messung des Risikos in diesem Bereich vorsichtig zu sein, und die Abbildung in dem Papier birgt das Risiko, Menschen irrezuführen. (Quelle: sciencemediacentre.org)

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Teil 2 hier entlang.

 

Bis die Tage

 

2020 das Unjahr – Teil 1, ein Dampfer-Jahresrückblick…

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One thought on “2020 das Unjahr Teil 1

  1. Großartige Darbietung!
    Bei der WHO. Wie die um Worte ringende Magier*in dem verblüfften Publikum mit Hütchenspielertricks gleicher Kunstfertigkeit ENND-lich die bisher unerkannte Möglichkeit darlegt, durch individuell gewählte Nikotinzugabe eine E-Zigarette dem persönlichen Bedarf anzupassen.

    Da die Schüler die Transferleistung aus der vorausgehenden Lerneinheit offenbar nicht vollziehen konnten, musste die Lehrerin hier besonders Nachhilfe geben.

    Zur Erinnerung an die letzte Einheit
    Ein Glas kann mit Wasser, Saft aber auch Weizenkorn gefüllt werden.
    Lernziel: Nicht jeder Inhalt des Glases erfüllt den gleichen Zweck (z.B. Durststillung)
    Zielgruppe: ab 3…4 Jahre

    😉

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