Willkommen in der Realität….

4.9
(31)

Willkommen in der Realität….

Foto von Tobi von Pexels

Ich will mich gar nicht explizit zu den Veröffentlichungen (World Vaping Alliance) der letzten Stunden äußern. Jeder mag da seine Ansichten haben. Es sei jedem gegönnt. Über Sinn und Unsinn zu streiten lässt sich aber schwerlich vermeiden. Beziehungsweise über Realität und Wunschdenken. Oder aber auch darüber wie schnell die Dampferblase vergisst, wer ihr eigentlich zugetan ist und seit Jahren Kraft, Zeit und Energie für sie opfert, um schließlich mit ehrlich gesagt recht einfallslosen Plattitüden bedacht zu werden. (Falls wer nicht kapiert hat wen ich meine… ich mein den Prof!)

Ersteinmal muss festgehalten werden das die Aussagen im Artikel von Vapers Guru der Wahrheit entsprechen. Ebenso muss aber auch gesagt werden das einige Leser offensichtlich Lesen und Verstehen nicht zu Ihren ausgewiesenen Stärken zählen dürften, eindrucksvoll bewiesen durch spätere Postings auf diversen Social Media Plattformen. Weder hat BAT (British American Tobacco) die Startkapitalfinanzierung für die WVA (World Vaping Alliance) geleistet, noch lässt sich aus dem Finanzierungsmodell eine direkte Einflussnahme ableiten. Die Startkapitalfinanzierung erfolgte durch CCC (Consumer Choice Center). Einer Organisation, die nach eigenem Bekunden gegen die Überregulierung der Märkte vorgeht. Etwas was durchaus im Sinne der Dampfer sein sollte. Nur das sie eben nicht die einzigen sind deren Produkt im Focus des Regulierungswahns steht, beileibe nicht. Allein dadurch ergeben sich zwangsläufig Schnittmengen, die nicht immer ideal sind, das sollte jedem realistisch denkendem Zeitgenossen klar sein…

Wie funktioniert das nun? Die CCC stellt einen großen Topf in die Mitte und bittet um Spenden derer die ihre Ziele unterstützen wollen. Naturgemäß ist auch die Zigarette eines der Produkte, die gerade in den letzten Jahren scharfen Regulierungen ausgesetzt war. Die persönlichen Ansichten zum Thema Rauchen muss man hier außen vor lassen. Ziel des CCC ist nicht die Harm Reduction (was sie im Übrigen auch nicht behaupten, das nur nebenbei), sondern der Kampf gegen das überbordende eingreifen der Politik in die persönliche Freiheit bei Benutzung eines Produktes (und damit ist nun mal nicht exklusiv die Dampfe gemeint). So es ist nun mehr als natürlich, dass die Tabakindustrie einen gewaltigen Batzen in diesen Spendentopf wirft, um sich der Unterstützung des CCC zu versichern. Soweit so logisch. Sie sind, das muss gesagt werden, aber nicht die einzigen die Geld in diesen Topf werfen. Aus diesem bunten Gemisch an Spenden finanziert das CCC in der Folge nun verschiedenste Aktionen, Gruppierungen oder eigene Bestrebungen die ihren Zielsetzungen folgen. Also hat folglich BAT tatsächlich einen Teil dieses Geldes für die WVA zur Verfügung gestellt, allerdings nicht direkt und schon gar nicht zweckgebunden. Eher um drei Ecken herum. Jetzt nun zu behaupten BAT sei ein Finanzier der WVA hätte dieselbe Logik, als wenn man aus einem Gemüseeintopf drei Stücken Kartoffel rauspickt und den ganzen Topf anschließend zur Kartoffelsuppe umzudeklarieren!

Natürlich ist die Sorge einiger Dampfer verständlich, wenn BIG-T, in welcher Form auch immer, an Bord ist. Natürlich ist das Futter für die ANTZ. Alles Richtig! Aber es hilft keineswegs sich der Realität zu verweigern oder die Augen zu schließen in der irrwitzigen Annahme nicht gesehen zu werden, weil man selbst nichts sieht.

Wer glaubt BIG-T irgendwie aus der Zukunft der Dampfe ausschließen zu können, kommt 10 Jahre zu spät! Wer glaubt „Grassroot“ hätte in der momentanen Entwicklung noch irgendeine Bedeutung, hängt einem idealistischen Ansatz an, nicht aber der Realität. Nostalgie kann etwas Schönes sein, nur taugt sie selten zu Veränderungen. Wenn BIG-T den Dampfermarkt nicht schon längst übernommen hat, wird es in absehbarer Zeit passiert sein. Naiv wer glaubt das verhindern zu können. Es geht hier nicht darum wie man das persönlich „findet“. Es geht um realistische Betrachtung. Wem bitte ist geholfen, wenn man pausenlos Zeiten hinterher trauert, die es so nicht mehr geben wird? Der Feind sitzt woanders!

Das der zwangsläufige „Schulterschluss“ mit BIG-T Konsequenzen hat oder haben wird, ist sicher. (Alle die jetzt verneinend mit dem Kopf wackeln, wir reden in 3-4 Jahren nochmal, also wegen des Schulterschlusses…). Nachteilig für die Vielfalt beim Dampfen? Sicher! Nachteilig für die Umsteiger? Eher nicht! Die bedienen sich jetzt schon zum allergrößten Teil aus dem Angebot von BIG-T. Nischenprodukte sind für die Masse kein Thema. Auch, wenn viele das nicht gern hören aber extraordinäre Verdampfer und Mods zu Mondpreisen waren schon immer Nischenprodukte und sind allein deswegen nicht wirklich gefährdet. Es wird immer Leute geben, die das Dampfen über den Geldwert definieren, auch in Zukunft…

Es ist also eher an der Zeit sich über die wirklichen Ziele in der Zukunft klar zu werden, statt sich in Kleinkriegen gegenseitig zu zerfleischen. Sonst könnte es gut möglich sein das man vor lauter MIMIMI den Zug verpasst…

 

Bis die Tage


Nachtrag

Lediglich eine kurze Äußerung zum Vorwurf der Mutmaßung im Artikel von Vapers Guru. (Rot= Guru)

Ich möchte die getroffenen Aussagen kurz erläutern.

„Weder hat BAT (British American Tobacco) die Startkapitalfinanzierung für die WVA (World Vaping Alliance) geleistet, noch lässt sich aus dem Finanzierungsmodell eine direkte Einflussnahme ableiten.“

Der zweite Teil des Satzes ist richtig, der erste ist jedoch eine reine Annahme.

Eine Startkapitalfinanzierung allein durch BAT ist schon auf Grundlage des Finanzierungsmodells so nicht möglich. Das würde ansonsten bedeuten das BAT allein und exklusiv das Geld zur Verfügung gestellt hat. Bei einem System von mehreren Spendern ist dies so schlicht unmöglich. Folglich ist der erste Teil meines Satzes keine Annahme, sondern lediglich eine logische Konsequenz.

Die CCC stellt einen großen Topf in die Mitte und bittet um Spenden derer die ihre Ziele unterstützen wollen.“

Das ist falsch. Es gibt auf der Homepage keine Möglichkeit, sich als Konsument, den das CCC ja angeblich vertreten will, zu engagieren oder zu spenden.
Es gibt zwar ein Membership Programm für die USA. Aber die Mitgliederzahl ist im Transparenzregister der EU mit 750 angegeben.
Die Gelder von mehreren Millionen Euro kommen also zwangsläufig nicht von privaten Spendern, sondern von Unternehmen und Organisationen.

Ich behaupte an keiner Stelle im Text das es sich um private Spenden handelt. Es handelt sich lediglich um eine überspitzt simplifizierte Darstellung der Spendenpraxis.

„Also hat folglich BAT tatsächlich einen Teil dieses Geldes für die WVA zur Verfügung gestellt, allerdings nicht direkt und schon gar nicht zweckgebunden.“

Auch das ist eine reine Mutmaßung.

 

Darauf antworte ich mit einem Zitat aus besagtem Artikel:

Natürlich wird man kaum nachweisen können, ob British American Tobacco nun direkt und zweckgebunden Gelder für die Wold Vapers‘ Alliance gezahlt hat. Aber es ist mehr als naheliegend.

„Mehr als naheliegend“ unterscheidet sich in welchem konkreten Bezug von einer Mutmaßung?

Danke

Willkommen in der Realität….

 

Wie nützlich oder unterhaltsam war der Beitrag?

Klick

Wenn dir der Beitrag gefallen hat...

Folge mir doch auf Twitter.

Schade das es dir nicht gefallen hat.

Hilf mir es besser zu machen.

Was ist deiner meinung nach nicht ok an diesem Post?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.