Glaskugel Steuer…

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Glaskugel Steuer…

Nach meinen letzten 2 Beiträgen und den Reaktionen darauf sehe ich mich genötigt meine persönlichen Ansichten zu den Folgen einer Steuer, so wie sie im Moment geplant ist,  nochmals darzulegen. Obwohl ich der Meinung bin, mich nicht unbedingt missverständlich ausgedrückt zu haben. (Beitrag 1, Beitrag 2) Naturgemäß gleichen solche Betrachtungen dem berühmten Blick in die Glaskugel…

Onlinehandel

Er wird etwas leichter mit der zu erwartenden Situation umgehen können. Corona hat wenig bis gar keinen Einfluss auf deren Geschäft gehabt, wahrscheinlich sogar eher das Gegenteil. Mit anderen Worten ggf. vorhandenen Reserven sind nicht geschrumpft, soll heißen sie sind finanziell besser gestellt und können deswegen die notwendigen Mehrausgaben bei der Finanzierung (Vorleistung Einkauf, Steuertechnisch bedingte Mehrausgaben etc.) leichter stemmen. Das trifft natürlich nicht auf alle Marktteilnehmer zu. Gemeint sind die großen Player der Branche, nicht der kleine Krauter aus Hintertupfing. Der Offlinehandel wird also nicht unbedingt zusammenbrechen und verschwinden. Er wird aber mit Sicherheit ausgedünnt. Also auch hier werden Existenzen zerstört. Ein Umlegen der Mehrkosten durch die Einführung der Steuer auf den Konsumenten ist zu erwarten (geht ja auch gar nicht anders). Nikotinhaltige Liquids werden also durchaus teurer als es die reine Steuer momentan vermuten lässt.

Offlinehandel

Das Dampferbüdchen an der Ecke wird verschwinden. Größere Ketten sind durch die Kopplung von Offline- und Onlinehandel ähnlich gestellt wie oben beschrieben. Die stellen aber nicht die Masse. Das sind die kleinen Läden und gerade die sind bereits von Corona schwer getroffen worden. Selbst der kurzfristig erstellte Webauftritt und außer Haus Lieferungen, wie sie teilweise in nächtlichen Hau-Ruck Aktionen aus der Not heraus gestemmt worden sind, haben nicht wirklich helfen können. Ganz einfach, weil die Masse der Online-Käufer erstens ihrem Shop treu geblieben  sind und zweitens, weil die Kalkulationen zwangsweise anders ausfallen mussten (andere Kostenstruktur/naturgemäß höhere notwendige Gewinnmargen). Und last but not least braucht es Zeit, viel Zeit, bis ein Onlinehändler Kunden tatsächlich binden kann. Zeit die die kleinen Quereinsteiger schlicht nicht hatten. Deren, wenn überhaupt vorhanden, Finanzpolster dürften auf ein Minimum geschrumpft sein. Soll heißen sie kämpfen bereits ohne Steuer ums Überleben. Die auf sie zukommenden Mehrkosten (siehe oben) können mit Sicherheit nicht geleistet werden. Mit anderen Worten die Steuer bedeutet das Aus für nahezu alle kleinen Offliner. Das bedeutet die Aufklärung und „Werbung“ von Umsteigern stirbt. Gibt es nicht mehr. Aus und Ende! Die Steuer wird massig Existenzen vernichten und Arbeitsplätze kosten. Das allerdings wird die Bundesregierung nahezu nicht tangieren. Da in der Vergangenheit auch in anderen Branchen von heut auf Morgen zehntausende Arbeitsplätze vernichtet worden sind und die Regierung nicht unbedingt tatkräftig eingeschritten ist, liegt die Vermutung nahe, dass sie es gerade bei der Dampferbranche ebenso nicht tun werden. Sollte dieses Argument wider Erwarten in der Politik verfangen, leiste ich an dieser Stelle Abbitte, allein mir fehlt der Glaube…

Folgen der Steuer

  • Die Zahl der Neudampfer wird sinken.
  • Die Zahl der Raucher wird spürbar steigen.
  • Eine adäquate Beratung für Umsteiger wird es nicht mehr geben.
  • Ein schwer zu überschauender Schwarzmarkt wird entstehen. Mit allen dazugehörigen Risiken (Man denke an EVALI).
  • Offlinehandel wird es nicht mehr geben. Große Ketten halten sich ggf. in Großstädten.
  • Tatsächliche Steuereinnahmen durch die Dampfe wird es aus o.g. Gründen nicht geben. Allerdings denke ich das die „Verluste“ durch höhere Einnahmen (Rückkehrer zum Rauchen) aus der echten Tabaksteuer aufgefangen werden (So das nicht von vornherein beabsichtigt war).
  • THR ist tot
  • Für den ohnehin kleinen Anteil an Selbstmischern gibt es nichts mehr zum Selbermachen…
  • Der schrumpfende Markt wird in der Folge keine Neuentwicklungen mehr hervorbringen. Soll heißen das Dampfen wird sich nicht weiterentwickeln. Schlicht, weil es sich nicht lohnt.
  • Vielfalt wird es nicht mehr geben. Vorbefüllte Pods werden den Markt dominieren.
  • In der Folge, nicht sofort, aber in einigen Jahren wird das Dampfen TOT sein. Rückwirkend betrachtet wird man in einigen Jahren feststellen, dass die Steuer die Ursache dafür war.

Nun habe ich doch eine Prognose abgegeben, obwohl ich das eigentlich nicht vorhatte. Wer ist schon gern der Überbringer schlechter Nachrichten… Zumal jede Prognose immer von vielen „könnte, hätte und würde“ begleitet wird. In den Artikeln vorher ging es darum, welches Argument in der Politik die möglichst größten Chancen hat überhaupt zu verfangen.

Mittlerweile komme ich immer mehr zu der Ansicht das logische Argumente nicht wirklich DEN Unterschied machen, leider.

Hoffnung macht, dass es mittlerweile auch Gegenwind in der Politik gibt. Es stellt sich nur die Frage, ob es aus wahltaktischen Gründen geschieht, dann nämlich wäre das nach der Wahl mit ziemlicher Sicherheit obsolet, oder aber ob es tatsächlich ernst gemeint ist. Erfolgversprechend scheint mir mittlerweile, obwohl ich nicht von Anfang an davon überzeugt war tatsächlich das Vorgehen im Sinne von:

#IchDampfeIchWähle

Ich hoffe, ich konnte damit eventuell entstandene Unklarheiten die aus den letzten Artikeln resultieren, aufklären. Ich habe zum Beispiel nicht in Abrede gestellt das die Steuer massiv Arbeitsplätze und Existenzen kostet, bin aber der Meinung das unsere  Regierung das nicht zwingend zum Umdenken bewegt. (Eben weil viele Beispiele aus der Vergangenheit das Gegenteil beweisen.)

 

Bis die Tage

 

 

 

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7 thoughts on “Glaskugel Steuer…

  1. Man sollte aber die positiven Aspekte nicht unterschlagen. Es werden gute Arbeitsplätze und Geschäftsideen geschaffen. In Frankreich, Polen und bedingt auch in England (über Irland) sowie
    andere clevere Leutchen in mir noch nicht bekannten Ländern.

    Aber als Rentner habe ich massig Zeit, und ich habe Internet…

    1. Sorry das ich da noch mal nachhake. Aber welche positiven Aspekte birgt die Steuer, bzw. welche genau habe ich unterschlagen? Ich sehe keine positiven Aspekte in dem Modell so wie es zurzeit diskutiert wird.
      Ich nehme an, gemeint ist der Markt außerhalb von Deutschland und die Deckung des persönlichen Bedarfs von dort?

      Das ist zwar möglich aber kurzsichtig. Ein Schrumpfen des Marktes durch sinkende Neueinsteigerzahlen wirkt sich nicht nur auf Deutschland aus. Ganz abgesehen davon das einer großen Anzahl von Menschen der Umstieg erschwert oder sogar verwehrt wird (aus finanziellen Gründen, solang Rauchen billiger ist). Sinkende Zahlen werden zwangsläufig mit immer weniger Innovationen abgestraft. Und über Jahre wird sich das auch auf den internationalen Markt auswirken, besonders wenn man im Hinterkopf behält das auch andere Länder an ähnlichen Entwürfen arbeiten werden.

  2. Obacht!
    Ich sehe ebenfalls eine Entwicklung dahin, sollte die Steuer so kommen. Ich würde Spekulationen darüber aber nicht weiter propagieren und sogar unterlassen, denn der anderweitige Erwerb inländisch mit Steuer belegter Waren, ohne diese abzuführen, ist und bleibt ein Steuervergehen!
    Da hat bei Kaffee über Webbestellungen z.B. in NL in der Vergangenheit schon zu unerfreulichen Hausbesuchen geführt. Und nach persönlichem mündl. Bericht das Mitbringen von 3kg Kaffee aus Lux zu einem Ermittlungsverfahren und 150,- Strafe geführt. Man war so schusselig, die Rechnung dem Steuerberater mitzugeben, da für Unternehmer absetzbar…

    1. Ja, hört man immer wieder mal, dass die Ausbildung der Steuerberater in den Niederlanden nicht so das Gelbe vom Ei ist.
      Aber im Ernst, was ich oben geschrieben habe, ist natürlich blanker Zynismus, aber andererseits exakt so in Italien geschehen. Von Italien lernen, falls es wirklich zu diesem Horrorszenario kommt, ist vielleicht nicht die schlechteste Idee. Ganz einfach deshalb, weil die Italienische Bevölkerung gewonnen hat. 🙂

      1. Tatsächlich ist es so, das Italien, will sagen die italienischen Dampfer, nicht wirklich gewonnen haben. Die Meinung deren „Steuerproblem“ sein vom Tisch, weil das entsprechende Gesetz kassiert wurde, ist schlichtweg falsch. Das entsprechende Gesetz „ruht“ sozusagen und kann zu jederzeit wieder reaktiviert werden. Es schwebt also wie das sprichwörtliche Damoklesschwert über ihren Köpfen. Es ist einfach so das die ital. Regierung wohl auf eine einheitliche EU-Regelung wartet, also genau auf das, was die deutsche Regierung bis vor kurzem auch noch behauptet hat.

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