DHS – Stellungnahme zur E-Zigarette

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DHS – Stellungnahme (Link/PDF) zur E-Zigarette

Foto von Rojan Maguyon von Pexels


DHS… hatten wir doch gestern schon. War da nicht was Albernes in „Kindergartensprech“ und ohne jede wissenschaftliche Objektivität? Genau, stimmt. Leider kann auch der Autor den Wahnsinn nur in kleinen Dosen ertragen und deswegen widme ich mich erst heute dem 2. Erguss der relativ zeitnah zur Informationsbroschüre für Kindergarten- und Krippenkinder und deren brennenden Fragen zur E-Zigarette erschienen ist.

Es machte den Eindruck als ob o.g. Verein (uups eingetragener Verein) noch viel mehr zum Thema zu sagen hätte, weswegen ihre 2016 erschienene Stellungnahme zur Dampfe eine Rundumerneuerung erhielt, um unters Volk gebracht zu werden.

Das Machwerk soll laut Fußnote vom geneigten Leser als Kompromisspapier verstanden werden, was nichts anderes bedeutet, dass die beteiligten Autoren nicht zwingend einer Meinung gewesen sein müssen, sich sozusagen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt haben. Bei einem genaueren Blick auf die aufgeführten Autoren kann man aber getrost davon ausgehen, dass es sich eher um ein „Konsenspapier“ handelt. Altvertraute Namen wie Dr. Martina PötschkeLanger (Leitung) und Prof. Dr. Reiner Hanewinkel tauchen dort auf. Tief in der Materie steckenden sagt bereits, das alles, was in der Folge erwartet werden darf. Und richtig PöLa enttäuscht den Leser nicht.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und gesundheitspolitische Ereignisse vor allem der letzten fünf Jahre veranlassen die DHS als Fachgesellschaft für Suchtfragen erneut, die Grundlagen und Fakten zu prüfen, nachdem sie bereits im Jahr 2016 eine Stellungnahme zur Thematik veröffentlicht hatte.

Das ist löblich, weckt leider bei objektiven Zeitgenossen falsche Hoffnungen. Statt sich den mittlerweile zahlreich erschienenen Studien zu widmen, die der Dampfe ein eher positives Urteil ausstellen, bzw. sie zumindest mal im Vorbeigehen, nur aus dem Augenwinkel heraus wenigstens wahrzunehmen, werden nur altbekannte Kokelstudien und des Raketenwissenschaftlers ABC des Rauchens herangezogen.

Inzwischen liegen Studienvor,die belegen, dass EZigarettenKonsumierende toxische Inhaltsstoffe inhalieren, die schädigend auf Lunge, HerzKreislaufund Immunsystem wirken und im Verdacht stehen, Krebs zufördern (Palamidas et al., 2017; Meo et al., 2018; Martin et al., 2016; Tsai et al., 2019; BiondiZoccai et al., 2019; Fettermann et al., 2020; Ip et al., 2020; Kerr et al., 2019; Putzhammer et al., 2016; Scott et al., 2018).

Dafür kann das Aerosol neben den Vernebelungsmitteln Propylenglykol und Glycerin,je nach technischer Umsetzung der Vernebelung,variable Mengen der Kanzerogene Formaldehyd, Acrolein und Acrylamid oder Schwermetalle wie Chrom, Blei und Nickel enthalten.

Der Scheer Report dessen Verfasser man wohl schwerlich als Freunde des Dampfes bezeichnen kann und deren neueste Veröffentlichungen auch noch Thema sein werden, bezieht sich teilweise ebenfalls auf die o.g. Studien kommt allerdings bei deren Deutung zu ganz anderen  Ergebnissen:

1. Das Gesamtgewicht der Nachweise ist moderat für das Risiko lokaler Reizungen der Atemwege von Benutzern elektronischer Zigaretten aufgrund der kumulativen Exposition gegenüber Polyolen, Aldehyden und Nikotin. Die insgesamt gemeldete Inzidenz ist jedoch gering.

2. Das Gesamtgewicht der Evidenz für Risiken langfristiger systemischer Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System ist moderat.

3. Das Gesamtgewicht der Evidenz für das Risiko einer Karzinogenität der Atemwege aufgrund einer langfristigen kumulativen Exposition gegenüber Nitrosaminen und aufgrund der Exposition gegenüber Acetaldehyd und Formaldehyd ist es schwach bis mäßig. Die Beweiskraft für das Risiko von Nebenwirkungen, insbesondere der Kanzerogenität aufgrund von Metallen in Aerosolen, ist schwach.

4.Das Gesamtgewicht der Evidenz für das Risiko anderer langfristiger gesundheitsschädlicher Auswirkungen wie Lungenerkrankungen des ZNS und reprotoxischer Effekte auf der Grundlage der Gefahrenidentifikation und der Evidenz beim Menschen ist schwach, und weitere konsistente Daten sind erforderlich.

In der bürokratisch verklausulierten Sprache der EU-Politiker bedeutet das eigentlich, das da so gut wie nichts ist!

Des Weiteren sagt die erste Langzeitstudie zu Dampfern eindeutig etwas anderes aus. Nach 3,5 Jahren Dauerkonsum konnten

  • keine Schädigungen der Atemwege noch Herz-Kreislaufprobleme nachgewiesen werden
  • weiterhin traten keine signifikanten Veränderungen bei der Gesundheit der Testpersonen auf.

 


Die DHS sieht die EZigarette eindeutig als Suchtmittel. Es ist derzeit kein positiver Effekt von EZigaretten in der Gesamtbevölkerung zu sehen, weder für Nichtrauchende, die in der Gesamtbevölkerung mit 75% die Mehrheit darstellen noch für die meisten Tabakrauchenden. Mithilfe von E-Zigaretten wird ein neuer Suchtmittelmarkt auf der Basis des hochwirksamen Nikotins aufgebaut, nachdem es langsam, aber stetig zu einem Rückgangdes Tabakrauchens gekommen war.

Die Verringerung der Raucherzahlen seit Einführung der Dampfe stellt also keinen positiven Effekt dar? Die statistischen Zahlen bei Rauchern die aufhören und Neu-Dampfern korrelieren. Die sinkenden Raucherzahlen werden gern einseitig von o.g. Damen und Herren vereinnahmt und als Erfolg ihrer Anti-Raucher Politik verbucht. Das das Gros der Neu-Nichtraucher allerdings Dampfer sind lässt man dabei stillschweigend unter den Tisch fallen. Was verständlich ist bei dieser Betrachtungsweise verpuffen die vermeintlichen Erfolge der ANTZ nämlich wie ein Rauchwölkchen im Winde. Die sinkenden Raucherzahlen, die man so gern als persönlichen Erfolg verkauft sind keineswegs die Ergebnisse altbackener Moralansichten, lächerlicher Schockbilder (ohne jede tatsächliche Wirkung) oder vermeintliche „Erziehungserfolge“ diverser Bündnisse, sondern zum großen Teil das Verdienst eines innovativen Produktes. Naturgemäß scheut man diese Einsicht wie der Teufel das Weihwasser.

Im Übrigen bestätigt auch ein aktuelles Cochrane Review die Wirksamkeit der E-Zigarette beim Rauchstopp. In den Augen der Autoren ist aber auch das nicht als positiver Effekt zu werten… Ja nee is klar.


Die neue Produktpalette mit bunten, vielversprechenden Aromen zielt auf den Markt der Kinder und Jugendlichen, von denen mittlerweile mehr EZigaretten und EShishas zusammengenommen ausprobiert haben als Tabakzigaretten. […] Die höchste Konsumzunahme von EZigaretten ist als Trend der letzten Jahre unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenenzu beobachten Da ein „GatewayEffekt“, d.h. der Übergang vom Probieren der EZigarette zum Rauchen von Tabakzigaretten, sowohl durch eine Metaanalyse mit 17 hochwertigen Stu-dien aus Nordund Mittelamerika, Asien und Europa (Khouja et al.,2020) als auch durch Studien aus Deutschland (Hansen et al., 2020, Morgenstern et al.,2018) belegt wurde, ist zu befürchten, dass es zu einer ReNormalisierung des Rauchens kommt.

Ach der Gateway-Effekt, das fliegende Spaghettimonster von PöLa und Getreuen. Ich hoffe es kommt der Tag, an dem wir sagen werden „Was haben wir gelacht…“ Bis dahin sollten folgende Studien genügen, die diesen Unsinn widerlegen und zeigen das die Dampfe Mittel zum Ausstieg keinesfalls aber zum Einstieg in den Tabakkonsum ist:

Bereits 2017 wurde in Deutschland durch das IFT München Zahlenmaterial veröffentlicht, dass der aktuellen Einschätzung des DHS widerspricht. 4 Jahre Zeit um diese Fakten wahrzunehmen, wahrscheinlich gab es etwas Wichtigeres…


Fazit: Die DHS warnt wegen der oben genannten gesundheitlichen Risiken mit Nachdruck vor einer Promotion der EZigarette gegenüber der Öffentlichkeit und Politik. Die DHS fordert verstärkte Forschung zu einer möglichen Risikoreduktion bzw. zum Einsatz zur Beendigung des Tabakrauchens sowie zur Offenlegung weiterer Risiken und Nebenwirkungen beim Konsum. Die DHS empfiehlt aktuell allen Rauchenden, die aus eigener Kraft nicht den Ausstieg aus der Tabakabhängigkeit schaffen, die Unterstützung durch anerkannte Suchttherapeutinnen und therapeuten sowie Ärztinnen und Ärzten, die evidenzbasierte Strategien in der Entwöhnung anwenden, zu suchen. Eine Schadensminderung („Harm Reduction“) durch EZigaretten ist strittig. Wegen der uneinheitlichen Befundlage sieht die DHS diese zum jetzigen Zeitpunkt als nicht belegt an.

Ich übersetze das mal (Satire):

Macht das bloß nicht wie in England. Die Politik unterstützt die Dampfe als Ausstiegsmittel aus dem Rauchen, so weit kommt das noch, nicht in Deutschland, nicht so lange wir noch hier sind. Forscht mal ruhig weiter, das ist voll nötig. Wir lesen eh nur was uns in den Kram passt, den Rest…. na den ignorieren wir einfach.

Wir empfehlen allen Rauchenden sucht euch gefälligst Unterstützung, bei denen die UNS helfen. Kauft fleißig Sprays und Pflästerchen. Wenn das nicht klappt, ist doch nicht schlimm, gibt doch noch Therapeuten und Psychopharmaka. Wir haben genug nutzlosen Kram in unserm Portfolio um euch über Jahrzehnte zu therapieren. Das hilft euch vielleicht nicht, aber uns. Die großzügigen Spenden der Pharmaindustrie sind uns sicher.

Zum Abschluss sei gesagt Harm Reduction, was ist das, wer hat das Wort erfunden. Wollen wir nicht! Kennen wir nicht! Weg damit! Und überhaupt das es so etwas wie Harm Reduction überhaupt bei der Dampfe gibt, geben wir erst zu, wenn sie vollkommen Risikolos ist, rein wie die Bergluft und strahlend wie unser Spaghettimonster.

Viel Spaß dabei ihr Loser!

 

Bis die Tage

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4 thoughts on “DHS – Stellungnahme zur E-Zigarette

  1. Ich lese fast jeden Deiner Beiträge und mM müsste die gesamte Öffentlichkeit dies ebenfalls tun (müssen!) 😉
    Ich dampfe nun seit über 20 Monaten und es ist erschreckend wie im Namen des Geldes, der Pharma, der bezahlten Propaganda und vieles mehr auf der ganzen Welt einfach gelogen wird. Die Rauchertoten in D sind nicht weniger geworden und die Regierung kümmert sich lieber um die Scheinwelt als die Gesundheit. Einfach erschreckend.

    Jedem Raucher empfehle ich ohne wenn und aber sich schlau(er) zu machen und anfangen zu dampfen. Die Zigaretten schädigen langsam aber sicher. Ich habe über Jahrzehnte geraucht und einen gesundheitlichen Preis bezahlt.
    Es lohnt sich nicht zu leugnen und hoffen, dass nichts passiert. Früher oder später reagiert der Körper und mit etwas Glück hat man Schwein, aber sonst drohen langfristige Gesundheitsschäden mit denen man sich erstmal abfinden muss!
    E-Zigaretten sind 20 mal weniger schädlich als Tabakzigaretten, das ist ein Fakt!

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