Pflichtlektüre oder warum sich das ABNR umbenennen sollte…

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Pflichtlektüre oder warum sich das ABNR umbenennen sollte…

Foto von Oleg Magni von Pexels

 

Gestern erschien auf der Webpräsenz des IEA ein Artikel den man schlicht zur Pflichtlektüre deutscher Politiker, heroischer Anti-Dampfe Kämpfer oder für die Walküren der verdrehten Argumente machen sollte. Gut, soviel der letzten Kategorie gibt es nicht, aber genug um den Plural zu bemühen. In einigen wenigen Sätzen wird da (gut belegt) förmlich in der Luft zerrissen was ABNR und Kons…, ähh Kollegen in den letzten Monaten und Jahren und ganz besonders in der letzten Zeit, also in der aktuellen Steuerdebatte in der Presse gebetsmühlenartig, sozusagen aus Kübeln über den Lesern ausbringen.

Nun ist das Institute of Economic Affairs (IEA) nicht irgendwer oder irgendetwas, sondern der älteste und wohl auch bedeutendste britische marktliberale Think-Tank, also eine Denkfabrik. Deren Wort hat durchaus Gewicht genau wie deren Schlussfolgerungen zumeist auf wohldurchdachten und begründeten Argumenten beruhen. Denkfabrik eben… etwas also was oben benannten Kandidaten hin und wieder mal abgeht, also das Durchdenken einer Gegebenheit über den eigenen Horizont hinaus.

Worum geht es also in besagtem Artikel?
The empirical evidence is clear: anti-vaping policies are pro-tobacco policies
Die empirischen Beweise sind klar: Anti-Vaping-Maßnahmen sind Pro-Tabak-Maßnahmen

Allein schon die Überschrift macht den Unterschied zu den Publikationen diverser Bündnisse mehr als deutlich. Empirisch, also systematisch messbar, nachprüfbar und zu beobachten im Gegensatz zu den zumeist rein theoretischen und eben schwer bis gar nicht nachprüfbaren, weil schwammig, zu allgemein und in den meisten Fällen konjunktivierten Aussagen des ABNR.

„Was wäre, wenn das fliegende Spaghettimonster über den Fernsehturm fliegt und pieseln muss? Ganz klar dann regnet es auf dem Alexanderplatz. Ergo Schirmpflicht für alle Berlin-Touristen….“ Nicht das beste Beispiel aber so hört es sich an, wenn man Regeln aus Annahmen konstruieren will. Ein nicht existentes Risiko aus dem eine Annahme resultiert, die wiederum zu einer Regel führt. Ist doch vollkommen bekloppt, oder? Allerdings etwas was seit Jahren versucht wird. Ein nebulöses, weil eben nicht bewiesenes Risiko, das von der Dampfe ausgeht, kombiniert mit verschiedensten „fliegenden Spaghettimonstern“ (Gateway Effekt etc.) und die daraus resultierenden Bemühungen dieses Produkt am besten zu verbieten und wenn das nicht funktioniert es tot zu regulieren oder durch „Überteuerung“ vom Markt zu fegen.

Das ursprüngliche Ziel von Vereinen wie dem ABNR war es, dem Rauchen Einhalt zu gebieten, löblich allemal. Liest man allerdings aktuellere Publikationen und „Stellungnahmen“ gewinnt man zunehmend den Eindruck, das es fast nur noch darum geht die E-Zigarette zu verteufeln, Aromen zu verbieten und das ganze Produkt extrem teuer und damit unattraktiv zu machen. Dieses Vorgehen ist allerdings kontraproduktiv, weil es dem ursprünglichen Ziel (der Verringerung der Raucherzahlen) entgegensteht. Im Artikel heißt es dazu treffend:

Eine Studie von Yang et al. stellten fest, dass das Verbot von E-Zigaretten-Aromen in San Francisco zu einer erhöhten Raucherprävalenz bei 18- bis 24-Jährigen führte. Insgesamt stiegen die Zigarettenverkäufe in den USA im Jahr 2020, was teilweise auf die Beschränkungen des Bundes für Aromen zurückzuführen ist, die in bestimmten E-Zigaretten-Produkten verwendet werden.

Die Beobachtung, dass E-Zigaretten ein Ersatz für brennbare Zigaretten sind, mag offensichtlich erscheinen, hat jedoch entscheidende Auswirkungen auf die Politik, da dies bedeutet, dass Bemühungen zur Unterdrückung des Gebrauchs von E-Zigaretten zu einem stärkeren Gebrauch traditioneller Zigaretten führen.

Die Wirtschaftsliteratur zu E-Zigaretten ist relativ jung, aber Steuern und Vorschriften, die das Dampfen für Verbraucher weniger attraktiv machen, haben wiederholt gezeigt, dass sie den Zigarettenkonsum und die Raucherprävalenz erhöhen. Cotti et al. (2020) untersuchten die Steuern auf E-Zigaretten in acht US-Bundesstaaten und stellten fest, dass ein Rückgang der Verkäufe von E-Zigarettenschalen zu einem Anstieg des Verkaufs traditioneller Zigaretten führte. Pesko et al. (2020) stellten fest, dass „höhere Steuersätze für E-Zigaretten den traditionellen Zigarettenkonsum erhöhen“ und prognostizierten, dass eine E-Zigarettensteuer von 1,65 USD pro ml die Zahl der täglichen Raucher um ein Prozent erhöhen würde. Saffer et al. (2019) kamen zu dem Schluss, dass eine hohe Steuer auf E-Zigaretten in Minnesota 32.400 Raucher daran hinderte, mit dem Rauchen aufzuhören.

Das Problem mit solchen Vereinen ist nicht deren propagiertes Ziel, sondern die Verflechtung und finanzielle Abhängigkeit von einer Industrie die an Rauchern verdient, soll heißen an deren Entwöhnung. Eine Förderung der E-Zigarette wäre eigentlich logisch und stünde vollkommen im Einklang mit den ursprünglich einmal erklärten Zielen. Dumm nur das dies den Interessen der „Förderer“ entgegensteht. Ehrlicher wäre es die Annahme von Spenden aus denen Interessenskonflikte entstehen müssen, zu verbieten. Ehrlicher wäre es Personen die beruflich bedingt seit Jahrzehnten eben mit jener Industrie zu tun haben Ämter in Führungsebenen solcher Vereine zu untersagen. Allerdings gäbe es dann solche Vereine gar nicht mehr… Was vielleicht auch ein Segen wäre.

Der Artikel bringt es ganz klar auf den Punkt:

 Anti-Dampf-Richtlinien sind im wesentlichen Pro-Rauch-Richtlinien.

Der Abschlusssatz des Artikels behandelt ein Thema, das auch der ABNR auf dem Schirm hat, die Verbote von Aromen. Die Meinung des IEA dazu ist eindeutig:

Letzte Woche hat die Europäische Kommission ihre vorläufigen Überlegungen veröffentlicht, was in ihre bevorstehende Richtlinie über Tabakerzeugnisse aufgenommen werden soll. Eines der Dinge, die sie „erforschen“ möchte, ist das Verbot von E-Zigaretten-Aromen. Sie beschreibt ihren Ansatz als „vorsichtig und vorsorglich“. Ist es nicht. Es ist riskant und rücksichtslos.

Ein in jedem Fall empfehlenswerter Artikel der es lohnt in Gänze gelesen zu werden. Wenn man das getan hat, versteht man auch die Überschrift meines Artikels dazu. Hier noch zwei Vorschläge für eine passende Umbenennung:

ABRDW – Aktionsbündnis RAUCH DOCH WIEDER

ABZZK – Aktionsbündnis ZURÜCK ZUR KIPPE

 

Bis die Tage

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