WHO – Aus der Zeit gefallen

4.9
(22)

WHO – Aus der Zeit gefallen

Foto von Valerio Errani von Pexels

Die WHO warnt vor E-Zigaretten und Tabakerhitzern… wieder einmal. Seit gestern rauscht dieser Hinweis durch den „echten“ als auch den virtuellen Blätterwald Deutschlands. Gerade so, als würden die Getreuen um Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus etwas Neues, ja geradezu epochal wichtiges in Ihrem 8. Bericht über die Tabak-Epidemie verkünden. Spoiler: Tun Sie nicht.

Ganz im Gegenteil. Man kann sich schlicht nicht des Eindrucks erwehren das seit dem 1. Bericht vor 13 Jahren irgendein bedauernswerter Praktikant dazu verdonnert wird in den staubigen Archiven der WHO zu kramen und den Bericht jedes Mal neu zu kopieren. Ganz so als seien eben nicht 13 Jahre vergangen, in denen neue Erkenntnisse gewonnen wurden, neue Statistiken erschienen sind und die Erde sich tatsächlich weitergedreht hat. Gut, dem eigentlich zumindest dem Namen nach wichtigsten Vertreter der „Tabak-Epidemie“, der Zigarette, wird immer weniger Platz eingeräumt, fast so als sei selbige gar nicht mehr aus Tabak gefertigt. Dafür bekommt die Dampfe, die so gar nichts mit Tabak zu tun, hat immer mehr Aufmerksamkeit, Pardon Platz eingeräumt. Denn inhaltlich kommt da wie gesagt seit 13 Jahren nichts Neues dazu, also behilft man sich mit skurrilen Grafiken wahrscheinlich, um auf eine gewisse Seitenanzahl zu kommen.

Das wäre dann so ein Beispiel für oben gesagtes. Cig-a-likes, wer kennt sie nicht die Heerscharen von Dampfern, die einem täglich mit der Metallzigarette entgegenkommen und versuchen selbiger die Anmutung eines Wölkchens zu entlocken. Oder die bei Studenten und jungen Menschen so beliebten USB-Stick ähnlichen Geräte, die natürlich nur so aussehen, damit man sein schändliches Tun verbergen kann… Selbst meine 90-jährige Großmutter würde ein Podsystem nicht mit einem USB-Stick verwechseln. Nicht nur das die Grafiker der WHO seit mittlerweile Jahrzehnten nicht in der Lage sind ihre Beispielbilder der aktuellen Entwicklung anzupassen, schlimmer noch seit 13 Jahren tischen sie der ihrer Meinung nach offensichtlich vollkommen verblödeten Menschheit ihre ewigen USB- und Renormalisierungs-Märchen auf. Design Mimikry oder Renormalisierung? Ja was denn nun?  Herr wirf Hirn vom Himmel!

Liquids differ greatly in their contents.
In addition to variable levels of nicotine,
they often contain a wide variety of
flavourings, water, propylene glycol,
usually glycerine and other compounds.
In addition, the aerosols generated by
these products after aerosolization of
the liquid contain compounds, some
of which are toxic. Examples include
formaldehyde, which is a cancer-causing
agent

Ganz der Tradition folgend die verstaubten eigenen Texte zu kopieren, darf natürlich Formaldehyd als Krebs-verursachendes und Angst schürendes Element nicht fehlen. Es ist zwar korrekt, dass  in der E-Zigarette geringe Mengen Formaldehyd gebildet werden.  Allerdings bei üblichem Gebrauch (also ohne exzessives überhitzen/kokeln)  enthält der Dampf ähnliche Konzentrationen an Formaldehyd wie die Umgebungsluft. Soll heißen beim normalen Atmen nimmt man die gleiche Menge an Formaldehyd auf wie beim Dampfen. Es bleibt also zu hoffen, dass die WHO nicht demnächst das Atmen zu regulieren wünscht, ob der immens hohen Gesundheitsgefahr… Allerdings ist das Vorgehen der WHO verständlich, ist das doch der einzige Kandidat dem man tatsächliches Potenzial zur Schädigung unterstellen kann. Hat man kein Formaldehyd mehr, was hat man dann noch?

The
nicotine content of ENDS can range
from 0 mg/ml to over 66 mg/ml or
more (at least twice the nicotine
content of a standard cigarette).

Ganz abgesehen davon das weder die WHO noch irgendjemand bis dato den Beweis erbracht hat das Nikotin allein, also ohne die Begleitstoffe des Rauchens, überhaupt das ihm pauschal attestierte Schädlichkeits- und Suchtpotential besitzt, folgt die WHO hier wieder einmal ihrer perfiden Taktik der Dampfe unterschwellig ein höheres Risiko anzudichten als es die Zigarette hat. Selbst absolut Kontra E-Zigarette eingestellte Wissenschaftler haben es mittlerweile sehr schwer einen derartigen Standpunkt glaubhaft zu vertreten. (Abgesehen von pensionierten Raketenwissenschaftlern, die das trotzdem versuchen.) Also folgt unmittelbar darauf die Mär vom „überdimensionierten Nikotinmissbrauch“ durch das Nennen extrem hoher Nikotingehalte. Das der Nikotingehalt z. Bsp. EU-weit reglementiert ist (20 mg/ml) bedarf im Bericht keiner besonderen Erwähnung, wäre ja auch kontraproduktiv…

Das man natürlich in so einer „aktuellen“ Zusammenfassung „evidenzbasierter“ Forschung nicht darauf verzichten kann an mehr, als nur einer Stelle darauf hinzuweisen, das man Langzeiteffekte des Dampfens an sich nicht einschätzen kann, eben weil das Dampfen ja noch so „neu“ ist kann nur am Copy&Paste liegen. Erstens ist es nicht mehr neu und zweitens gibt es mittlerweile genügend Studien, die glaubhaft belegen, dass die Dampfe eben tatsächlich um Größenordnungen weniger schädlich ist als die herkömmliche Zigarette und damit ein durchaus geeignetes Mittel zum Ausstieg aus dem Rauchen darstellt. Man muss es eben auch zur Kenntnis nehmen wollen. Das die WHO das genau nicht will wird recht schnell klar, tut man sich das Pamphlet in Gänze an. Selbstredend verzichtet man in der Folge auch nicht auf die „Aromengefahr“. Arme Kinderlein die durch fruchtige und süße Geschmäcker in die Arme der Dampfe gelockt werden. Deren Risiko dann irgendwann einmal Raucher zu werden ist dann auch doppelt so hoch wie bei anderen und so weiter, und so weiter.

Ergo nix neues von der WHO, abgestandene Argumentationen in neuem farblichen Gewand…

 

Bis die Tage.

 

WHO – Aus der Zeit gefallen

 

 

Wie nützlich oder unterhaltsam war der Beitrag?

Klick

Wenn dir der Beitrag gefallen hat...

Folge mir doch auf Twitter.

Schade das es dir nicht gefallen hat.

Hilf mir es besser zu machen.

Was ist deiner meinung nach nicht ok an diesem Post?

One thought on “WHO – Aus der Zeit gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.