Flüssiges Gold

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Flüssiges Gold

Nun ist es also so weit, dem Staat ist gelungen, woran weiland Alchimisten im Hunderter-Pack scheiterten. Woran? Aus Scheiße Bonbons oder wahlweise aus Blei Gold zu machen, je nach sprachlichem Duktus. Nach einem Artikel auf Vapers.guru  in dem die Gerüchte die es seit letzter Woche gibt, bestätigt wurden, ist nun klar es wird alles besteuert das in irgendeiner Art zum Dampfen benutzt werden kann. Eine Volumenbesteuerung, völlig unabhängig davon ob Nikotin enthalten ist oder nicht.

Damit ist klar, ein eigentlich unvorstellbares Szenario wird wahr (ein nie dagewesenes außerdem). Ein Liter eines nur wenige Euro teuren Gemisches, das es zudem übertrieben gesagt an jeder Straßenecke auch weiterhin zu einem geringen Preis geben wird, kostet in Zukunft in einem Dampfershop um die 330,00 Euro. Wir halten also fest: eine astronomische Teuerung durch die neue Tabaksteuer für ein Produkt das 100 Meter weiter zum Zwecke der Feuchthaltung von Lebensmitteln oder als Futterzugabe für das liebe Vieh für ein paar Peanuts verscherbelt wird und auch weiterhin verscherbelt werden wird und das nicht ein Milligramm Nikotin (von Tabak gar nicht zu reden) enthält, ist pro Liter mit knapp 320,00 Euro Tabaksteuer belegt. Dies dem Steuerzahler irgendwie nachvollziehbar nahezubringen ist wie die Quadratur des Kreises.

Natürlich passt es Vater Staat naturgemäß nicht das der versierte Dampfer auch in Zukunft eher wenig Probleme damit haben wird seinem „Selbstmischer-Drang“ zu vernünftigen Preisen nachzugehen. Allein was soll er tun? Es sei denn er ist bereit den bereits jetzt arg gebeutelten Bauern klarzumachen das ihr Futterzusatz zukünftig das dreißigfache kosten wird und er für all seine „dampfenden“ Kühe zukünftig Tabaksteuer zu entrichten habe. (Vielleicht eine Möglichkeit das der Liter Milch endlich kostet, was er kosten sollte…Scherz) Möglich wäre auch ein Aufdruck auf alle Produkte von Kosmetikherstellern. „Warnung: Dieses Produkt enthält einen Zusatz, der unter das Tabaksteuergesetz fällt und damit von Haus aus schädlich sein muss!“ 

Das wird natürlich alles nicht passieren. Die Regelung trifft also „Bestandsdampfer“ weniger hart, als allgemein angenommen. Neue Dampfer so oder so nicht, kaum einer fängt als Selbstmischer an. Was aber definitiv eintreten wird, ist eine Verödung des Marktes. Die Zahl an großen Dampfgeräten nebst zugehörigen Verdampfern wird abnehmen, schlicht weil der Massenmarkt wegbricht. Für Neueinsteiger sind DL-Verdampfer dann nichts anderes als Geldvernichtungsmaschinen. Im Neueinsteigersegment werden dann die „Sticks“ der Tabakgiganten noch weiter nach vorn kommen als sie es eh schon sind.

Womit wir bei der sogenannten Lenkungswirkung sind, die diese Steuer ja haben soll… Hat sie nicht. Sie wird als erstes der Industrie aus o.g. Gründen nachhaltig schaden. Im weiteren Verlauf wird sie eine komplette Branche in Deutschland vernichten. Kleine und mittlere Offline-Shops die nicht durch Big-T getragen werden, müssen über kurz oder lang schließen. Mit Hardware allein ist so ein Geschäft schlicht nicht zu halten. Umsatzgarant und wichtigste Einnahmequelle war und ist das „Verbrauchsmaterial“ für das der Händler zukünftig Steuerlich erst einmal in Vorkasse gehen muss. Kosten die nur die wenigsten werden stemmen können. Wenn überhaupt dann ggf. für Longfills und MINI-Fertigliquids (10 ml). Im Ergebnis wird also anfangs das Angebot erheblich ausgedünnt werden. 10 weiße Regalmeter mit 6 Flaschen, irgendwas in der Art… Ohne adäquate Angebote im Offline-Sektor wird es zwangsläufig weniger Neueinsteiger geben, nicht alle und jeder kaufen online ein. Einige bereits umgestiegene switchen wieder zur Zigarette, weil einfacher, relativ preiswert und überall zu bekommen. Der Absatz von Stopf- und Drehtabaken wird übermäßig ansteigen. Im ungünstigsten Fall werden die Raucherzahlen wieder steigen. Wo also ist da eine Lenkungswirkung?

Es bleibt zu hoffen, das all die widrigen Umstände momentan wenigstens wieder dazu führen, dass es online für jeden der danach sucht wieder mehr Rat und Tat geben wird, zum selber mischen, zum preiswerten Einkauf der Bestandteile und so weiter, also Back to the Roots und weg vom „Ich halt mal meinen Verdampfer in die Kamera, aber sonst hab ich eigentlich nix zu sagen“.

 

Bis die Tage

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3 thoughts on “Flüssiges Gold

  1. Sehr gut und anschaulich beschrieben welcher Dampf hier künftig wehen wird.
    Die maroden Staatskassen müssen eben befüllt werden – um Gesundheit ging es noch nie.

    Einer Institution, die Diesel und Heizöl unterschiedlich besteuert (bzw. grundsätzlich Steuern erhebt…) ist alles zuzutrauen.
    Vielleicht wird ja in ferner Zukunft das Glycerin für Tierfutter eingefärbt um „Schwarz“-Dampfer auf der Strasse schneller entlarven zu können 😉

    Derartige unverhältnismässige Steuererhöhungen führen bestimmt zu neuen Innovationen. Ich kann mir vorstellen, dass es künftig anstelle flüssiger Longfills hochdosierte Aromen in Pulverform etc. oder sogar völlig neue Formen des Dampfens geben wird, am besten auf Wasserbasis.

    Egal was die Obrigkeit sich einfallen lässt, der Markt findet immer Lösungen, selbst wenn die sich u.U. im Graubereich bewegen sollte…

  2. Rob, ich gebe dir zu 100% recht. Natürlich wird kein vernünftiger Händler diesen Bullshit mitmachen und Glyzerin für 330 EUR verkaufen. Es gäbe ohnehin keine Nachfrage. Italien und Griechenland haben vorgemacht, was eine Liquidsteuer bedeutet -> Null Umsatz. Die Regierungsdödel vergessen immer, dass sie es selber waren, die den grenzenlosen Warenverkehr in Europa ermöglicht haben. Und es gibt eben viele Länder, wo man günstig einkaufen kann.

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